Strahlenbelastung: Lebensmittel aus Japan weiter unter Kontrolle
12.09.2011
Die Europäische Union hält an den Kontrollen für Lebensmittel aus Japan fest. Ende Mai hatte die Europäische Kommission strengere Grenzwerte für die radioaktive Belastung von Lebensmitteln aus Japan beschlossen. Sie gelten für alle Mitgliedsstaaten der EU. test.de informiert.
Update [28.11.2011] Kontrollen bis März 2012 verlängert
Vertreter der EU-Länder haben beschlossen, die Kontrollen von Lebens- und Futtermittel aus Japan auf radioaktive Verstrahlung bis Ende März 2012 zu verlängern. Untersuchungen zeigten, dass Produkte aus der betroffenen Region noch immer radioaktive Verstrahlung über den erlaubten Grenzwerten aufwiesen. [Update Ende]
Kontrollen bis Ende 2011 verlängert
Die Europäische Union hat die Kontrollen von Lebens- und Futtermitteln aus Japan auf radioaktive Strahlenbelastung bis zum 31.12. 2011 verlängert. Sämtliche Produkte, die aus einer der zwölf japanischen Präfekturen rund um das Kernkraftwerk Fukushima stammen, müssen seit März vor der Ausfuhr in die EU untersucht werden. Das heißt: Sie dürfen nur dann in eingeführt werden, wenn ein Bericht aus Japan bescheinigt, dass keine erhöhte Strahlenbelastung vorliegt. Seit Mai unterliegen auch Lebens- und Futtermittel aus der Präfektur Kanagawa den Kontrollen, nachdem in von dort stammenden Blättern von grünem Tee ein hoher Gehalt an radioaktivem Caesium festgestellt worden war. Zudem kontrollieren die Überwachungsbehörden der EU-Staaten einen Teil dieser Sendungen weiter stichprobenartig. Zwischenzeitlich hatten sich die EU-Staaten bereits darauf geeinigt, die Kontrollen für japanische Lebensmitteln bis zum 30. September 2011 zu verlängern. Nach Jahresende soll monatlich entschieden werden, ob die Schutzmaßnahmen weiterhin notwendig sind.
Höchstgrenzen aus drei Verordnungen
Hintergrund der aktuellen Entwicklung: Ende März 2011 hatten sich Bundesumwelt– und Verbraucherschutzministerium für eine europaweite Angleichung der Grenzwerte auf den jeweils niedrigsten Wert eingesetzt. Auslöser waren kritische Äußerungen von Organisationen wie Foodwatch und Greenpeace. Sie hatten bemängelt, dass die festgelegten Grenzwerte für radioaktiv belastete Lebensmittel aus Japan zu lasch seien. Für Verwirrung bei vielen Verbrauchern hatte zudem die Tatsache gesorgt, dass es Grenzwerte für Lebensmittel aus insgesamt drei unterschiedlichen Verordnungen gibt (siehe Meldung Streit um Grenzwerte).
Keine Gefahr für Verbraucher
Mit der Angleichung sollte nach Meinung der Ministerien für Verbraucher eine nachvollziehbare Regelung geschaffen werden. Holger Eichele, Pressesprecher des Verbraucherschutzministeriums hatte gegenüber test.de betont, dass für Verbraucher weiterhin keine Gefahr bestehe. Auch mit den bislang geltenden Grenzwerten seien sie umfassend vor gesundheitlichen Risiken geschützt. Zudem seien Lebensmittelimporte aus Japan relativ unbedeutend: In Deutschland liegen sie nicht mal bei 0,1 Prozent.
Grenzwerte für weitere Isotope
Die neu beschlossenen Grenzwerte für Lebensmittel aus Japan liegen unter den bisher geltenden Werten. Neben den Isotopen Jod-131, Cäsium-134 und Cäsium-137 gibt es nun auch Höchstgrenzen für Strontium und Plutonium (siehe Tabelle).
Kritik von Greenpeace
Die Umweltorganisation Greenpeace hatte den aktuellen EU-Beschluss kritisiert. Die EU habe zwar die Grenzwerte für Cäsium verschärft. Doch die Übernahme der in Japan geltenden Höchstwerte für andere radioaktive Isotope sei nicht akzeptabel. Die Organisation forderte niedrigere Grenzwerte für Strontium und Jod-131.
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Tabelle: Höchstwerte für Lebensmittel aus Japan
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