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Verarbeitung: Was die saftigen Blätter so alles hergeben

test 07/2003

Aloe Vera

Aloe Vera (deutsch: die wahre Aloe) hat rund 320 Aloe-Schwestern. Mit Stacheln, Lederhaut und fleischigen Blättern ähneln sie Agaven, zählen botanisch aber zu den Liliengewächsen. Aloe Vera heißt auch Wüstenlilie, weil sie durch ihre Fähigkeit zum Wasserspeichern in sehr heißen und trockenen Gegenden überlebt. Von Plantagen in den USA, Lateinamerika und Spanien gelangen meist ganze Blätter oder Rohwaren nach Deutschland. Das Ökonomische an Aloe Vera: Sämtliche Bestandteile lassen sich verarbeiten. Lebensmittel und kosmetische Rohstoffe sind von den abführend wirkenden Substanzen Aloin und Anthrachinonen befreit. Die stecken nur noch in pharmazeutischen Produkten.

Gel. So heißt das Fleisch des Aloeblatts, weil es farblos und recht flüssig ist. Das Gel besteht zu 98,5 Prozent aus Wasser. Den größten Rest stellen Kohlenhydrate, weiter Aminosäuren, Fette, Gerbstoffe, Enzyme.

Aloe-Vera-Drinks. Säfte und Konzentrate entstehen, indem das Gel oder das ganze Blatt ausgepresst wird. Blattextrakte müssen gefiltert werden, um abführende Stoffe aus den äußeren Pflanzenschichten zu entfernen. Weil Aloeflüssigkeit binnen weniger Stunden oxidiert, sind Pasteurisierung oder Konservierungsmittel unumgänglich.

Granulat. Es entsteht aus dem Saft des Pflanzengewebes zwischen Außenhaut und Gel. Dort sitzen alle abführend wirkenden Substanzen. Die gelbe, bitter schmeckende Flüssigkeit wird erhitzt, bis ein Granulat übrig bleibt. Es wirkt als Abführmittel, das nicht dauerhaft eingenommen werden darf, auch nicht während der Schwangerschaft, Stillzeit, bei entzündlichen Magen-Darm-Erkrankungen und Hämorrhoiden.

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09.02.2012 . © Stiftung Warentest. Alle Rechte vorbehalten. Twitter Facebook YouTube Stiftung Warentest im Netz: