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Tintendrucker-Dauertest: Billigtinte schadet nicht

Tintendrucker-Dauertest Test

test 02/2007

Wer mit Fremdtinte druckt, zerstört seinen Drucker, heißt es. Unser Dauertest zeigt: Selbst ein Mix von Fremdtinte stört die Drucker nicht.

Tintendrucker-Dauertest

Der Zweifel nagt: Was ist dran an der Warnung der Druckerhersteller, Fremdtinte könnte die haarfeinen Düsen des Druckkopfes verstopfen oder auslaufen und den Drucker zerstören? Einzelne Leserzuschriften bestätigen das. Andererseits belegen mehrere Tests und positive Erfah­rungen vieler Leser das Sparpotenzial von Fremdtinten. Also entwarfen wir einen ganz besonderen Härtetest, um die Zweifel zu bestätigen oder auszuräumen: Mit immer größeren Pausen druckten wir jeweils 1 000 Seiten Text und Fotos. Und das immer wieder aufs Neue – nach Pausen von zwei, vier, sechs und acht Wochen. Selbst die von ihren Produkten überzeugten Anbieter von Fremdtinte befürchteten das Schlimmste. Doch kein Drucker fiel aus.

Das Glücksspiel bei Hewlett-Packard

Tintendrucker-Dauertest Test
HP: Tintenkosten hoch. Markenfremd­tin­te spart 440 Euro bei 5 000 Blatt. Billigtinte kann teuer werden.

Dafür wurden wir mit der Billigtinte „Meg@color“ echt gelinkt: Die online vertriebenen Tintenpatronen für HP-Drucker sind viel zu knapp befüllt und deshalb weit überteuert. Wir kauften sie über das Internet-Auktionshaus ebay und dann direkt beim Anbieter. Klar, die Patronen waren teuer. Doch das schien wegen der angeblich besonders großen Füllmenge plausibel. Möglich schienen Druckkosten um 600 Euro statt gut 1 000 Euro. Statt der 18 schwarzen Originalpatronen, die wir für die 5 000 Seiten brauchten, wären nur 6 bis 10 dieser Fremdpatronen erforderlich gewesen. Doch wir brauchten 13 schwarze, denn oft waren statt der versprochenen 30 Milliliter Tinte nur 9, ganz selten mal 15 in der Patrone. Aus der erhofften Ersparnis mit dieser „Billigtinte“ wurde ein Aufpreis von 120 Euro im Vergleich zum Original: Statt 1 050 Euro zahlten wir 1 170 Euro. Die Kostenbilanz bei HP wird weiter durch die 14 Billigfremdpatronen getrübt, die frisch gekauft und dennoch nicht verwendbar waren – schlicht verstopft oder vom Drucker nicht als für HP geeignet erkannt. Das Fazit sieht hier also traurig aus: Billigfremdtinte für HP kann teurer sein als die ohnehin schon recht teure Originaltinte.

Die Ersparnis bei Canon und Epson

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Epson: Günstigste Tintenkosten der drei Drucker mit Originaltinte. Spart mit Marken- / Billigfremdtinte 460 / 790 Euro bei 5 000 Blatt.

Während die Rechnung für HP-Drucker mit Billigfremdtinte nicht aufging, boten Canon und Epson ein besonders hohes Sparpotenzial. Inklusive Versandkosten kostete Billigfremdtinte für die 5 000 Blatt bei Epson rund 50 Euro (790 Euro gespart) und 60 Euro bei Canon (970 Euro gespart).

Aber auch mit Markenfremdtinte wie Pelikan, JetTec oder Geha ist der Vorteil noch groß. Mit ihr sparten wir bei Canon über 600 Euro, bei Epson 460 und bei HP über 400 Euro. Schon nach 1 000 Blatt ist mehr Geld gespart, als ein neuer Drucker kostet. Angesichts solch einer guten Kostenbilanz birgt Fremdtinte bei keinem Drucker ein finanzielles Risiko. Sein vorzeitiger Ausfall – ein, zwei Leserzuschriften jährlich berichten davon – ist dann zwar ärgerlich, aber keinesfalls ruinös. Insgesamt gilt:

  • Auch die Billigfremdtinten verursachten keinen Druckerausfall.
  • Die Druckqualität mit Billigfremdtinten war durchaus akzeptabel.

Die Druckpausen

Tintendrucker-Dauertest Test
Canon: Tintenkosten mit Originaltinte hoch, fast wie bei HP. Spart mit Marken- / Billigfremdtinte 670 / 970 Euro bei 5 000 Blatt.

Der Tintenmix störte keinen Drucker, lange Pausen auch nicht. Dabei sind Tintendrucker empfindlich: Die haarfeinen Düsen der Druckköpfe könnten in Druckpausen eintrocknen, ein schlechtes Druckbild selbst bei Textdruck wäre die Folge. Dennoch hielten sie sich wacker.

Klar, sowohl mit Original- als auch mit Fremdtinte gab es nach den Druckpausen hin und wieder Qualitätsprobleme – trotz des automatischen Reinigungslaufs beim Einschalten der Drucker. Fehler waren selbst im Foto­druck kaum zu bemerken. Sie fielen allenfalls beim Düsentest auf, den wir jeweils zu Beginn der Druckzyklen durchführten. Doch spätestens nach maximal drei zusätzlichen Reini­gungsläufen stimmte die Qualität. Einziger Nachteil: Die Düsenreinigung verbraucht Tinte und kostet Geld. Etwa ein Drittel der Tintenkosten geht bestimmt auf deren Konto. Letztlich fanden dadurch aber auch Drucker aus dem letzten Test zur gewohnten Qualität, die ein halbes Jahr Pause durchhalten mussten – schön verpackt im Originalkarton. Offenkundig hielten die Gummilippen dicht, die den Druckkopf in der Parkposition vor dem Austrocknen schützen.

Wer sich also an die richtige Reihenfolge hält, der braucht keine Angst vor langen Druckpausen zu haben: Erst den Drucker abschalten (Druckkopf wird geparkt und von Gummilippen abgedichtet) und dann vom Stromnetz trennen.

Die Lebensdauer

Mehr noch als bei den Kosten gibt es bezüglich der Lebensdauer der Drucker Gutes zu berichten:

  • Jeder der insgesamt 17 Drucker hielt den Parcours über 5000 Seiten klaglos durch. Nicht eines der vielen Rädchen im Transportmechanismus versagte.
  • Kein Drucker litt unter dem Dauerstress der 1000-Seiten-Zyklen. Die Druckaufträge zu je 18 Seiten Text, gefolgt von zwei A4-Fotos hielten Prüfingenieure und Drucker jeweils knapp zwei Tage auf Trab. Experten aus der Druckerbranche prognostizierten deutlich nachlassende Druckqualität nach spätestens 100 fortlaufend gedruckten Seiten: Fehlanzeige.
  • Die Qualitätsausdrucke nach Testende zeigten bei keinem Drucker signifikante Unterschiede zu den Referenzausdrucken, die wir mit diesen Druckern zu Beginn der Testreihe erstellt hatten. Bei Canon und Epson könnte ja der Permanentdruckkopf verschleißen. Doch das war, wie wir nach Abschluss des Tests feststellten, bei keinem Drucker der Fall.

Die Fremdtinte

Nicht jede Fremdtinte überzeugt durch hohe Druckqualität. Und wenn doch, dann ist sie entweder nicht so wischfest oder nicht so lichtbeständig wie das Original (siehe Test Druckertinte). Doch insbesondere für Drucker von Canon und Epson gibt es preiswerte Tintenpatronen mit akzeptabler Druckqualität (Kurzfassung der Testergebnisse von Markenfremdtinte siehe Tabellen).

Dank der Ergebnisse dieses Dauertests können wir zumindest Markenfremdtinte ruhigen Gewissens empfehlen. Im Vergleich zu Billigfremdtinte aus dubioser Quelle ist das Sparpotenzial zwar geringer (nur etwa 50 statt über 90 Prozent), doch falls die Patronen doch mal versagen, versprechen Anbieter von Markenfremdtinte, für den Schaden geradezustehen, den ihre Patronen anrichten. Und was den Billigkauf für HP angeht – von „Meg@color“-Tinte können wir nur abraten.

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10.02.2012 . © Stiftung Warentest. Alle Rechte vorbehalten. Twitter Facebook YouTube Stiftung Warentest im Netz: