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Soziale Netzwerke: Editorial von Hubertus Primus, Chefredakteur test

25.03.2010

Soziale Netzwerke

Liebe Leserin, lieber Leser,

Soziale Netzwerke Test
Hubertus Primus

ohne Facebook läuft bei meinen vier Kindern nichts mehr. Die Trainingstermine der Hockeymannschaften, Verabredungen zum Kino, Neuigkeiten aus der Schule, Tratsch und Klatsch unter Freundinnen – alles wird über Facebook abgewickelt.

Auch ich nutze Facebook intensiv: Nie hatte ich so viele Informationen über meine weitverzweigte Familie, selbst längst vergessene Freundschaften wurden über das soziale Netzwerk wieder aktiviert.

Soziale Netzwerke sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Während Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene – vorab Vergebung für die Anglizismen – als „Digital Natives“ ohne Onlinenetzwerk gar nicht mehr auskommen, sind „Digital Immigrants“ wie ich noch nicht flächendeckend in den Sog der neuen Kommunikation geraten. Das kommt noch – darauf würde ich jede Wette eingehen.

Umso wichtiger ist es uns, den Betreibern sozialer Netzwerke auf die Finger zu schauen. Wie organisieren sie den Datenschutz, wie gehen sie mit den Nutzerdaten um? Wie steht es um die Datensicherheit? Werden die Rechte der Nutzer an den eigenen Daten beachtet, welchen Stellenwert räumen sie dem Jugendschutz ein? Und nicht zuletzt stellt sich die Frage, ob die allgemeinen Geschäftsbedingungen, AGB, die Nutzer nicht unangemessen benachteiligen.

Unter anderem haben wir als „Hacker mit Erlaubnis“ einen Angriff auf die Netzwerke gestartet – mit Einverständnis der Anbieter. Abgesehen davon, dass uns nur sechs der zehn getesteten Netzwerke die Erlaubnis gegeben haben, schnitten dann drei „mangelhaft“ und drei „ausreichend“ ab. Bei der Sicherheit gibt es für alle Netzwerke also viel zu tun. Insgesamt zeigt der Test auch ein unterschiedliche Verständnis von Datenschutz. Die deutschen Anbieter sind eher dem europäischen Ansatz verpflichtet, dass jeder Nutzer ein Recht an den eigenen Daten hat. Deshalb ist zum Beispiel die Weitergabe dieser Daten an Dritte problematisch. Anders sieht das bei den amerikanischen Netzwerken Facebook, Linked­In und Myspace aus. Der Deal ist einfach: Wir stellen euch das Netzwerk zur Verfügung. Ihr gebt uns dafür eure Daten, die wir zu Geld machen. Es wird sehr schwer werden, hier eine gemeinsame Basis zu finden. Letztlich ist jeder sein eigener Datenschützer. Je weniger Daten er ins Netz stellt, desto geringer ist sein Risiko.

Ihr Hubertus Primus
Chefredakteur test

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10.02.2012 . © Stiftung Warentest. Alle Rechte vorbehalten. Twitter Facebook YouTube Stiftung Warentest im Netz: