Breitbandzugang mit DSL: So machen Sie dem Internet Beine
www.t-online-vision.de
„Mit T-DSL surfen, bis die Tastatur raucht.“ Die Deutsche Telekom haut mächtig auf die Pauke, um ihren schnellen Internetanschluss unter die Leute zu bringen.
Die Werbung soll auch der Tochter T-Online zu mehr Einnahmen verhelfen. Denn in der Werbung wird das neue DSL-Portal www.t-online-vision.de deutlich hervorgehoben. Es bietet jede Menge Unterhaltung und Informationen, teilweise gratis, teilweise gegen Bares. So kostet etwa eine Folge von „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ 0,80 Euro und für 2,90 Euro können PC-Spiele 24 Stunden gemietet werden.
Zwölfmal schneller mit DSL
Ohne DSL-Anschluss nervt das bunte Multimediaangebot aber mit langen Ladezeiten und ruckelnden Bildchen. Die meisten surfen noch im Schneckentempo, nämlich über die herkömmliche Telefonleitung und ein analoges Modem. Die damit mögliche Übertragungsgeschwindigkeit von 56 Kilobit pro Sekunde reicht für moderne Multimediaanwendungen längst nicht mehr aus. Außerdem ist immer nur eins möglich, entweder im Netz surfen oder telefonieren.
Wer einen ISDN-Anschluss hat, kann zur gleichen Zeit surfen und telefonieren, denn hier stehen zwei Leitungen zur Verfügung. Die digitale Übertragung ist zudem schneller. Wird nur ein Kanal genutzt, sind es bis zu 64 Kilobit pro Sekunde. Man kann das Tempo auch verdoppeln (leider auch die Kosten), wenn beide Leitungen parallel geschaltet werden (Kanalbündelung).
Die Breitbandtechnologie DSL (Digital Subscriber Line, zu deutsch etwa digitale Teilnehmerverbindung) erhöht die Übertragungsgeschwindigkeit um ein Vielfaches. Damit ist es möglich, Onlinespiele oder aufwendige Animationen und Videofilme in einer vertretbaren Zeit aus dem Netz zu laden.
Die Daten werden digital über das herkömmliche Telefonnetz übermittelt, ein ISDN-Anschluss ist nicht notwendig. Neben der hohen Geschwindigkeit hat der Vielsurfer den Vorteil, dass er, wenn er online ist, ständig telefonisch erreicht werden kann.
Am gebräuchlichsten für den privaten Nutzer ist ADSL (A für asymmetric). Da er viel mehr Daten aus dem Netz zieht, als er aussendet, hat der Empfangskanal eine wesentlich höhere Bandbreite als der Sendekanal. Vom Internet zum PC sind es bis zu 768 und vom PC ins Netz 128 Kilobit pro Sekunde. Ab diesem Herbst kann die Surfgeschwindigkeit noch einmal verdoppelt werden. Die Deutsche Telekom und Arcor bieten dann DSL 1500 an. Software, Musik oder Video-Dateien lassen sich damit mit bis zu 1 500 Kilobit pro Sekunde herunterladen.
Wir haben die Datenübertragung am Beispiel eines herkömmlichen DSL-Anschlusses der Deutschen Telekom gemessen. Auch wenn die theoretisch möglichen Spitzenwerte nur gelegentlich erreicht wurden, kann sich das Ergebnis sehen lassen: In Deutschland lagen die Downloadraten bei rund dem Zehn- bis Elffachen der ISDN-Geschwindigkeit, aus den USA immerhin noch beim Achtfachen. Stichproben bei einem zweiten T-DSL-Anbieter bestätigten die Messungen.
Die Deutsche Telekom hat inzwischen rund 2,5 Millionen DSL-Anschlüsse geschaltet. Während sie rund 90 Prozent aller Telefonkunden versorgen kann, ist das Angebot zum Beispiel bei Arcor noch auf 140 Städte beschränkt. Wer in einer kleinen Stadt oder auf dem Land wohnt, hat hier keine Chance.
Da auch die Telekom nicht jede Ortschaft anschließt, bleibt für viele nur der Empfang via Satellit. Angebote für DSL-Empfang über die Satellitenschüssel gibt es etwa von Arcor, Strato, Tiscali und der Deutschen Telekom.
Bundesweit 46 Großstädte versorgt das Kölner Unternehmen QSC: www.qsc.de. Der Datenverkehr erfolgt hier über bislang unbenutzte Kupferdoppeladern der vorhandenen Telefonleitungen. Q-DSL home erlaubt Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 1 024 Kilobit pro Sekunde im Downstream (vom Internet) und bis zu 256 Kilobit pro Sekunde im Upstream.
Der Wechsel des Telefonanbieters ist bei QSC nicht notwendig und Telekom-Kunden können weiterhin Call-by-Call nutzen, also Gespräche über die gerade günstigste Gesellschaft führen. Wer die Telefongesellschaft wechselt, muss darauf verzichten.
Flatrate ab 19,95 Euro
Für DSL reicht ein herkömmlicher analoger Telefonanschluss aus. Zu den höheren Telefon-Grundgebühren kommen häufig noch Kosten für den Anschluss und die notwendigen Zusatzgeräte. Damit DSL bezahlbar bleibt, ist ein günstiger Pauschaltarif (Flatrate) notwendig. Wir haben die wichtigsten Angebote in der Tabelle zusammengestellt. Ausnahmen: die volumenbegrenzten Tarife Tiscali DSL-2000 und T-Online DSL 1500. Die günstigste echte Flatrate hat Callando mit 19,95 Euro (Einrichtungsgebühr 9,95 Euro). Der Provider 1&1 bietet für seine DSL-Flatrate eine „Fair-Preis-Garantie“: Wer weniger als 100 Stunden im Monat surft, zahlt nur 14,90 Euro.
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