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Einkaufen im Internet: Klick gehabt

Einkaufen im Internet Special

12.03.2010

Das nächste Geschäftszentrum ist nicht weiter weg als das Internet. Online-Shopping ist angesagt. Das ist bequem und oft auch günstig. Aber: Nicht jeder Online-Händler ist seriös, nicht jeder Preis ist der billigste und nicht jedes Bezahlverfahren ist sinnvoll. test.de zeigt in fünf Schritten, was Einsteiger wissen müssen und worauf Profis achten sollten.

Einkaufen im Internet

Schritt 1: Suchen

Der Kauf im Internet ähnelt dem klassischen Einkaufsbummel. Wer ein Buch kaufen will, geht in den Buchladen. Genauso funktionierts auch im Internet: Wer online ein Buch bestellt, geht meist zum größten Onlinebuchhändler Amazon. Unentschlossene können auch im Internet bummeln: in den so genannten Shoppingportalen wie etwa shop.de oder shopfinder.de. Wer weiß, was er kaufen will, muss also nur noch den passenden E-Shop finden. Dabei helfen zum Beispiel Preissuchmaschinen wie evendi.de, froogle.de, guenstiger.de oder preistrend.de. Einfach den Produktnamen eingeben und nach dem billigsten Angebot schauen.

  • Vorteil. Wer weiß, was und wo er kaufen will, kauft online meist schneller und günstiger. Allerdings müssen Käufer warten, bis die Ware per Post kommt. Weiterer Vorteil: Etwa bei Ebay bieten Verkäufer Raritäten oder Spezialware an, die sonst kaum zu finden sind. Außerdem: Wer Ware im Internet bestellt, kann den Kauf mindestens zwei Wochen lang widerrufen - ohne Wenn und aber und irgendeine Begründung. Er muss sich nur um die Rücksendung kümmern.
  • Nachteil. Beim klassischen Einkauf können Käufer die Ware anfassen, anprobieren und anschauen. Je nach Ware und Geschäft ist es sogar möglich, sie auszuprobieren. Allerdings: Gekauft ist gekauft. Wer zuhause merkt, dass die Ware doch nicht gefällt, wird sie nicht wieder los - wenn der Händler nicht freiwillig ein Umtauschrecht einräumt.

Schritt 2: Checken

Ist der Surfer auf einen günstigen Laden mit seinem Produkt gestoßen, sollte er zunächst prüfen, ob der Shop seriös ist. Bei bekannten, großen Internetshops ist klar, dass hier in der Regel keine Abzocker am Werk sind. Schwieriger zu beurteilen: die Seriösität von kleinen, unbekannten Händlern. Hinreichende Kriterien für Seriösität gibts nicht. Aber einige Indizien können darauf hindeuten, dass der Kunde dem Händler vertrauen kann. Deshalb sollten Käufer die Sicherheit checken: Anschrift mit Straße, Hausnummer und Ort, E-Mail-Adresse, Telefonnummer und Ansprechpartner sollten angegeben sein. Fragen Sie im Zweifel persönlich per E-Mail oder besser noch Telefon nach. Achtung: Das „Bewertungsprofil“ eines Anbieters bei Ebay ist kein Garant für Sicherheit.

  • Vorteil. Wer bereits häufiger bei Online-Händlern bestellt hat, dort registriert ist und keinerlei Probleme hatte, kann sehr bequem einkaufen.
  • Nachteil. Bei neuen, kleinen Online-Händlern kostet der Seriösitätscheck Zeit. Außerdem werden einige Käufer so lange misstrauisch sein, bis sie das Produkt bekommen haben.

Schritt 3: Bestellen

Wer etwas kauft, schließt einen Vertrag ab. Egal, ob er im Internet oder im Laden nebenan einkauft. Die Rechte und Pflichten des Verkäufers und Käufers sind meist in Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) geregelt. Den Bestellvorgang im Online-Shop können Käufer meist erst abschließen, wenn sie durch ein Häkchen bestätigen, dass sie mit den AGB einverstanden sind. „Gute“ AGB sind einfach und verständlich formuliert. Geschäftsbedingungen, die Kunden unfair benachteiligen, sind unwirksam. Allerdings: Zunächst werden Händler sich auf ihre AGB berufen. Im Zweifel lässt sich die Unwirksamkeit unfairer Regeln erst vor Gericht durchsetzen.

  • Vorteil. In Online-Shops können Käufer die Allgemeinen Geschäftsbedingungen während des Bestellvorgangs lesen. Im Laden um die Ecke müssen die AGB ebenso für den Käufer einzusehen sein. Doch meist sind sie weit und breit nicht zu sehen.

Schritt 4: Zahlen

Wer online kauft, hat im besten Fall fünf Möglichkeiten zu bezahlen: per Lastschrift, Rechnung, Nachnahme, Kredit- oder Geldkarte. Von vorneherein nicht ganz ohne Risiko: die Bezahlung per Vorkasse. Im schlimmsten Fall wird der Händler insolvent und ist das Geld vollständig verloren. Stets gilt außerdem: Die Eingabe von Bank- oder Kartendaten ist nur sicher, wenn die Daten sicher verschlüsselt sind. Entweder es erscheint ein „https“-Link und zeigt der Browser in der unteren Leiste ein Schlüsselsymbol. Oder über die rechte Maustaste erhalten Sie unter „Eigenschaft“ die Information über die Verschlüsselung.

  • Vorteil. Bei bargeldloser Zahlung kann kein Bargeld verloren gehen.
  • Nachteil. Selbst bei Einhaltung aller Tipps zur Sicherheit gibts eine Restrisiko von Datendiebstahl durch Hacker. Unter extremen Umständen kann dadurch auch Geld verloren gehen. In jedem Fall gilt: Wer online per Kreditkarte zahlt oder seine Kontodaten eingibt, muss unbedingt die Abrechnungen und Auszüge sorgfältig kontrollieren und Unstimmigkeiten sofort bei Kartenaussteller oder Bank melden.

Schritt 5: Erhalten

Der wichtigste Schritt fehlt noch: Der Käufer muss die Ware auch wirklich bekommen. Im Gegensatz zum „wirklichen“ Einkauf geschieht das ausschließlich per Paketdienst. Dabei können auf den Käufer böse Überraschungen warten. Vielleicht kommt das Päckchen nicht an, vielleicht hat der Verkäufer es gar nicht losgeschickt, und vielleicht ist das Bestellte unterwegs kaputt gegangen. Möglich ist zwar alles, der Käufer hat aber gute Karten, Recht zu bekommen. In der Regel hat nämlich der Online-Händler die Beweislast, wenn die Ware kaputt oder gar nicht ankommt.

  • Vorteil. Der Käufer kann ohne Angabe von Gründen die Ware bis zwei Wochen nach Erhalt zurücksenden. Informiert der Händler nicht deutlich auf seiner Homepage über das Widerrufsrecht, gilt das Recht zum Rücktritt unabhängig vom Warenwert so lange, bis er darüber informiert. Voraussetzung: Produkte wie Bücher, CDs oder DVDs wurden nicht geöffnet oder es ist kein individuelles Produkt wie etwa ein maßgeschneiderter Anzug. Einschränkung bei Waren unter 40 Euro: Hier darf der Verkäufer Ihre Rücksendungskosten in Rechnung stellen, wenn er dies in seinen Geschäftsbedingungen so geregelt hat. Ist die bestellte Ware mehr als 40 Euro wert und hat der Käufer bereits einen Teil des fälligen Betrages bezahlt, muss der Verkäufer die Kosten für die Rücksendung auf jeden Fall übernehmen.

Tipps

Hier noch einmal die wichtigsten Tipps zum Einkaufen im Internet:

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16.03.2010 © Stiftung Warentest. Alle Rechte vorbehalten. nach oben