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Interview: Risiko: Monotone Bewegungen

3M Ergonomie-Maus Schnelltest
Prof. Hardo Sorgatz

test 10/2003

Prof. Hardo Sorgatz ( TU Darmstadt) ist Spezialist für bewegungsphysiologische und psychomotorische Mechanismen der Schmerzchronifizierung.

3M Ergonomie-Maus

Häufiges Arbeiten mit einer PC-Maus kann Schmerzen verursachen. Welche Symptome sind typisch?

Kraftverlust und Schmerzen im beanspruchten Organ, meist Unterarm, Hand und Fingern – häufig begleitet von Kribbeln und Taubheit.

Wann treten die Symptome auf?

Anfangs nach Beendigung der Tätigkeit, später kurz nach Arbeitsbeginn und dann bei allen Bewegungen mit dem betroffenen Glied. Das Krankheitsbild nennt sich RSI: „Verletzung nach wiederholter Beanspruchung“ (repetitive strain injuries). Beschwerden in den Bewegungsorganen, die auf leichte, häufig wiederholte Bewegungen zurückgeführt werden.

Wodurch wird RSI hervorgerufen?

Durch hochfrequentes Tastschreiben oder intensive Mausbedienung. Die Bewegungswiederholung verursacht kleine Verletzungen mit schwachen Schmerzsignalen, die sich ins Schmerzgedächtnis einprägen.

Kann RSI chronisch werden?

Diese Gefahr besteht. Hinzu kommt, dass akute RSI-Schmerzen oft unbemerkt bleiben, weil das Gehirn durch berufliche Aufgaben abgelenkt wird.

Wie lässt sich RSI behandeln?

Nur durch konsequente Umstellung des Bewegungsablaufs am Arbeitsplatz. Das ist auch nötig, wenn die Symptome durch Medikamente oder Operationen gemindert wurden. Abwechselnd genutzte Maustypen, Navigationsstifte oder geteilte Tastaturen helfen. Die Behandlung bedarf einer physio- und verhaltenstherapeutischen Anleitung in Zusammenarbeit mit Schmerzspezialisten.

Ist RSI als Krankheit anerkannt?

Es verursacht verschiedene orthopädische und neurologische Krankheiten (wie Karpal Tunnel Syndrom). Am häufigsten entsprechen RSI-Symptome der Berufskrankheit Nr. 2101, ohne dass dies Entschädigungsleistungen der Unfallversicherer nach sich ziehen muss.

An welchen Arzt kann ich mich wenden?

Sportmedizinisch versierte Ärzte (Orthopäden oder Neurologen) sollten die erste Anlaufstelle sein, um andere Ursachen auszuschließen.

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10.02.2012 . © Stiftung Warentest. Alle Rechte vorbehalten. Twitter Facebook YouTube Stiftung Warentest im Netz: