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DVD-Heimkinoanlagen: Scharfes Bild und heißer Sound für 300 Euro

DVD-Heimkinoanlagen Test

test 10/2007

Der Test zeigt, welche Anlage den Fernseher mit gestochen scharfen Bildern versorgt, und wie viele Lautsprecher man für opulenten Kinoklang braucht.

DVD-Heimkinoanlagen

Die neuen Flachbildfernseher könnten faszinierende Bilder ins Heimkino bringen – dafür reicht aber die Signalqualität eines betagten DVD-Spielers kaum aus. Den Ton dagegen liefert nahezu jeder DVD-Spieler in fast perfektem Kinosound. Aber vom dem Klangspektakel bleibt aus zwei kleinen Fernsehlautsprechern nicht viel übrig.

Wer sich den Kinospaß nach Hause holen will, muss sich etwas einfallen lassen: Moderne DVD-Heimkinoanlagen verspre­chen Besserung bei Bild und Ton. Sie bestehen aus einem DVD-Spieler, der die ­Videosignale von herkömmlichen DVDs auch auf das hochauflösende HDTV-Bildformat hochrechnen kann, einem Verstärker, der den Rundumton von der DVD lautsprechergerecht aufbereitet und einem Satz Lautsprecher samt Bassbox, der zumindest akustisch bei Bedarf den Hubschrauber um die Zimmerdecke kreisen lässt. Und weil die Audioanlage auch mal nur für die bloße Tonuntermalung ohne Bild sorgen soll, kommt noch ein UKW-Radioempfänger und vielleicht auch Mittelwelle dazu.

Alles aus einem Karton

DVD-Heimkinoanlagen Test
Unverwechselbar: Die Farben ordnen Stecker und Buchsen eindeutig einander zu.

Das Schönste: Diese Komponenten muss man nicht mühsam einzeln kaufen, sondern bekommt alles aus einer Hand. In dem Karton steckt ein Elektronikbaustein meist mit DVD-Spieler, Verstärker und Radio plus Boxen. Nur die Anlage von Yamaha, das AV-Pack 107, hat den DVD-Spieler in ein separates Gehäuse gepackt. Die Preise für die zum unserem Test eingekauften Komplettanlagen liegen zwischen knapp 300 und 1 000 Euro.

Kein Surround aus zwei Boxen

DVD-Heimkinoanlagen Test
Obere Bildhälfte: Schlechte Beschriftung und einförmige Klemmen verwirren beim Anschluss. Unten: Bunte Schraubklemmen, aber gleiche Kabel, auch das führt zu Fehlern.

Gemeinhin arbeiten Surround-Heimkinoanlagen mit fünf Lautsprechern (Satelliten) plus einer Bassbox (Subwoofer). Die Satelliten werden für perfekten Rundumton rund um die Zuhörer platziert. Wir haben aber auch Anlagen mit zwei und eine mit drei Lautsprechern geprüft, für die die Anbieter Surroundeffekte versprechen, obwohl die Boxen wie bei einer Stereoanlage nur vor dem Zuhörer stehen.

Wenig überraschend ist, dass die Zwei- und Dreikanalanlagen das Surroundsound-Versprechen kaum einhalten können. Wenn die Lautsprecher vor dem ­Zuhörer stehen, ist es kaum machbar, dass der Ton auch von der Seite oder gar von hinten kommt. Dazu bedürfte es eines speziellen Raums mit freien Wänden, bei dem über gerichteten Schall und gezielte Reflexionen Rundumton erzeugt wird. Doch wer hat schon so einen optimalen Hörraum? Dafür bekamen diese Anla­gen bestenfalls „ausreichend“, zweimal sogar „mangelhaft“ und wurden bis zum test-Qualitätsurteil hin abgewertet.

Überraschend ist allerdings, dass von diesen Anlagen, immerhin die teuersten des Tests, lediglich die JVC Sophisti DD-3 für über 900 Euro wenigstens stereo gut klingt. Philips für 700 Euro klingt bei Musik und Filmton dünn und höhenlastig, Samsung für 515 Euro wummert im Bass.

Großer Klang bei kleinem Preis

Im Gegensatz dazu: Den besten Sound liefert eine vergleichsweise billige Fünfkanalanlage für 395 Euro, die Panasonic SC-PT550. Guter Filmton, guter Stereoklang, sehr gute Surroundeffekte – Letzteres ist mit fünf Lautsprechern fast selbstverständlich.

Vergleichbar guten Klang bei gleichem Preis bietet die Panasonic SC-PT350W. Allerdings fällt diese Anlage wegen ihrer mäßigen Fehlerkorrektur bei Test-CDs und fehlerhaften DVDs auf.

Wegen ihres hohen Standby-Stromverbrauchs wurde – wie bei der Sony DAV-DZ830 auch – sogar das Qualitätsurteil der Panasonic SC-PT 350W abgewertet. Grund: Bei beiden Anlagen schlägt der Ruhestrom der kabellos per Funk mit Tonsignalen versorgten Rücklautsprecher negativ zu Buche. Zwar kann man die Lautsprecher mit einem Schalter auf ihrer Rückseite vom Stromnetz trennen, doch das ist umständlich. Besser wäre, wenn sich die Satelliten nach einer Weile ohne Ton selbsttätig ausschalten.

Insgesamt eher fürs Schmusekino statt für Actionspektakel taugt Pioneer DSC-363. Die Anlage erreicht zwar auch nachbarfeindliche Lautstärken, doch kommt sie an ihre Grenzen, wenn einem beim Star-Wars-Film akustisch die Raumschiffe um die Ohren fliegen sollen.

Wer es in seinem Heimkino richtig krachen lassen möchte: Von den Fünfkanalsystemen liefern Philips HTS 3357, Yamaha AV-Pack 107 und Samsung HT-X250 den meisten „Dampf“ im Bass. Dabei ist die Samsung HT-X250 neben den beiden Fünfkanal-Panasonic die einzige Anlage im Test, die sowohl Stereo als auch Surround „gut“ klingt. Für dieses Set muss der Kunde aber über 600 Euro ausgeben.

Für die Zukunft gerüstet

Die Schwächen der Samsung-Anlage liegen indes in ihrer Ausstattung: Der eingebaute UKW-Radiotuner ist ein Einfachmo­dell ohne Senderanzeige und Programmartenwahl. Außerdem hat er lediglich 15 Stationsspeicher. Und für das komfortable Verbinden der Heimkinoanlage mit einem herkömmlichen Fernsehgerät plus Videozuspielern wie beispielsweise eine Empfangsbox für Satellitenempfang oder terrestrisches Fernsehen und/oder einem Videorekorder fehlt auch noch ein Scart-Anschluss.

Übrigens hat auch die zweite Samsung-Anlage, die Zweikanalanlage HT-X200 für 515 Euro, diese Schwächen. Beide Anlagen sind schon auf das digitale Anschlusssystem HDMI (High Definition Multimedia Interface) ausgelegt, mit dem bislang nur aktuelle Zuspieler und Wiedergabegeräte ausgestattet sind.

Apropos HDMI: Dieser digitale Anschluss ist Voraussetzung für hochauflösendes Fernsehen (HDTV; High Definition TV), das mit mehr Bildzeilen für detailreichere Fernsehbilder sorgen soll. Mit den getesteten DVD-Spielern können zwar keine hochaufgelösten HD-Streifen wiedergegeben werden, doch rechnen alle Spieler die Standard-Zeilenzahl für HDTV-Bildschirme hoch. Schon das ergibt im Zusammenspiel mit neuen Flachbildschirmen bessere Bilder.

Gute Bilder von der Platte

Die Bildwiedergabe über den zugehörigen DVD-Spieler ist bei allen getesteten Anlagen gut oder sehr gut, jedenfalls solange es um die schlichte Wiedergabe geht. Wer genau hinsieht, dem fallen einzelne kleine Schwächen auf. Die drei Panasonic-Modelle zeigen ein wenig Rauschen, und die Zeitrafferfunktion sorgt im Bild schon mal kurzzeitig für Klötzchengrafik. Die drei Sony zeigen die Bilder etwas dunkel, was aber mit dem Helligkeitsregler am Bildschirm ohne weiteres ausgeglichen werden kann. Die Bilder des Pioneer sind leicht grünstichig.

Alle Geräte zeigen ein einwandfreies Standbild. Auch die Zeitlupe ist durchweg gut bis sehr gut. Nur der Suchlauf lässt zuweilen zu Wünschen übrig. Bei schnellerem Vorlauf gibt es nur noch ein Stakkato von Einzelbildern, das bestenfalls eine grobe Orientierung zulässt, an welcher Stelle des Films man sich gerade befindet. Dabei sind die Zeitsprünge zwischen den Einzelbildern beim Rückwärts-Suchlauf noch größer als vorwärts.

Unnötiger Verbrauch

Ein Knackpunkt bei den von uns geprüften Heimkinoanlagen ist der Stromverbrauch. Sowohl im Standby als auch im Normalbetrieb bei geringer Lautstärke gibt es im Test gravierende Unterschiede. Im Normalbetrieb reicht das Leistungsspektrum von rund 30 Watt bis etwa 150 Watt. Die Lautsprecher-Ausgangsleistung ist zwar auch von Testmodell zu Testmodell unterschiedlich, das heißt aber nicht, dass die kräftigsten Anlagen auch den meisten Strom aus dem Netz ziehen.

Des Rätsels Lösung: Viele aktuelle Anlagen arbeiten mit Digitalverstärkern, die wirklich nur dann hohe Leistungen umsetzen, wenn den Lautsprechern auch hohe Lautstärken abverlangt werden. Wer wie Yamahas AV Pack 107 auch bei kleiner Lautstärke viel Energie verbrät, handelt sich dann eben im Stromverbrauch eine schlechtere Note ein.

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10.02.2012 . © Stiftung Warentest. Alle Rechte vorbehalten. Twitter Facebook YouTube Stiftung Warentest im Netz: