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Digitales Fernsehen: Digitales Kabel (DVB-C)

02.08.2011

Bisher nutzt nur jeder dritte Kabelhaushalt digitale TV-Signale. Ein Grund: Die erforderlichen digitalen Geräte fehlen. Ein weiterer Grund: Digitales Fernsehen kostet mehr als analoges.

Digitales Fernsehen

Digitale Kabel­empfänger fehlen

Die wichtigste Voraus­setzung für digitalen Kabel­empfang ist ein funk­tionierender DVB-C-Empfänger. Den besitzen nur wenige Haushalte. Fernseher mit einge­bauten digitalen Kabel­empfängern werden erst seit wenigen Jahren angeboten, seit 2008 auch in HD. Die neue Technik war zunächst auf teure Modelle beschränkt. Außerdem unterstützen manche Kabelanbieter nur eigens zertifizierte Settop-Boxen. Nachteil: eine zusätzliche Empfangs­box und Fernbedienung zur Programm­wahl. Die Fernbedienung des Fernsehers dient nur noch zur Laut­stärke- und Helligkeits­stellung. Ältere Kabel­empfänger leiten ihre Signale über die analoge SCART-Verbindung zum Fernseher. Erst seit 2009 sind zunehmend HD-Kabeltuner verfügbar, die über den HDMI-Anschluss das hoch­aufgelöste Fernseh­bild zum Fernseher leiten.

Umstieg von analog zu digital

Fast alle Kabel­haushalte können bereits heute digitale Fernseh­signale empfangen. Anders als bei DVB-T, wo analoges Fernsehen über Nacht abge­schaltet wurde, enthalten Kabel zumindest bis 2012 sowohl analoge als auch digitale Signale. Kunden, die nur einen Analog­anschluss bezahlen, finden in der gleichen Kabeldose meist auch digitale Signale. Ein Sendersuch­lauf findet es heraus. Damit können sie die öffent­lich-recht­lichen Programme sehen, sofern sie einen Fernseher mit DVB-C-Empfänger besitzen. Für die Frei­schaltung der übrigen grund­verschlüsselten Programme berechnet Kabel Deutsch­land jedoch monatlich 2,90 Euro pro Haushalt extra. Unitymedia sogar 3,90 Euro je Empfangs­gerät. Und Telecolumbus 4,99 Euro im Monat. Zusätzlich schalten die Unternehmen ihre neuen Digital­kunden auto­matisch für kosten­pflichtige Senderpakete frei. Sie enthalten Sender wie SciFi, gute Laune TV und Sat.1 Comedy. Das kostet weitere 7 bis 10 Euro im Monat. Wer die Zusatz­programme nicht will, muss schriftlich kündigen. Besser wäre, wenn Zuschauer die Zusatz­programme schon bei Vertrags­schluss abwählen könnten. Die Tabelle zeigt die Konditionen der verschiedenen Anbieter.

Neue Geschäfts­modelle

Im Zuge der Digitalisierung entwickeln Sender und Netz­betreiber auch neue Geschäfts­modelle.

  • Grund­verschlüsselung. Sie verschlüsseln die digitalen Signale werbe­finanzierter Sender. So verkaufen die Kabelanbieter den digitalen Empfang als separate Dienst­leistung. Damit können die Sender Mitschnitte, zeit­versetztes Fernsehen und Über­springen der Werbung verhindern. Das schränkt das Fernseh­vergnügen spür­bar ein. Das Bundes­kartell­amt ermittelt derzeit gegen die Fernseh­konzerne RTL und ProSiebenSat.1 wegen des Verdachts verbotener Absprachen. Die Sender sollen vereinbart haben, digitale Free-TV-Programme nur noch gemein­sam verschlüsselt auszustrahlen und gegen Geld zugäng­lich zu machen. Außerdem sollen sie sich geeinigt haben, durch tech­nische Maßnahmen wie Anti-Werbe­blocker und Kopier­schutz­funk­tionen die Nutzungs­möglich­keiten der Programm­signale zu beschränken.
  • Adressier­barkeit. Zuschauer, die ihre Kabel­gebühr über die Miete bezahlen, sind der Kabelgesell­schaft namentlich unbe­kannt. Um die grund­verschlüsselten Sender zu empfangen, müssen Fernseh­haushalte individuelle Verträge mit ihrem Netz­betreiber abschließen. So gelangen die Anbieter an die Adressen der Zuschauer, die sie für zielge­richtete Werbung benutzen können.
  • Bezahl­fernsehen. Ist der Zuschauer erst einmal an das Bezahlen grund­verschlüsselter Inhalte gewöhnt, ist es nur noch ein kleiner Schritt zum echten Bezahl­fernsehen, bei dem einzelne Sender oder sogar einzelne Filme verkauft werden. Geräte, Verträge und Konto­verbindung sind jetzt keine Hemm­schwelle mehr.

Tipps für Kabelnutzer

  • Empfänger. Wenn Sie einen neuen Fernseher kaufen möchten, sollte das Gerät einen DVB-C-Empfänger enthalten. Der Produktfinder Fernseher zeigt bereits Modelle mit HD-fähigen Kabel­empfängern.
  • CI+. Kunden von Kabel Deutsch­land sollten außerdem auf eine CI+-Schnitt­stelle achten. Für diese Schnitt­stelle verkauft Kabel-Deutsch­and CI+-CAM.Module, in die wiederum eine sogenannte Smartkarte einge­schoben wird. Diese Smartkarte brauchen Zuschauer, um die Programme privater Fernsehsender zu entschlüsseln. Mit dem CI+-Modul können Aufnahmen verhindert werden. Weiterer Nachteil: Fernseher mit CI+-Schacht gibt es erst seit 2009. Die bereits seit vielen Jahren einge­führte CI-Schnitt­stelle ist im Kabel-Deutsch­land-Gebiet nur einge­schränkt nutz­bar: Das CI+-Modul passt zwar in CI-Schächte. Doch Sender und Netz­betreiber können den Empfang über die CI-Schnitt­stelle sperren. Möglicher­weise bleibt dann beim Kino­hit eines Privatsenders der Bild­schirm schwarz.
  • HDMI. Der neue Fernseher sollte mehrere HDMI-Eingänge besitzen. Hintergrund: Moderne Digital­empfänger, DVD- und Bluray-Spieler liefern ihre Signale per HDMI-Kabel an die HDMI-Schnitt­stelle.

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Tabelle: Digitale Programme (SD)

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09.02.2012 . © Stiftung Warentest. Alle Rechte vorbehalten. Twitter Facebook YouTube Stiftung Warentest im Netz: