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Plattenspieler von Norma: Mit komplizierter Software

08.07.2010

Norma verkauft seit Mittwoch einen Plattenspieler. Mit externem USB-Adapter zum Digitalisieren von Schallplatten. Preis: 89,99 Euro. Das passende Gerät, um endlich die alten Platten auf den PC zu bringen? Der Schnelltest klärt auf.

Plattenspieler von Norma

Schallplatten auf den PC

I Can’t Get No Satisfaction: Die alten Platten stehen seit Jahrzehnten im Schrank. Schöner und gepflegter als jede CD. Viele Schätze sind dabei. Die wollten Sie immer mal auf den PC retten? Norma bietet jetzt die Gelegenheit: Ein Plattenspieler mit USB-Adapter und Software zum Digitalisieren. Für 90 Euro. Klingt günstig. Die Plattenfreunde der Stiftung Warentest haben zugeschlagen.

Plattenspieler wirkt billig

Beim Auspacken die erste Ernüchterung. Der Plattenspieler von Norma ist nicht nur billig, er wirkt auch so. Kunststoff soweit das Auge reicht. Einfach und billig. Vor allem der Tonarm wirkt so fipsig wie beim ersten Plattenspieler aus frühen Jugendtagen. Kein Stroboskop zum Feintuning der Geschwindigkeit, keine Tonhöheneinstellung. Das Tonabnehmersystem ist fest installiert. Es lässt sich nicht wechseln. Die Auflagekraft ist fest eingestellt. Kein gutes Werkzeug zum Abspielen edler Platten.

Tonqualität passabel

Der Höreindruck ist dann aber positiv. Die Wiedergabe noch gut. Nur bei leisen Passagen rumpelt der Ton. Die Bedienung ist einfach. Die meisten Funktionen lassen sich bei geschlossener Abdeckhaube auch von außen steuern. Beim Absenken des Tonarms ist der Lift leicht gedämpft. Auch das ist positiv. Pluspunkt für den Plattenspieler von Norma: Er hat einen Entzerr-Vorverstärker. Das Gerät funktioniert also an jedem Audio-Eingang. Einen spezieller Phono-Eingang am Verstärker braucht es nicht.

Audiointerface ohne Tadel

Der mitgelieferte USB-Adapter ist passabel. Er verbindet den Plattenspieler mit dem Computer und dient als AD-Wandler für Aufnahmen (Audiointerface). Der Audioeingang ist für Plattenspieler mit Magnetsystem und für Geräte mit Line-Pegel wie Kassettendecks nutzbar. Die Eingangsempfindlichkeit lässt sich regeln. Eine Übersteuerung des Eingangs zeigt das Gerät optisch an: die grüne Betriebsanzeige wird rot.

Abstimmung mit Windows Vista

Die Tonqualität des USB-Audiointerface ist gut. Bei Windows Vista oder Windows 7 hängt sie aber sehr von der Eingangsempfindlichkeit ab, die im Betriebssystem eingestellt ist. Wer guten Ton wünscht, muss den internen Mixer des Betriebssystems sorgfältig auf den USB-Adapter abstimmen.

Die Software ist kompliziert

Norma liefert USB-Adapter und Plattenspieler mit der Software Audacity für Mac und PC. Die Installation der Software dauert nur eine Minute. Das Programm ist Freeware und steht im Netz auch kostenlos bereit. Audacity ist ein kompliziertes Programm, das es Laien nicht einfach macht. Die Ausstattung des Programms ist gut, die Handhabung aber nur mittelmäßig. Für die Digitalisierung einer großen Plattensammlung ist Audacity weniger geeignet. Das Programm frisst Zeit und Nerven.

Nur mit Geduld

Geduld ist beim Digitalisieren von Schallplatten aber auch mit guter Software gefragt: Anders als bei CDs funktioniert die Umwandlung von Schallplatten nur in Echtzeit: Eine LP mit 40 Minuten läuft auch bei der Umwandlung 40 Minuten. Time is on my Side. Wer Schallplatten digitalisiert, hat ein neues Hobby. Vielleicht aber auch neue Befriedigung.

Testkommentar: Weder Schnäppchen noch Fehlkauf
Produktbeschreibung: Dual Plattenspieler mit Audiointerface
Test: Musik digitalisieren

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09.02.2012 . © Stiftung Warentest. Alle Rechte vorbehalten. Twitter Facebook YouTube Stiftung Warentest im Netz: