Flachbildfernseher: Die Tipps der Experten
Gut sehen sie ja aus, aber welche inneren Werte sind wichtig?
Ich brauche ein neues TV-Gerät. Lohnt es sich schon, ein flaches Modell zu kaufen?
Ja, entscheiden Sie sich ruhig für einen Flachbildfernseher. Wie unsere Tests zeigen, werden flache TV-Geräte immer besser. Einfach wieder eine neue Röhre zu kaufen, ist wenig ratsam: Die meisten namhaften Anbieter haben sich aus diesem Teil des Markts verabschiedet.
Welche Bildschirmgröße ist denn empfehlenswert?
Falls Ihr neuer Flachfernseher als Hauptgerät genutzt wird, sollte er minimal 65 Zentimeter Bilddiagonale haben oder noch besser 80. Bei kleineren Geräten muss man bei Bild, Ton und Ausstattung Abstriche machen. Sie eignen sich eher als Zweitgerät. Ein ähnlich großes Bild wie beim gewohnten Röhrengerät bekommt, wer ein Flach-TV-Modell mit derselben Höhe wählt. Allerdings wird es eher rechteckig als quadratisch sein, da Flachbildfernseher für das Breitbildformat 16:9 gebaut sind. Wer zu einem Mammutschirm tendiert, muss vorher nicht nur die Schrankwand, sondern auch das ganze Wohnzimmer vermessen. Denn große Schirme brauchen viel Platz. Der Abstand zum Fernseher sollte in etwa seiner fünf- bis siebenfachen Höhe entsprechen. Ist er zum Beispiel 60 Zentimeter hoch wie bei Geräten mit 80-Zentimeter-Diagonale, sollte Ihr Fernsehsessel ungefähr drei Meter davorstehen.
Sind LCD- oder doch Plasma-Fernseher besser?
Die Displaytechnik ist nicht entscheidend. Weder LCD- noch Plasmabildschirme trugen bisher in unseren Tests eindeutig den Sieg davon. Falls Sie aber zwischen einem gleich guten LCD und Plasma wählen müssen, hilft es, die Beleuchtungsbedingungen zu berücksichtigen: Wer keine Jalousie zum Verdunkeln hat, sollte zum LCD greifen, denn der punktet bei Tageslicht mit dem helleren Bild. In dunkler Umgebung, etwa einem Heimkinoraum, sind hingegen Plasma-Fernsehgeräte tendenziell stärker. Übrigens: Diese Frage stellt sich erst ab einer Diagonale von rund einem Meter. Kleinere Fernseher sind stets LCDs.
Flache Displays sollen schnell „altern“. Stimmt das?
Nein. Ihre Lebensdauer ist keinesfalls kürzer als die von Röhren. Experten geben beiden Techniken mindestens 15 Jahre. Anzeichen für vorzeitige Ausfälle von LCD oder Plasma gebe es bisher nicht in großem Stil, ist von Anbietern, Händlern sowie deren Kundendiensten zu hören. Im Gegenteil – es seien sogar weniger Serviceeinsätze zu verzeichnen. Bekannt ist jedoch: Im letzten Drittel ihres Lebens altern alle Fernsehgeräte schneller als vorher, je nach Typ können dann Helligkeit oder auch Farbintensität abnehmen.
Wie hoch ist der Stromverbrauch der Flachen?
Mittelgroße Fernseher mit 80 Zentimetern Bilddiagonale verbrauchten in unseren letzten zwei Tests im Schnitt rund 130 Watt im Betrieb, das sind etwa 33 Euro im Jahr bei vier Stunden TV-Konsum am Tag. Die Spanne reichte aber von 108 bis 160 Watt, bei größeren Modellen von 206 bis 335 Watt. Über die Wahl der Bildschirmgröße entscheidet der Käufer also auch mit, wie viel Stromverbrauch er in Kauf nimmt.
Wer ist sparsamer im Stromverbrauch, LCD oder Plasma?
LCDs verbrauchen meist konstant viel und sind bei hellen Sequenzen wie Nachrichten oder Werbung sparsamer als Plasmageräte. Die verbrauchen je nach Szene mal mehr, mal weniger – besonders wenig beim düsteren Thriller, viel mehr aber bei der Winterolympiade. Bei gleichmäßig „gemischtem“ Bildmaterial hatten die Plasmageräte in unserem Vergleichstest tendenziell einen höheren Stromverbrauch als die LCD-Fernseher. Auch wenn die Display-Technik Einfluss hat, entscheidender ist, wie stromsparend das jeweilige Gerät konzipiert wurde. Außerdem hängt der Stromverbrauch stark von den gewählten Einstellungen ab, etwa zu Helligkeit oder zum Kontrast.
Der Flachbildfernseher meines Nachbarn hat kein so tolles Bild wie erwartet. Kann das sein?
Ja. Zwar liefert der Flache technologiebedingt eigentlich ein schärferes Bild als Röhrengeräte, die Bildauflösung muss dafür aber der physikalischen Auflösung des Bildschirms entsprechen. Das ist bei hochauflösendem TV und Blu-Ray-Discs oder HD-DVDs der Fall, dann kommt die Stärke der Flachen am besten zur Geltung. Standardfernsehen hat jedoch eine niedrigere Auflösung. Der Fernseher muss sie auf seine große Pixelzahl hochrechnen – genau das bewältigen nicht alle gleich gut. Deswegen ist es wichtig, beim Kauf auf die Bildqualität für das hauptsächlich zu Hause genutzte TV-Signal zu achten.
Ist dann die höhere Auflösung, Full HD, ein Muss?
Nein. Sie ist höchstens ratsam für alle, die auch jetzt schon oft hochauflösende Bilder auf ihrem Fernseher abspielen, wie zum Beispiel spezielle DVD-Filme über einen Blu-Ray- oder HD-DVD-Spieler oder HD Premiere abonniert haben. Mehr Pixel heißt nicht automatisch besseres Bild. So hat im Mai-Test keiner der Full-HD-Flachbildfernseher ein „Gut“ im Bildurteil geschafft. Übrigens: Falls Sie hochauflösendes Fernsehen sehen – egal ob mit normaler HD- oder Full-HD-Auflösung –, reicht ein kleinerer Sitzabstand von etwa der dreifachen Fernseherhöhe. Bei einem 60 Zentimeter hohen Gerät mit 80-Zentimeter-Bilddiagonale sind das rund 1,80 Meter. Außerdem sollten Sie bei der Raumplanung eine indirekte Lichtquelle vorsehen. Sie schont die Augen im dunklen Zimmer.
Kürzlich habe ich vom Risiko des Einbrennens bei Plasmafernsehern gelesen. Was ist da dran?
Wenn man früher bei einem Plasmagerät ein Bild lange stehen ließ, „brannte“ es sich ein, war also anschließend noch leicht zu sehen, wenn längst ein anderer Beitrag gezeigt wurde. Heute ist das extrem selten zu beobachten und spielt im Service kaum eine Rolle mehr. Automatische Funktionen wie Pixelshift oder Abschaltung des Bildschirms nach 20 Minuten schützen davor. Wer sichergehen will, sollte sämtliche Standbilder wie zum Beispiel Videotext speziell in den ersten vier Wochen vermeiden.
Werden die Flachbildfernseher bald noch besser – oder billiger?
Die Hersteller arbeiten mit Hochdruck an der Aufbereitung der Videosignale – besser werden sie also sicher noch. Dazu kommen neue Technologien, etwa bei LCDs, um Betrachtungswinkel größer zu machen oder die Hintergrundbeleuchtung an das Bild und über einen Lichtsensor auch an die Raumbeleuchtung anzupassen („Backlight“-Steuerung), was praktischerweise parallel auch Strom sparen helfen kann. Und da der Trend zu größeren Diagonalen und höherer Auflösung geht, ist ein Preisverfall bei mittelgroßen Fernsehern mit „normaler“ Auflösung (HD ready, siehe Artikel „Werbeprospekte richtig lesen“) zu erwarten.
Tipp: Fragen Sie den Händler nach Vorgängermodellen. Sobald der Nachfolger zu kaufen ist, sinkt der Preis für den Vorgänger oft spürbar. Da die Weiterentwicklung von Flachbildfernsehern sehr stürmisch ist, sollten Sie aber bei Modellen, die älter als ein Jahr sind, sehr genau hinsehen.
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