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Immobilienrente: Umkehrhypothek für mehr Rente

Immobilienrente Test

03.11.2009

In Deutschland neu: die Umkehrhypothek. Sie ermöglicht es Haus- und Wohnungseigentümern im Rentenalter, ihre Immobilie zu Geld zu machen und damit ihre Rente zu verbessern. Der Clou: Sie können zu Hause wohnen bleiben. test.de informiert über die ersten Angebote.

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Hypothek ohne Zins und Tilgung

Viele Rentner leben in ihrem abbezahlten Eigenheim, verfügen aber nur über eine geringe Rente. Es fehlt an Geld - etwa für Modernisierungen oder größere Anschaffungen. Dennoch lehnen es die meisten Ruheständler ab, ihr Haus zu Lebzeiten zu verkaufen. Eine Lösung für finanzielle Engpässe kann die Verrentung der Immobilie sein - etwa durch eine Umkehrhypothek. Und so funktio­nierts: Der Eigentümer erhält einen Kredit auf seine Immobilie, für den er weder Zinsen noch Tilgung zahlen muss. Je nach Angebot bekommt er das Geld als Rente, Einmalzahlung oder Mischform. Erst wenn der letzte Eigentümer stirbt, das Haus verkauft oder dauerhaft auszieht wird der Kredit plus Zinsen fällig. Der Kreditgeber bekommt sein Geld aus dem Verkaufserlös der Immobilie. Oder die Erben tilgen die Schulden und behalten das Haus. Umkehrhypotheken gibt es derzeit bei der Deutschen Kreditbank (DKB) und voraussichtlich ab Januar 2010 bei der Förderbank Schleswig-Hostein.

Immorentenplus der Deutschen Kreditbank (DKB)

Die Immokasse mit Sitz in Grünwald bietet mit Immorentenplus eine Umkehr­hypothek der DKB an. Bedingungen: Der Eigen­tümer muss min­desten 65 Jahre alt sein, eine schulden­freie oder nur gering belastete Immobilie besitzen, sie selbst nutzen und instand­halten. Die Immokasse zahlt den Kredit als Einmal­betrag aus. Die Kredit­summe hängt vom Alter des Rentners und vom Immobilien­wert ab. Sie liegt bei höchstens 15 bis 35 Prozent des Immobilien­werts. Das Darlehen ist relativ teuer. Durch Zinsen, Gebühren und Pauschalen verdoppelt sich die Kredit­schuld bereits nach zehn Jahren. Dies verdeutlich auch die Grafik Immobilienrente der DKB anhand eines Beispiels. Ziehen die Eigentümer nach einigen Jahren in ein Pflege­heim, müssen sie diese weitaus höhere Kredit­summe zurückzahlen. Immerhin: Eine Über­schuldung müssen sie oder ihre Erben nicht befürchten. Grund: Nur die Immobilie sichert die Rück­zahlung des Kredits ab.

Förder-Immorente der Investitionsbank Schleswig-Holstein

Das ist bei der Förder-Immorente, die die Investitionsbank Schleswig-Holstein in ihrem Bundes­land ab 2010 anbieten will, anders. Der Hausbesitzer haftet mit seinem Vermögen für die Rück­zahlung des Kredits. Durch eine vorsichtige Bewer­tung der Immobilie soll das Risiko aber minimiert werden. Das Darlehen gibt es meist als monat­liche Rente. Eine Einmal­zahlung ist nur zweck­gebunden möglich und lässt sich mit einer Rente kombi­nieren. Bedingungen für das Darlehen: Der Eigen­tümer muss mindestens 60 Jahre alt sein und seine Immobilie instand­halten. Der Kredit­nehmer entscheidet sich entweder für eine höhere Rente bis zum Ende seiner statis­tischen Lebens­erwartung oder eine niedrigere Rente bis zum 110. Lebensjahr. Die Renten­höhe richtet sich nach dem Alter des Eigen­tümers, dem Immobilien­wert und der Renten­variante. Im Vergleich zum Wert des Hauses fällt sie bescheiden aus, das Darlehen ist teuer. Dies verdeutlich auch die Grafik Förder-Immorente. Der Effektiv­zins liegt oft über 10 Prozent.

Alternative: Zustifterrente der Stiftung Liebenau

Einen anderen Weg beschreitet die Stiftung Liebenau. Sie vergibt keine Darlehen, sondern kauft älteren Menschen ihr Haus gegen ein lebens­langes Wohn­recht ab. Sie übernimmt die Instand­haltung. Die Ex-Eigen­tümer erhalten - je nach Wunsch - eine befristete oder lebens­lange Rente, eine Einmal­zahlung oder eine Kombi­nation aus Rente und Einmal­betrag. Die Zeit­rente ist ihnen auch sicher, falls sie aus­ziehen. Im Todes­fall fließt sie an die Erben weiter. Bei Auszug oder Tod gibt es zudem eine vor­her verein­barte Ab­findung für das Wohn­recht. Doch auch die Zustifter­rente ist teuer: Mit Vertrags­schluss verliert der Rentner sofort rund 30 Prozent seines Ver­mögen - für Gebühren, künftige Instand­haltungs­kosten und einen kräftigen Sicher­heits­abschlag. Dafür bekommt er ein Rente, die zusammen mit den er­sparten Instand­haltungs­kosten höher aus­fällt als bei einer Umkehr­hypothek. Nur wenn er früh auszieht oder stirbt, ist die Zustifterrente im Vergleich zur Umkehr­hypothek nachteilig.

Verrentung oder Verkauf

Die Verrentung ihrer Immobilie ist vor allem für Haus­eigen­tümer interessant, die in jedem Fall in ihrem Haus bleiben wollen und keine nahe­stehenden oder aber gut versorgte Erben haben. Mit einer Umkehr­hypothek können sie einen Teil ihrer Immobilie zu Leb­zeiten zu Geld machen. Das Darlehen ist aber teuer. Deshalb sollten sie vor Vertragsschluss den Verkauf der Immobilie zumindest erwägen - je nach gesundheitlicher und finanzieller Ausgangssituation.

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19.03.2010 © Stiftung Warentest. Alle Rechte vorbehalten. nach oben