Baufinanzierung: Versicherungen
15.03.2011
Auf einer Baustelle kann viel passieren: Ein spielendes Kind stürzt in die Baugrube oder ein Autofahrer verursacht wegen herumfliegender Planen einen Unfall. In diesen Fällen haftet der Bauherr - und zwar unbegrenzt. Das kann schnell in die Hunderttausende gehen. Für alle, die ein Haus bauen, ist daher eine Police unerlässlich: die Bauherrenhaftpflichtversicherung. Meist kostet sie weniger als ein Promille der Bausumme. Und es gibt weitere Versicherungen, mit denen Bauherren die Risiken eines Bauvorhabens absichern können.
Bauherrenhaftpflichtversicherung
Die Bauherrenhaftpflicht kommt meist für eine Bauzeit von bis zu zwei Jahren für Schäden auf, die sonst der Bauherr selbst zahlen müsste. Das gilt sogar für den Fall, dass er den Schaden grob fahrlässig verursacht hat. Der Versicherer prüft außerdem, ob Ersatzansprüche überhaupt gerechtfertigt sind und trägt die Kosten einer gerichtlichen Auseinandersetzung.
Mitversichert sind auch Pflichten, die der Bauherr schon während der Bauphase hat, etwa seine Streupflicht. Nach Ende der Bauzeit muss er die Risiken, die für ihn als Haus- und Grundbesitzer entstehen, entweder durch seine private Haftpflichtversicherung decken oder durch eine Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung. Das hängt davon ab, ob er die Immobilie nach Fertigstellung selbst bewohnt oder vermietet.
Die Bauherrenhaftpflicht kostet einen einmaligen Betrag, der abhängig von der Bausumme ist. Für den Bau eines 250 000 Euro teuren Einfamilienhauses zum Beispiel kostet sie zwischen rund 100 und 200 Euro. Auch Eigenleistungen gehen in die Bausumme ein: mit dem Preis, den ein Handwerker dafür nehmen würde. Dazu muss, wer Eigenleistung erbringt, mehr Prämie zahlen. Einige Versicherer verlangen den Zuschlag erst für Eigenleistungen im Wert von über 25 000 Euro, andere schon für die ersten 1 000 Euro.
Tipps
- Versicherungssumme. Achten Sie auf eine hohe Versicherungssumme. Sie sollte mindestens drei Millionen Euro pauschal für Personen- und Sachschäden betragen. Viele Gesellschaften bieten nur niedrigere Leistungsgrenzen an.
- Grundstück. Schließen Sie die Bauherrenhaftpflicht bereits beim Grundstückskauf ab, wenn Sie absehen können, dass das Gebäude innerhalb von zwei Jahren fertig gestellt wird. Die Haftpflicht für das unbebaute Grundstück wird so bereits vor Baubeginn ohne Zusatzkosten mitversichert.
- Um- und Ausbau. Prüfen Sie bei kleineren Bauvorhaben, ob eventuelle Schäden schon mit Ihrer privaten Haftpflichtversicherung abgedeckt sind. Das ist - je nach Versicherer - für Bausummen von 10 000 bis 100 000 Euro der Fall. Einige Tarife begrenzen die Bausumme gar nicht.
- Helfer. Private Helfer, die auf Ihrer Baustelle anpacken, müssen Sie bei der Bau-Berufsgenossenschaft anmelden. Für Ansprüche aus Arbeitsunfällen leistet die Bauherrenhaftpflicht nämlich nicht. Wichtig: Um die Absicherung durch die Berufsgenossenschaft nicht zu gefährden, müssen Sie deren Unfallverhütungsvorschriften einhalten.
Bauleistungsversicherung
Auch wenn während der Bauphase der Rohbau oder Baumaterialien zerstört oder beschädigt werden, kann das bei einer knappen Kalkulation den Finanzierungsplan und damit den gesamten Bau gefährden. Solche Risiken deckt die Bauleistungsversicherung ab. Sie kommt auf für Elementarereignisse wie Erdbeben, Witterungseinflüsse wie Wolkenbruch, Orkan, Überschwemmungen, mutwillige Zerstörung durch Unbekannte, Ungeschicklichkeit und Fahrlässigkeit von Bauarbeitern sowie Diebstahl von bereits fest eingebautem Material.
Doch auch die Bauleistungspolice deckt bestimmte Schäden nicht oder nur mit entsprechender Zusatzvereinbarung ab. So sind auf der Baustelle gelagerte Materialien zwar gegen Beschädigung, nicht aber gegen Diebstahl gesichert. Nicht versichert sind auch Schäden durch normale Witterungseinflüsse wie Frost, Pfusch am Bau, unterlassene übliche Schutzmaßnahmen der Baufirmen, An- und Umbauten an der Altbausubstanz sowie Feuer.
Tipps
- Feuerschäden. Da die Bauleistungsversicherung sie nicht deckt, sollten Sie schon zu Baubeginn eine Wohngebäudeversicherung abschließen. Feuerschäden am Rohbau sind dann bereits während der Bauphase für sechs bis zwölf Monate beitragsfrei mitversichert.
- Tests. Die Tests von Finanztest helfen die günstigsten Versicherungen zu finden.
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Tabelle: Aktuelle Tests
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