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Winterreifenpflicht: Vage Vorschrift

Winterreifen Test
Schneeflockensymbol:
Daran sind Winter- und Ganzjahresreifen zu erkennen.

test 11/2006

Eine „geeignete“ Bereifung entsprechend den Wetterverhältnissen ist inzwischen vorge­schrie­ben. Wie aber ist Winterwetter definiert?

Winterreifen

„Bei Kraftfahrzeugen ist die Ausrüstung an die Wetterverhältnisse anzupassen. Hierzu gehören insbesondere eine geeignete Berei­fung und Frostschutzmittel in der Scheibenwaschanlage“, heißt es in der Neufassung des Paragrafen 2 Absatz 3 der Straßenverkehrsordnung. Das heißt: Wer mit Sommerreifen über winterliche Straßen fährt, muss mit einem Bußgeld von 20 Euro rechnen. Behindert er den Verkehr, sind 40 Euro fällig.

Was fehlt, ist die klare Definition winterlicher Wetterverhältnisse. Winterreifen bieten nicht nur Vorteile auf Schnee, sondern auch bei überfrierender Nässe. Die trifft man in Waldschneisen oder auf Brücken schon an, wenn ansonsten noch trockene Fahrbahn und Plusgrade vorherrschen. Um gegen solche Überraschungen gewappnet zu sein, wiederholen wir unseren Rat, Winterreifen rechtzeitig aufzuziehen. Wer bis spätestens Ende Oktober die M+S-Pneus montieren lässt, vermeidet Wartezeiten beim Reifenhändler, findet noch eine große Auswahl und kann die neuen Reifen auf trockener Straße anrauen, was die Griffigkeit verbessert. Ebenso wichtig ist die Frage, was eigentlich ein Winter- oder Ganzjahresreifen ist. Eindeutig falsch ist die häufig von Autovermietern verbreitete Auffassung, dass alles, was kein Winterreifen ist, automatisch zu den Ganzjahresreifen zählt. Das ist eine Schutzbehauptung, weil fahrlässigerweise immer noch große Teile der Mietwagenflotten das ganze Jahr auf Sommerreifen unterwegs sind. Das Haftungsrisiko wird auf den ahnungslosen Kunden abgewälzt.

Winter- und Ganzjahresreifen sind auf der Flanke mit der Aufschrift M + S (Matsch + Schnee, englisch Mud + Snow) gekennzeichnet und in den vergangenen Jahren zunehmend mit dem Schneeflockensymbol versehen (siehe Foto). Der Schneeflo­cken­kennzeichnung liegt ein Traktionstest zugrunde, während die alte Kennzeichnung für M+S überholt ist: Sie schreibt nur größere Profilrillen vor, während das Kennzeichen guter Winterreifen die spezielle Gummimischung in Verbindung mit moderner Lamellentechnik ist. In den USA tragen fast alle Sommerreifen die M+S-Kennzeichnung, ohne die geringste Wintertauglichkeit aufzuweisen.

Die Profiltiefe muss gesetzlich mindestens 1,6 Millimeter betragen, in Österreich sogar drei Millimeter. Der höhere Wert ist praxisge­rechter. Zu Beginn der Wintersaison sollten die Pneus am besten noch ein Restprofil von vier Millimeter Tiefe haben.

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10.02.2012 . © Stiftung Warentest. Alle Rechte vorbehalten. Twitter Facebook YouTube Stiftung Warentest im Netz: