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Sommerreifen: Schwarz, breit, stark

Sommerreifen Test
Der Frühling naht: Zeit, wieder die Sommerreifen zu montieren.

test 03/2004

Die einzige Verbindung zwischen Auto und Straße ist der Reifen. Haften die teureren Breitreifen auf nasser und trockener Fahrbahn besser als die Standardgrößen?

Sommerreifen

Viele Autos der Kompakt- und Mittelklasse sind schon mit stattlichen 205-Millimeter-Reifen auf 16-Zoll-Felgen ausgestattet. Oft kann der Autobesitzer wahlweise aber auch 225 Millimeter breite Reifen auf 17-Zoll-Felgen aufziehen. Wir haben beide Reifengrößen auf dem gleichen Testwagen, einem Audi A4 Avant, geprüft. Bieten die teureren Breitreifen auf nassen und trockenen Straßen ein Plus an Sicherheit? Das Fazit lautet: Trotz der flacheren Querschnitte rollen die breiteren Pneus durchweg komfortabel ab. Die auf höhere Geschwindigkeiten bis zu 300 Kilometer pro Stunde ausgelegten 17-Zöller schneiden auf trockener Straße bis auf eine Ausnahme „sehr gut“ ab. Und auf nasser Fahrbahn sind sie auch nicht schlech­ter als die 16-Zöller. Zur Erinnerung: Beim Winterreifentest im Oktober 2003 fiel das mangelhafte Aquaplaningverhalten aller 225er Breitreifen auf. Die jetzt geprüften Sommerreifen des gleichen Formats brauchen nasse Fahrbahnen dage­gen nicht zu fürchten und sind deshalb eine empfehlenswerte, wenn auch teurere Alternative zu 195er oder 205er Reifen.

Sichere breite Sohlen

Sommerreifen Test
Sicherheit erfordert Sorgfalt.

Wer wegen der Motorleistung oder der Höchstgeschwindigkeit ohnehin verpflichtet ist, 225er-Breitreifen zu fahren, hat freilich nicht die Wahl, preiswertere 205er Pneus aufzu­ziehen. Auskunft über die möglichen Bereifungsgrößen geben der Kfz-Schein und der Reifenfachhandel. Der Blick in die Tabelle der 225er Breitreifen auf der gegenüberliegenden Seite zeigt: Die Reifenproduzenten haben offenbar einen hohen Entwicklungsaufwand betrieben. Keiner der sechs Kandidaten im XL-Format war im test-Qualitätsurteil schlechter als „gut“.

In der Addition der einzelnen Wertungen hatte der ausgewogene Continental SportContact 2 mit der Note „gut (2,0)“ die Nase knapp vorn. Kaum schlechter war der Goodyear Eagle F1, der ebenfalls in keiner Teilprüfung schlechter als „gut“ abschnitt und mit „sehr gut (1,1)“ auch auf trockener Straße mit dem Continental SportContact 2 gleichzog.

Pirelli P Zero Rosso und Michelin Pilot PS 2 bewiesen eine noch ein Pünktchen bessere Spurtreue auf trockener Straße: „sehr gut (1,0)“. Wegen ihres etwas schlechteren Aquaplaningverhaltens stehen sie in der Hitliste aber weiter hinten. Anders der neu entwickelte Y-Reifen (Geschwindigkeitsklasse bis 300 km/h) Dunlop SP Sport 9090: Seine hervorragenden Eigenschaften auf nasser Straße spülen ihn in der Wertung weit nach vorn, sodass er trotz Schwächen in der Verschleißprüfung den zweiten Platz in der Gesamtwertung einnimmt.

Die Wechselwirkung zwischen Nasshaftung und Verschleißfestigkeit ist bekannt. Verwendet der Reifenhersteller eine Gummimischung, die bei nasser Fahrbahn besonders viel Grip bietet, geht dieses Plus an Sicherheit bei Regen oft auf Kosten der Dauerhaltbarkeit. Für Wenigfahrer ist das ein akzeptabler Kompromiss. Wichtig bei unseren Verschleißmessungen ist die Gleichbehandlung aller Reifen. In den Konvoi-Testfahrten auf vorgegebener Route sorgen turnusmäßige Fahrer-, Fahrzeug- und Radwechsel dafür, dass alle Reifen unter absolut gleichen Bedingungen bewertet werden.

Schlusslicht in allen Teilprüfungen war der Vredestein Sportrac 2, er schnitt aber auch noch „gut“ ab. Wie beim Dunlop SP Sport 9090 ist sein Verschleiß nur „befriedigend“. Die Spurtreue auf trockener Straße ist nur „gut“ – das ist die schlechteste Note in dieser Gruppe.

Solide Leistung der Schmaleren

Sommerreifen Test
Auf trockener Fahrbahn bewiesen die Breitreifen oft die bessere Spurtreue.

Bei den 205er Reifen kann der Autofahrer unter einem Dutzend „guter“ Fabrikate wählen. Der Bridgestone Potenza RE720 führt das Feld knapp vor dem Michelin Pilot Exalto an. Auf trockener Straße ist der Michelin klar besser, auf nasser der Bridgestone – erstaunlicherweise ohne nennenswert an Verschleißfestigkeit einzubüßen. Hinter diesen beiden folgen punktgleich der preiswerte Firestone Firehawk TZ200, der Pirelli P7 und der komfortable Uniroyal Rallye 550. Weil das test-Qualitätsurteil nicht besser sein konnte als die Note für „Nasse Fahrbahn“, wurde fast jeder zweite Reifen dieser Größe abgewertet. Das trifft vor allem den preiswerten Hankook K105 Ventus Prime, der in den anderen Disziplinen deutlich besser abschnitt als auf nasser Straße. Auf trockener Piste war seine Spurtreue sogar „sehr gut“ – das schaffte mehr als die Hälfte der Konkurrenten dieser Gruppe.

Sicherer Schnelllauf

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Wie verhalten sich die Reifen bei Nässe? Das zeigt sich auf dem dauerberegneten Kurs.

Beeindruckend, dass alle getesteten 16- und 17-Zöller auch in Geschwindigkeitsregionen sicher sind, die nur sehr selten ein Autofahrer erreicht. Schließlich verkrafteten die V-Reifen schadlos mehr als Tempo 240, die W-Reifen über 270 und die Y-Reifen sogar mehr als Tempo 300.

Wer aus optischen Gründen zum Beispiel seinen 55-kW-Golf mit 225er Reifen bestückt, verfügt also jederzeit über ausreichende Sicherheitsreserven – zumindest vom Frühjahr bis zum Herbst. Danach ist die Umrüstung auf Winterreifen dringend angeraten. Die speziellen Gummimischungen von Hochgeschwindigkeitsreifen verlieren nämlich bei Kälte rapide an Haftung. Anders als bei den langsameren Kleinwagenreifen sind Ganzjahresreifen in den geprüften Geschwindigkeitsklassen W und Y deshalb kein Thema.

Die Frage der Umrüstung auf ein breiteres Format stellt sich nicht nur beim Kauf eines Neuwagens, sondern häufig gerade jetzt im Frühjahr, wenn die Winterreifen abmontiert und bis zur nächsten Saison eingelagert werden.

Viele entscheiden sich dafür, die Winterreifen auf den schmaleren 16-Zoll-Stahlfelgen zu belassen und leisten sich einen separaten Satz formschöner 17-Zoll-Alufelgen für die breiteren Sommerreifen. Das ist zwar eine Investition, spart aber in der Folge zweimal pro Jahr wenigstens das Geld für die Ummontage auf die Felgen, was die Reifen auf Dauer auch nicht gerade schont.

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10.02.2012 . © Stiftung Warentest. Alle Rechte vorbehalten. Twitter Facebook YouTube Stiftung Warentest im Netz: