AutokindersitzeIsofix fährt vorn

Auch wenn es teuer ist: Sicherer fahren Kinder in einem speziellen Sitz für ihre Altersklasse. Einen „guten“, der drei Gruppen mitwächst, fanden wir nicht.
Mitwachsende Kindersitze sind eigentlich eine gute Idee. Sie ersparen mehrere Sitze, die der Sprössling bis zum zwölften Lebensjahr oder 1,50 Meter Körpergröße braucht. Doch im diesjährigen Test von 17 Autokindersitzen schnitten von den Mitwachsenden nur die drei Sitze der Normgruppe II/III für Kinder ab etwa vier Jahren „gut“ (Concord Lift Protect und Römer VIP) beziehungsweise „befriedigend“ ab (Römer Kid plus). Alle vier Sitze der Normgruppe I/II/III, die schon nach dem ersten Lebensjahr genutzt werden können, bekamen nur ein „Ausreichend“. Beim Chicco Max-3s und beim Nania Dream Way werden schon kleine Kinder ab etwa einem Jahr ohne Hosenträgergurt, nur mit dem Dreipunkt-Autogurt gesichert. Der Gurt kann leicht von der schmalen Schulter des Kindes abrutschen. Wenn die Kinder über vier Jahre alt und größer sind, reicht die Autogurtbefestigung jedoch aus. Allerdings nur unter der Voraussetzung, dass der Gurt durch die dafür vorgesehenen Haken an der Kopfstütze des Kindersitzes geführt wird. Lässt man, wie oft zu beobachten ist, die Kopf- und Rückenstütze weg und transportiert das Kind nur auf dem Boosterkissen, verschlechtern sich der Sitzkomfort und die Sicherheit bei Frontal- und Seitenunfällen stark.
Die Autokopfstütze vom Rücksitz sollten Sie jedoch entfernen, damit sich die hohe Rückenlehne mitwachsender Kindersitze bündig an den Autositz anlegt und nicht zu steil steht. Sie muss selbstverständlich wieder eingesetzt werden, bevor Erwachsene den Sitzplatz nutzen.
Sicher und bequem: Isofix

Am besten schnitten in unserem aktuellen Test Modelle ab, die nur für eine oder zwei Altersklassen konzipiert sind. Und besonders sicher und praktisch ist, wenn sie mit dem so genannten Isofixsystem im Fahrzeug fest verankert werden können. Der Kauf der teuren Isofixsitze macht allerdings nur Sinn, wenn das Auto bereits mit Isofixhalterungen ausgestattet ist: Bei Befestigung mit dem üblichen Dreipunktgurt ist so ein Sitz nicht sicherer als andere Modelle. Unsere „guten“ test-Urteile für Römer Duo und Wavo gelten deshalb nur, wenn diese Sitze mit Isofixhaken befestigt werden. Vorsicht: Selbst wenn das Auto mit Isofix ausgestattet ist, darf nicht jeder Isofixsitz verwendet werden. Eine Typliste, die Auskunft darüber gibt, für welche Autos welche Sitze freigegeben sind, ist auf den Internetseiten der Hersteller aktuell nachzulesen. Wichtig ist in jedem Fall die umsichtige Befestigung. Beim Fahren und erst recht bei einem Unfall zerrt das gesamte Gewicht von Kind und Sitz an den Isofixkupplungen. Deshalb müssen die Haken korrekt und fest einrasten. Obacht! Fremdkörper (Kleidungsstücke, Spielzeug) an den Befestigungselementen sind zu entfernen.
Gebräuchlich: Universalsitze

Die meisten Autokindersitze werden noch immer mit dem Dreipunktgurt des Autos befestigt, nach dem so genannten Universalsystem. Auch hier müssen die Gurte exakt nach Anleitung verlegt werden, damit der Sitz nicht wackelt und das Kind gut geschützt ist.
Babys werden üblicherweise mitsamt der Schale ins Auto gesetzt beziehungsweise herausgenommen. Das heißt, die Prozedur des Sitzeinbaus ist vor jeder Fahrt erneut zu erledigen. Hier können leicht Fehler gemacht werden. Insbesondere wenn Gurte falsch angelegt werden, ist die Unfallsicherheit schlechter. Eine Basis, die fest angeschnallt im Auto bleibt, wie zum Beispiel beim Chicco Auto-Fix, vereinfacht den Einbau. Die Schale rastet beim Einsetzen selbsttätig ein. Schauen Sie aber vorher nach, ob sich keine Gegenstände wie Spielzeugteilchen oder auch Kekskrümel in der Basis befinden, die das sichere Einrasten behindern. Kinder bis zu vier Jahren werden in der Sitzschale mit dem Harnisch, also einem Hosenträgergurt, festgeschnallt. Wichtig: Nach dem Schließen muss der zentrale Gurtspanner strammgezogen werden.
Wohin mit dem Kindersitz?
Die Isofixbefestigungen befinden sich im Auto meistens auf den hinteren Außenplätzen. Universalsitze können dagegen an jedem Platz im Auto installiert werden, wo ein Dreipunktgurt vorhanden ist. Jedoch gehören Babyschalen, die gegen die Fahrtrichtung montiert werden, nicht auf den Beifahrersitz, wenn es dort einen Airbag gibt, der nicht abgeschaltet ist. Allerdings sind die schweren, großen HTS-Sitze, die Kinder bis zu vier Jahren rückwärts gerichtet transportieren, hinten im Auto kaum zu montieren. Was der Sicherheit dient, gestaltet sich vor allem in dreitürigen Kleinwagen extrem schwierig. Wichtig: Schnallen Sie auch leere Autokindersitze beim Fahren stets fest an, damit sie nicht beim plötzlichen Bremsen oder einem Unfall durch das Auto geschleudert werden und dabei Fahrzeuginsassen verletzen können.
Vor dem Kauf: Ausprobieren
Beim Kauf eines Autokindersitzes sollte man den Nachwuchs und das Auto dabei haben. Denn ob das Kind bequem in den Sitz passt und der Verstellbereich noch Größenzuwachs erlaubt, muss man ausprobieren. Wenn es um den Einbau des Kindersitzes geht, ist Fachberatung erforderlich. Oft gibt erst der Probeeinbau Aufschluss darüber, ob der Kindersitz besser vorn (zum Beispiel in zweitürigen Karosserien) oder hinten (falls der Beifahrerairbag nicht abgeschaltet ist) auf einem Außen- oder Mittelplatz montiert wird.
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