Autokindersitze: Die beste Lösung suchen
Mitwachsende Kindersitze sind oft ein schlechter Kompromiss. Für Kinder, die 9 bis 36 Kilogramm wiegen, schaffte diesmal keiner ein „Gut“. Es gibt bessere Lösungen.
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Autos und Kindersitze
Produktfinder Autokindersitze
Wer sein Kind im Auto stets sicher transportieren will, muss bis zum zwölften Lebensjahr bis zu drei verschiedene Autokindersitze kaufen: Zuerst eine entgegen der Fahrtrichtung montierte Babyschale, die bis 13 Kilo Körpergewicht ausreicht (Normgruppe 0+), dann einen Sitz der Gruppe I bis 18 Kilogramm, schließlich einen mitwachsenden Sitz bis das Kind zwölf Jahre alt oder 1,50 Meter groß ist (Gruppe II/III). Das kostet insgesamt etwa 360 Euro.
In einem europäischen Gemeinschaftstest haben wir 16 neue oder verbesserte Modelle von Autokindersitzen all dieser Größen getestet und bewertet. Neben Komfort und Handhabung stand die Sicherheit im Mittelpunkt der Prüfungen. Mehr als 140 Crashversuche wurden durchgeführt, frontal und von der Seite – mit Dummys unterschiedlicher Größe.
Babyschalen: Viermal „gut“
Ein schöner Erfolg zeigte sich im Segment der Babyschalen: War im Vortest (test 6/2003) allein der Römer Baby-Safe plus „gut“, so erreichten jetzt auch drei Konkurrenten den Bereich der „guten“ Noten – hinter dem aktuellen Römer mit 5-Punkt-Gurt. Der Maxi-Cosi Cabrio liegt beim Unfallschutz gleichauf und ist in der Handhabung nur geringfügig schlechter. Rundum „gut“ sind auch der teurere Bébé Confort Creatis sowie der leichte Kiddy Protect, mit 84 Euro die preiswerteste Babyschale in diesem Test.
Die vorwärts gerichteten Autokindersitze erreichten beim Frontalaufprall bestenfalls eine „befriedigende“ Wertung, der Seitenaufprallschutz ist jedoch bei einigen Modellen besser geworden. In den Wavo/Bimbo-Sitzen kommen inzwischen die neuen, verbesserten Gurtschlösser zum Einsatz. Dass beide Sitze im Test dennoch nur „ausreichend“ abschnitten, lag an der Möglichkeit einer Fehlbedienung. Der Zentralspanner des Gurtsystems kann durch Einklemmen des Bezugstoffs ungewollt geöffnet werden.
Mithilfe spezieller Untergestelle erlaubt der Wavo/Bimbo Fix (Normgruppe 0/I) die Isofix-Befestigung. Das Gestell RWF ermöglicht damit auch für Kinder bis maximal 18 Kilogramm (etwa vier Jahre) den beim Frontalcrash sichereren Transport entgegen der Fahrtrichtung. Als einziger „guter“ Isofix-Sitz ist nach wie vor der Römer Duo plus aus dem Vortest (test 6/2003) unverändert im Handel. Wer im Auto keine Isofixbefestigungen hat, kann sich die rund 100 Euro Mehrpreis freilich sparen, wenn er in der Gruppe I den neuen Römer King TS wählt. Der Nachfolger des Quickfix mit einem verbesserten Klappmechanismus zur einfachen, sicheren Befestigung auch in zweitürigen Autos erreichte mit „gut (2,1)“ die beste Note in dieser Gruppe.
Kein Sitz für alle
Zwiespältig beurteilen wir die drei mitwachsenden Kindersitze der Gruppen I/II/III. Diesmal schaffte keiner von ihnen die Note „gut“ . Der Recaro Start wurde in der neuesten Version „Pro“ zwar in vielen Punkten verbessert, er verspielte diese Vorteile jedoch wegen erhöhter Belastungswerte beim Frontalcrash, wo der Beckengurt in den Bauch rutschte. Immerhin ist die Kopfstütze für besseren Seitenaufprallschutz jetzt seitlich weiter vorgezogen und fest mit der Rückenlehne verbunden. Für Kinder bis zu 18 Kilogramm steht zur Sicherung ein Fangkörper (Pralltisch) zur Verfügung. Auch der HTS BeSafe 1-2-3 wurde wegen der erhöhten Belastungswerte beim Frontalcrash auf „befriedigend“ abgewertet. Zwar ist dieser Sitz für die Gruppen I/II/III deklariert und zugelassen, allerdings rät der Anbieter in der Bedienungsanleitung, den Sitz nicht zu verwenden, bevor das Kind zwei bis zweieinhalb Jahre alt ist. Erst dann verläuft der Schultergurt nicht mehr am Hals entlang, was bei einem Unfall ein hohes Verletzungsrisiko bedeutet. Nach Testende hat der Anbieter mitgeteilt, dass die Fixierklammer, die an der Rückenstütze befestigt für den richtigen Verlauf des Schultergurtes sorgt, immer benutzt werden muss. Der Sitz soll künftig erst ab Normgruppe II freigegeben sein. Schon im Test 2002 bemängelten wir, dass HTS keine klare Altersempfehlung für diesen Kindersitz gibt. Unser Rat im Segment I/II/III: Wählen Sie den Kiddy Life Plus, der im Vortest ein „Gut (2,3)“ erreichte.
„Gute“ Resultate gab es bei den Gruppe-II/III-Sitzen, die ab etwa drei bis vier Jahren verwendet werden können. Der Concord Lift Evo und der Maxi-Cosi Rodi XP, beide mit verbessertem Seitenaufprallschutz, wurden punktgleich mit „gut (2,0)“ bewertet und landen damit knapp vor dem Vorjahressieger Römer Kid.
Nie ohne Kopf- und Rückenstütze
Mitwachsende Autokindersitze bestehen in der Regel aus zwei Teilen, der Kopf- und Rückenstütze und der Sitzerhöhung. Nach den Empfehlungen einiger Anbieter, zum Beispiel HTS und Kids im Sitz, soll für Kinder ab 18 beziehungsweise ab 25 Kilogramm (Normgruppen II oder III), also schon ab etwa vier bis sechs Jahren, die Rückenlehne abgenommen und nur noch das Sitzkissen verwendet werden. Weil die Kopf- und Rückenstütze jedoch wichtige Sicherheitsfunktionen erfüllt, raten wir, sie so lange wie möglich zu verwenden. Schon beim Kauf eines Autokindersitzes lässt sich der Verstellbereich ausprobieren und beurteilen, ob er noch ausreicht, bis das Kind 1,50 Meter groß ist.
- Die Kopf- und Rückenstütze dient nicht nur dem Sitzkomfort des Kindes.
- Sie verbessert den Unfallschutz besonders beim Seitenaufprall.
- Sie optimiert den Verlauf des Sicherheitsgurtes über der Schulter.
- Sie unterstützt eine senkrechte, sichere Sitzhaltung des Kindes.
Die ausgezogene Rückenlehne des Kindersitzes kollidiert manchmal mit der nach vorn geneigten Kopfstütze des Autositzes, legt sich daher nicht gut an der Rücksitzlehne an und steht so unnötig steil. Das begünstigt das Herausfallen des einschlafenden Kindes. Es empfiehlt sich in solchen Fällen, die Kopfstütze des Autositzes zu entfernen oder herumzudrehen. Ist das Kind 1,50 Meter groß oder zwölf Jahre alt, wird es mit dem Dreipunktgurt des Autos gesichert. Jetzt wird die Kopfstütze an diesem Platz wieder benötigt. Ohne sie wäre der Unfallschutz geringer als vorher mit einem Kindersitz.
Sicherheitstipp: Transportieren Sie niemals Gegenstände wie Schirm, Autoatlas oder Verbandskasten auf der (Hut-)Ablage hinter dem Rücksitz. Bei einem Unfall werden solche Gegenstände zu gefährlichen Geschossen, die die Insassen erheblich verletzen können.
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