Steuererklärung

Die Steuererklärung lohnt sich. Arbeitnehmer konnten damit bisher im Schnitt rund 850 Euro zurück­holen. Besonders leicht bringen Kirchen­steuern, Spenden, die Kosten für Haus­halts­hilfen und Hand­werker sowie Parteibeiträge Geld zurück. Steuerzahler sollten darauf achten, dass im Steuer­bescheid alles wie gewünscht berück­sichtigt ist. Die Formulare für die Jahres­abrechnung erhalten sie gratis beim Finanz­amt oder im Internet – auf Wunsch auch kostenlos als Steuer­programm ElsterFormular.

Wer sparen kann

Einkommensteuer sparen können bei der Jahres­abrechnung zum Beispiel

  • Rentner und Pensionäre mit ihren Bei­trägen für die Kranken­versicherung und Haft­pflicht- und Unfall­policen,
  • Steuerzahler mit Verlusten – zum Beispiel aus Neben­jobs oder Mietimmobilien,
  • Eltern, die ein Kind bekommen haben,
  • Paare, die geheiratet haben,
  • Ehepartner, die ungüns­tige Steuerklassen auf den Lohn­steuerkarten hatten,
  • Anleger, deren Steu­ersatz güns­tiger als die Abgeltung­steuer ist,
  • Arbeitnehmer, die nur einen geringen Teil des Jahres berufs­tätig waren oder nur geringe Einkünfte haben und ansonsten Lohn­ersatz wie Kurz­arbeiter-, Eltern-, Kranken- oder Arbeits­losengeld erhalten.

Mit welchen Ausgaben sich sparen lässt

Viele Menschen können auch Sonder­ausgaben, Werbungs­kosten, außergewöhnliche Belastungen oder Dienst­leistungen im Haushalt beim Finanz­amt abrechnen. Sonder­ausgaben, die jeder absetzen kann, sind zum Beispiel die Beiträge für die Kranken- und Pflege­versicherung. Spenden für kirchliche, mild­tätige oder kirchliche Zwecke lohnen sich, wenn sie höher als der Sonder­ausgabenpausch­betrag von 36 Euro im Jahr sind. Unterhalt an bedürftige Angehörige zahlt sich vom ersten Cent als außergewöhnliche Belastung aus – genauso wie Arbeits­kosten für Hand­werker im Haushalt. Auch Krank­heits- und Pflege­kosten sind ein Fall für das Finanz­amt, wenn sie über die zumut­bare Belastung hinaus­gehen.

Auch Studenten können Vorteile nutzen

Parteimitglieder setzen ihre Beiträge, Kirchen­mitglieder ihre Kirchen­steuer und Eltern Kinder­betreuungs­kosten als Sonder­ausgaben ab. Bei Studenten sind die Ausbildungs­kosten Sonder­ausgaben, wenn sie das erste mal studieren. Arbeitnehmer rechnen Werbungs­kosten wie Gewerk­schafts­beiträge und Fort­bildungs­kosten ab, wenn diese über den Arbeitnehmerpausch­betrag von 1 000 Euro im Jahr hinaus­gehen.

Geförderte Alters­vorsorge

Für viele Menschen lohnt sich auch die geförderte Alters­vorsorge. Sie sparen Steuern, Sozial­abgaben oder bekommen Zulagen, wenn sie für die Rente in einen Riester-, Rürup oder Firmen­vertrag investieren. Riester- Sparer müssen dafür die Anlage AV zur Steuererklärung ausfüllen. Rürup-Sparer machen ihre Angaben auf der Anlage Vorsorgeaufwand.

Wann die Steuererklärung fertig sein muss

Viele Steuerzahler können freiwil­lig eine Steuererklärung abgeben. Sie haben dafür vier Jahre Zeit. Ist die Steuererklärung Pflicht, müssen die Unterlagen dagegen spätestens am 31. Mai beim Finanz­amt sein. Wer nicht fertig wird, kann die Abgabe­frist verlängern lassen. Nur wenn Steuerberater oder Lohn­steuer­hilfe­ver­eine die Abrechnung erledigen, hat jeder bis 31. Dezember Zeit.

Steuern nach­zahlen

Zu Nach­zahlungen kann es kommen, wenn Arbeitnehmer in einem Jahr hohe Einkünfte hatten und auch Lohn­ersatz bezogen haben – etwa Eltern­geld oder Kurz­arbeitergeld. Solche Leistungen sind zwar steuerfrei, das Finanz­amt wendet aber den „Progressions­vorbehalt“ an. Dadurch fällt der Steu­ersatz für das zu versteuernde Einkommen dann höher als sonst aus. Steuer­nach­zahlungen drohen außerdem, wenn jemand

  • Unterhalt vom früheren Ehepartner versteuern muss,
  • Einkünfte aus selbst­ständiger Arbeit, Mieten oder gesetzlichen Renten noch nicht versteuert hat oder
  • auf seiner Lohn­steuerkarte einen zu hohen Frei­betrag hatte.

Den Steuer­bescheid schnell prüfen

Verlangt das Finanz­amt im Steuer­bescheid zu viel Steuern, etwa weil etwas falsch berechnet wurde, können Steuerzahler das inner­halb eines Monats mit einem Einspruch reklamieren. Auch die Muster­prozesse anderer Leute können Steuerzahler mit einem Einspruch gratis mitgewinnen. Am Anfang des Steuer­bescheids sehen sie, in welchen Punkten die Abrechnung auto­matisch offen bleibt, weil es dazu Muster­verfahren beim Bundes­finanzhof, Bundes­verfassungs­gericht oder beim Europäi­schen Gerichts­hof gibt. Worum es im Detail geht, steht weiter hinten im Steuer­bescheid.

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