Mietkaution

Für den Vermieter ist sie eine kleine Sicherheit, für den Mieter ein ärgerliches Übel: die Mietkaution. Die Mietkaution führt zu vielen Gerichts­verfahren – und die Streit­punkte sind vielfältig: Unter welchen Umständen darf der Vermieter die Mietkaution einbehalten? Wann muss der Vermieter die zurück­zahlen? Kann der Mieter die Kaution abwohnen? Muss der alte oder der neue Eigentümer die Kaution zurück­zahlen, wenn zwischen­zeitlich der Eigentümer des Miets­hauses gewechselt hat? test.de hat die wichtigsten Fragen rund um die Mietkaution gebündelt und beantwortet.

Alternativen zum Spar­buch als Mietkaution

Zwischen 20 und 30 Milliarden Euro liegen etwa auf deutschen Mietkautions­konten. Ein guter Teil davon wird jedes Jahr aufs Neue angelegt, weil Millionen Mieter umziehen. Klassisch ist die Anlage der Kaution auf einem Konto des Mieters oder Vermieters für die Dauer der Miet­zeit. Für die Banken ist das lukrativ. Denn das Geld liegt oft viele Jahre unangetastet bei den Kredit­instituten und wird von ihnen oft nur mager verzinst. Leider gibt es für Mieter und Vermieter wenig alternative Anlagen, die mehr Zinsen bringen und genauso wenig riskant sind wie das Kautions­spar­buch. Private Vermieter, die die Mietkaution ihres Mieters anlegen, sollten darauf achten, dass das Geld auf einem so genannten Treu­hand­konto liegt. Nur dann liegt es getrennt vom privaten Vermögen des Vermieters – so wie es das Gesetz verlangt. Leider können die etwas besser verzinsten Tages­geld­konten in der Regel gerade nicht als solche Treu­hand­konten geführt werden. Den Direkt­banken bedeutet das offen­bar zuviel Mühe.

Kautions­versicherung teurer Ersatz für Mietkaution

Einige Versicherer versuchen derzeit in das Geschäft rund um die Mietkaution einzusteigen. Gemein­sam mit Vertriebs­firmen wie Eurokaution, Kautions­frei oder Deutsche Kautions­kasse bieten sie ein Alternativ­produkt an, das Kautions­versicherung oder Kautions­bürg­schaft genannt wird. Statt dem Vermieter eine klassische Mietkaution zu über­lassen, zahlt der Mieter dabei einer Versicherung Geld. Sie steht dann dem Vermieter als Bürgen zur Verfügung steht, falls der Mieter nach dem Auszug noch etwas schuldig bleibt. Die Kautions­versicherung erscheint auf den ersten Blick als clevere Lösung eines Geld­problems bei einem Umzug: Denn oft bekommen Mieter ihre Kaution für die alte Wohnung erst Monate später zurück, müssen aber schon zum Einzug drei Monats­mieten Kaution an den neuen Vermieter zahlen. Das kann sich nicht jeder leisten.

Bank­bürg­schaft billiger als Kautions­versicherung

Auf lange Sicht ist die Kautions­versicherung aber ein teures Produkt. Der Mieter einer Wohnung, die beispiels­weise monatlich 700 Euro netto kostet, müsste jähr­lich rund 100 Euro für die Kautions­versicherung zahlen. Im Gegen­satz zur Kaution sieht er dieses Geld nie wieder, auch nicht nach einem Auszug. Wer die Kautions­summe irgendwie aufbringen kann, sollte deshalb die Kautions­versicherung meiden. Und wenn das Geld dafür nicht da ist, ist ein Gang zur Bank ratsam. Diese bieten Mietbürg­schaften an, die Vermietern als Sicherheit dienen und mitunter sehr viel günstiger sind als die Kautionsversicherungen.

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14.02.2012 - Versicherer rühren derzeit die Werbetrommel für Kau­tionsversicherungen. Statt dem Vermieter eine klassische Mietkaution zu überlassen, zahlt der Mieter dabei einer Versicherung Geld. Sie steht dann dem Vermieter als Bürgen zur Verfügung steht, falls der Mieter nach dem Auszug noch etwas schuldig geblieben ist. Die Experten von Finanztest haben untersucht, was die Versicherungsangebote kosten, was sie leisten und ob sie unter dem Strich wirklich als Alternative zur klassischen Bürgschaft taugen....Zum Test

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