Kurs Betriebswirtschaft und Kaufmännisches Wissen
Wirtschaftswissen ist inzwischen in vielen Berufen gefragt. Bei Personalentscheidern steht das Basiswissen in Businessfragen neben IT- und Fremdsprachenkenntnissen deshalb ganz oben auf der Liste der Qualifikationen, die Mitarbeiter haben sollten. Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es im Sektor Betriebswirtschaft viele. Einige davon hat die Stiftung Warentest unter die Lupe genommen. Die Tester haben beispielsweise verdeckt an Kursen zu Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre oder Grundlagen der Buchführung teilgenommen, Planspiele absolviert und Übersichten über Fernkurs-Angebote und Abschlussarten erstellt.
Bessere Chancen im Beruf dank BWL
Studien belegen, dass es häufig an kaufmännischen Kompetenzen hapert: Existenzgründer wissen oft zu wenig über wirtschaftliche Zusammenhänge und selbst Manager kennen sich manchmal nur mäßig mit dem Thema Finanzen aus. Was ihr Wirtschaftswissen angeht, überschätzen sich viele zudem. Wer kann erklären, was Eigenkapitalrendite, Deckungsbeitrag oder Cash-Flow sind? Machen Sie den Selbsttest und beantworten Sie die Fragen im Quiz zum Wirtschaftswissen im Special der Stiftung Warentest „Neues lernen für den Job“. Fest steht: Mit Blick auf Job- und Aufstiegschancen sollte sich im Grunde jeder ein gesundes ökonomisches Grundwissen aneignen.
Betriebswirt: Auf den richtigen Abschluss achten
Doch welche Fortbildung zum Betriebswirt ist die richtige, welcher Abschluss ist mehr wert? Die Stiftung Warentest hat die Dauer, die Kosten und die Voraussetzungen von 14 betriebswirtschaftlichen Abschlüssen zusammengestellt. Die Weiterbildungsexperten empfehlen allen Nicht-Kaufleuten, die sich Basiswissen aneignen wollen, den Europäischen Wirtschaftsführerschein EBC*L. Das ist ein international anerkanntes Zertifikat, das in drei Stufen erworben werden kann. Für Menschen mit kaufmännischer Ausbildung und Berufserfahrung ist der Abschluss als staatlich geprüfter Betriebswirt interessant, vor allem weil er die Fachhochschulreife beinhaltet und den Weg zum Master eröffnet – auch ohne Abitur. Den bis zu 60 000 Euro teuren Studiengang zum Master of Business Administration (MBA) brauchen dagegen nur Berufstätige, die eine gehobene Führungsposition anstreben.
Am besten lernen – im Fernstudium oder im Seminar?
Eine weitere wichtige Frage betrifft die Lernform. Ein Fernstudium macht zeitlich und räumlich flexibel. Selbstdiszipliniertes Alleinlernen liegt aber nicht jedem. Das Spektrum der Fernlernangebote reicht von Grundlagenkursen bis zu MBA-Abschlüssen. In einer Marktübersicht hat die Stiftung Warentest 52 Fernlehrgänge BWL verglichen. Neun Fernstudien-Angebote kamen detaillierter unter die Lupe der Tester. Klar wurde: Ein betriebswirtschaftliches Fernstudium bedeutet, ganze Papierberge durchzuarbeiten – und nicht immer ist die trockene Materie in den Lehrmaterialien anschaulich aufbereitet.
BWL, Wirtschaftsführerschein, Buchführung: Lernen vor Ort
Dann doch lieber angeleitet von einem Dozenten lernen? Präsenzkurse sind die Klassiker der Weiterbildungsangebote. 21 Grundlagenkurse zur Betriebswirtschaft und zum Europäischen Wirtschaftsführerschein haben die Tester besucht. Sie wollten herausfinden: Wie viel Wirtschaftswissen lernt man wirklich in vier Tagen? Das Ergebnis: Kurzkurse haben ihre Grenzen und liefern selten den versprochenen Gesamtüberblick. In den Lehrgänge zum EBC*L sind die Inhalte klarer definiert. Eine Herausforderung für jeden Dozenten ist es, das spezielle Thema Buchführung praxisnah rüberzubringen. Wie das gelingt, prüften die Tester in 16 Grundlagenkursen. Wenn es um „Soll und Haben“ ging, überwog leider der Frontalunterricht. Drei Seminare jedoch überzeugten didaktisch – zum Beispiel mit Übungen und einem Musterfall, an dem die Rechenprobe aufs Exempel durchexerziert werden konnte.
Planspiele trainieren Wirtschaftswissen
Betriebswirtschaftslehre lässt sich auch spielerisch lernen. Planspiele sind eine weitere Zugangsform zum Thema. Sieben davon haben die Weiterbildungsexperten getestet. Oft wird darin die betriebliche Realität simuliert – sei es, dass eine erfolgreiche Speditionsfirma oder ein gut gehender Restaurantbetrieb aufgebaut werden soll oder dass der Spieler als Regierungschef zwölf Jahre sein Land führen muss. Der Zusammenhang von Ursache und Wirkung einer Entscheidung kann auf diese Weise virtuell ausprobiert werden – mit Lerneffekten, die sich auch im Arbeitsalltag anwenden lassen. Planspiele trainieren komplexes Denken und BWL-Kenntnisse – und das mit Spaßfaktor.





