Fisch und Meeresfrüchte

Alaska-Seelachs ist seit Jahren der Verkaufs­hit in Deutsch­land. Er stellte zuletzt 23 Prozent des verkauften Fischs, gefolgt von Hering (18,5 Prozent) und Lachs (12,5 Prozent). Die Stiftung Warentest testet regel­mäßig die Qualität von Fisch – von Lachfilets, Räucherlachs, Fischstäbchen, Matjesfilets, Schlemmerfilets oder Garnelen. Aber wie ernst nehmen es die Anbieter mit dem Tier­schutz und Umwelt­schutz? Die Tester haben den Einsatz der Hersteller für diese Aspekte in ergänzenden Unter­suchungen ermittelt, im CSR-Test Lachs und der CSR-Test Garnelen. Das Buch Fisch und Meeresfrüchte bietet 80 passende Rezept­ideen. Mehr

Zucht­lachs aus Aquakultur schlägt Wildlachs

Lachs macht Appetit: Orange-rosa Fleisch, kräftiges Aroma, gesunde Fett­säuren und oftmals gar nicht teuer. Zucht­lachs dominiert den Markt und stammt hier­zulande meist aus Norwegen. Vor Jahr­zehnten standen norwegische Lachs­farmer in der Kritik, weil sie sehr viele Lachse auf engem Raum hielten und sie mit einem Über­maß an Antibiotika fit hielten. Der Test von Lachsfilets zeigt, dass sich die Lebens­bedingungen für die Fische in Aquakulturen verbessert haben und dass durch­aus Fische guter Qualität von dort kommen. Sorge macht tief­gefrorener Wildlachs – die Filets im Test waren geschmack­lich nicht gut. Die Tester deckten auf, dass der Wildlachs oft schon eine halbe Welt­reise von bis zu 20 000 Kilo­metern hinter sich hat. Zwischen Fang und Ankunft im Handel kann mehr als ein Jahr vergehen, beschreibt der CSR-Teil des Lachstests. Beim Test von Räucherlachs enttarnten die Tester sogar einen vermeintlichen Wildlachs als Zucht­lachs.

Herz­gesunde Omega-3-Fett­säuren

Fette Seefische wie Lachs, Hering und Makrele sind gesund für Herz und Kreis­lauf. Sie enthalten die wert­vollsten Omega-3-Fett­säuren über­haupt, die Eicospentaensöure (EPA) und die Docos­hexa­ensäure (DHA). Sie sollen Entzündungen hemmen, das Immun­system und das Hirn in Schwung halten. Die Fisch­fett­säuren wirken nach­weislich im Lachs, aber womöglich nicht isoliert in Fisch­ölkapseln. Eine US-Studie mit 68 000 Patienten bestätigte keinen Schutz­effekt. Das Bundes­institut für Risiko­be­wertung empfiehlt schon länger echten Fisch statt Pillen, die es auch für Kinder gibt. Die Stiftung Warentest stuft die Pillen für die Schule im Test als wenig geeignet ein.

Alaska-Seelachs im Inneren von Fisch­stäbchen

Aber auch magere Seefische sind wert­voll, weil sie Jod und Fluor liefern. Jod schützt vor einem Kropf und Fluor ist wichtig für die Zähne, wie der Test von Zahnpasta beschreibt. In Schlemmerfilets und Fisch­stäbchen steckt meist fett­armer Alaska-Seelachs, ein Verwandter des Kabeljaus. Auf den großen Fang­ver­arbeitungs­schiffen wird er umge­hend geköpft, ausgenommen und filetiert und dann bei minus 40 Grad schock­gefrostet. An Land werden daraus Schnitten und Stäbchen geschnitten. Für Fisch­stäbchen bekommen die Stäbchen einen Knuspermantel aus Weizenmehl, Wasser, Salz, eventuell noch Stärke, Reismehl, Hefe und Gewürze, selten auch Aromen. Die dicke Panade ist Vorschrift: 35 Prozent Panade, mindestens 65 Prozent Fisch. Im Test von Fischstäbchen hielten sich die Anbieter im Großen und Ganzen daran.

Gefähr­dete Fisch­bestände

Die Welt­ernährungs­organisation FAO sowie Unwelt­verbände mahnen, dass erhebliche Teile der Fisch­bestände in den Meeren welt­weit gefährdet sind oder bis an ihre Grenzen befischt werden. Ein Problem ist auch der Beifang, der immer einen Teil des Fangs ausmacht. Das sind kleine Fische, aber auch Haie, Delfine, Wale, Seevögel und Schild­kröten, die sich in Netzen oder den Lang­leinen verheddern. Die Tiere werden wieder von Bord geworfen, viele sterben. Die Fisch­bestände zu schützen, liegt bei der Politik, die jedes Jahr neue Fang­quoten fest­legt. Auch Verbraucher können Meerespolitik betreiben und sich zum Beispiel bei Fisch­arten zurück­halten, die stark gefährdet sind wie Aal oder Roter Thun. Eine Orientierungs­hilfe für Verbraucher kann das MSC-Siegel bieten (Ausführ­licheres im CSR-Test Lachs).