Bausparen

Sparen und eine Immobilie finanzieren – ein Bauspar­vertrag kombiniert beides. Bausparer sparen erst einmal in regel­mäßigen Raten Eigen­kapital an. Damit sichern sie sich zugleich ein güns­tiges Bauspardarlehen für später. Wenn die Bausparkasse die Vertrags­summe nach einer Spar­zeit von beispiels­weise acht oder zehn Jahren auszahlt, steht ihrem Kunden für die Eigenheim­finanzierung meist mehr als das Doppelte dessen zur Verfügung, was er angespart hat.

Darlehens­zinsen von 2,75 bis 3,75 Prozent

Klassischer Nachteil des Bausparens sind die nied­rigen Zinsen in der Spar­phase. Die meisten Bausparkassen zahlen nur 0,5 bis 1,5 Prozent auf das Guthaben. Davon gehen noch die Abschluss­gebühr und oft auch Konto­gebühren ab. Doch dafür garan­tiert die Bausparkasse schon heute ein Darlehen zu einem Mini-Zins­satz von meist nur 2,75 bis 3,75 Prozent – egal, wie sich die Zinsen am Kapitalmarkt in den nächsten Jahren entwickeln. Kein anderes Finanz­produkt bietet eine solche Zins­sicherheit.

Tarif und Bausparsumme müssen passen

Bausparen lohnt sich aber nur, wenn der Vertrag optimal auf die Ziele des Bausparers abge­stimmt ist. Ist zum Beispiel die Bausparsumme im Verhältnis zur Sparrate zu hoch, muss der Bausparer womöglich Jahr­zehnte warten, bis sein Vertrag endlich zugeteilt wird. Spart er mehr als nötig, geht ihm bei vielen Tarifen ein Teil seines Darlehens­anspruchs verloren. Ob das Angebot einer Bausparkasse etwas taugt, erkennen Bausparer am besten anhand eines Spar- und Tilgungs­plans. Mit dem Finanztest-Bausparrechner können sie Angebote vergleichen.

Staatliche Bauspar­förderung

Attraktiver wird Bausparen häufig noch durch die staatliche Förderung. Schließen sie einen zertifizierten Riester-Bauspar­vertrag ab, erhalten Bausparer auf die Sparbeiträge und später auf die Tilgungs­beträge staatliche Zulagen und Steuer­vorteile aus der Riester-Förderung (Wohn-Riester). Voraus­setzung ist, dass sie den Vertrag später für die Eigenheim­finanzierung nutzen. Anstelle der Riester-Förderung können Bausparer oft auch die staatliche Wohnungs­bauprämie erhalten. Arbeitnehmer mit nied­rigem Einkommen profitieren von Arbeitnehmer-Spar­zulagen, wenn sie vermögens­wirk­same Leistungen des Arbeit­gebers auf den Vertrag über­weisen lassen.

Rendite-Bauspar­verträge

Mit einem Renditetarif einer Bausparkasse kann sich Bausparen sogar als reine Geld­anlage lohnen. Bei diesen Tarifen erhalten Sparer Bonuszinsen, wenn sie nach sieben Jahren kein Bauspardarlehen in Anspruch nehmen. Zusammen mit dem Bonus sind dann Renditen bis über 3 Prozent drin. Das ist mehr, als die meisten Banken derzeit für vergleich­bare Sparpläne bieten. Besonders rentabel sind Rendite-Bausparverträge für junge Sparer, die bei Vertrags­abschluss noch keine 25 Jahre alt sind. Sie erhalten die staatliche Wohnungs­prämie auch dann, wenn sie ihr Guthaben später nicht für die Immobilien­finanzierung einsetzen. Dadurch steigt die Sparrendite bei güns­tigen Tarifen bis über 5 Prozent.

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