Anschlussfinanzierung und Forward Darlehen

Läuft die Zins­bindung ihres Hypothekendarlehens bald aus, dürfte vielen Haus­eigentümern eine Last von den Schultern fallen. Als sie ihren Kredit vor fast zehn Jahren aufgenommen hatten, mussten sie noch ­einen Zins­satz von 5 bis 6 Prozent akzeptieren. Für ihren Anschluss­kredit müssen sie bei güns­tigen Banken jetzt nur noch die Hälfte an Zinsen zahlen. Mehr

Bank­wechsel kann sich lohnen

Die nied­rigen Zinsen sollten Kreditnehmer aber nicht dazu verleiten, einfach das erst­beste Verlängerungs­angebot ihrer Bank anzu­nehmen. Fast immer haben sie gute Chancen, mit ihrer alten Bank nied­rigere Zinsen und bessere Neben­bedingungen auszuhandeln. Sie können auch einfach zu einer güns­tigeren Bank wechseln. Viele sparen dabei mehrere tausend Euro Zinsen. Dabei sollten sie sich nicht von angeblich hohen Wechsel­kosten abschre­cken lassen. Die Über­tragung der Grund­schuld auf die neue Bank kostet in der Regel nicht mehr als 0,3 Prozent der Kreditsumme. Und für einen neuen Kunden über­nehmen viele Banken diese Kosten.

Schneller schuldenfrei

Die nied­rigen Zinsen nutzen Haus­eigentümer am besten für eine schnel­lere Tilgung. Konnten sie sich die alte Monats­rate bequem leisten, sollten sie diese auch beim Anschluss­darlehen mindestens beibehalten. Die Zins­ersparnis fließt dann auto­matisch in eine höhere Tilgung. So werden sie ihre Schulden einige Jahre früher los als ursprüng­lich gedacht.

Zinsen sichern mit Forwarddarlehen

Läuft die Zins­bindung ihres Darlehens erst in ein paar Jahren aus, können sich Haus­eigentümer mit einem Forwarddarlehen vor einem möglichen Zins­anstieg schützen. Sie lassen ihren alten Vertrag bis zum Ende der Zins­bindung weiterlaufen, vereinbaren aber schon heute feste Konditionen für den Anschluss­kredit. Das geht bis zu fünf Jahre im Voraus.

Sicherheit gegen Zins­aufschlag

Mit dem Forwarddarlehen wissen Haus­eigentümer heute schon genau, wie viel Geld sie für ihren Anschluss­kredit zahlen werden. Die Kehr­seite der Medaille: Die Kreditnehmer sind verpflichtet, solche Darlehen auch dann abzu­nehmen, wenn die Zinsen noch stärker sinken. In diesem Fall bleiben sie auf einem teuren Darlehen sitzen. Außerdem sind Forwarddarlehen teurer als Immobilien­kredite, die sofort oder schon in wenigen Monaten ausgezahlt werden. Je länger die Vorlauf­zeit bis zur Ablösung des alten Darlehens, desto höher ist der Zins­aufschlag.