Vorsicht, wenn der Briefträger eine Unterschrift will. Einige Firmen nutzen das Postident-Verfahren, um Kunden in langfristige Verträge zu locken. Beim Postident bringt der Briefträger im Auftrag einer Firma ein Schriftstück, lässt sich den Ausweis des Empfängers zeigen und bittet um Unterschrift. Viele Kunden glauben, damit nur den Empfang des Schreibens zu bestätigen. Weit gefehlt: Einige Telefongesellschaften verschicken auf diese Weise Vertragsunterlagen. Wer unterschreibt, hat plötzlich einen neuen Telefonvertrag.
Dabei ist diese Abzockerei einfach zu erkennen. Harmlos ist es, wenn der Briefträger um Unterschrift auf einem elektronischen Terminal bittet. Dort wird nur der Empfang einer Sendung bestätigt. Vorsicht hingegen mit Unterschriften auf Papier. Oft sind Vertragsvorlagen schon am Firmenlogo oder an der Werbung erkennbar. „Lesen Sie die Formulare genau, um nicht ungewollt einen Vertrag zu unterzeichnen“, rät Jens-Uwe Hogardt, Pressesprecher der Post: „Fragen Sie im Zweifel den Briefträger.“
Eigentlich ist das Postident-Verfahren sicher und vor allem bequem. Es ermöglicht Unternehmen, die rechtsgültige Unterschrift des Kunden per Post einzuholen. Zum Beispiel, wenn jemand bei einer Internetbank ein Konto eröffnet. Der Kunde kann die Identitätsprüfung zu Hause mit dem Briefträger abwickeln oder dafür in die nächste Postfiliale gehen.
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