Terrestrisches Digitales TV: Kabel kappen
Das digitale Fernsehen ist da. Zuerst in Berlin und Umgebung. Bald auch in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Nordrhein-Westfalen. Wer seine Programme über Antenne empfängt, braucht nun ein Zusatzgerät – den sogenannten DVB-T-Emfänger. Im Test: 10 DVB-T-Empfänger für digitales Fernsehen. test.de stellt die neue Technik vor.
Überall Fernsehen
DVB-T steht für Digital Video Broadcasting – Terrestrial. Zu deutsch: Digitales Fernsehen über Antenne. Vorteil der neuen Technik: Sie ist überall nutzbar und bietet mehr Programme als die alte analoge Übertragung. Mindestens vier Sender pro Kanal. Macht 24 Programme und mehr. Unabhängig von Kabel und TV-Satelliten. Das digitale Fernsehen wird auch Überall Fernsehen genannt: Für den Empfang reicht eine Zimmerantenne. Noch besser sind Dachantennen.
Nur mit Zusatzgerät
Wer sein Fernsehprogramm über Antenne empfängt, muss sich jetzt umstellen: Das Fernsehgerät kann mit den neuen digitalen Signalen nämlich nichts anfangen. Die Lösung: Ein DVB-T-Emfänger. Der übersetzt die digitalen Signale für Fernsehgerät und Videorekorder. Die Geräte werden über so genannte Scart-Kabel verbunden. Mit großen rechteckigen Steckern und vielen Polen. Diese Anschlüsse sind an allen modernen Geräten vorhanden. Einige DVB-T-Emfänger haben zusätzlich Antennenbuchsen für ältere Fernsehgeräte und Videorekorder.
Set-Top-Boxen für jedes Gerät
Der DVB-T-Empfänger kann aufs Fernsehgerät gestellt werden. Deshalb sein zweiter Name: Set-Top-Box. Der Empfang via Kabel funktioniert – wie bisher – ohne Set-Top-Box. Auch für den Satelliten-Empfang ändert sich nichts. Beim digitalen Fernsehen dagegen gilt: Jeder Fernseher und jeder Videorekorder der unabhängig funktionieren soll, braucht eine eigene Set-Top-Box. Wer Fußball gucken will während der Videorekorder James Bond aufzeichnet, braucht zwei DVB-T-Empfänger: Einen fürs Fernsehgerät und einen für den Videorekorder.
Gutes Bild, sehr guter Ton
In puncto Bild und Ton sind die getesteten DVB-T-Empfänger praktisch ohne Tadel. Der Ton ist besser als bei analogem Empfang. Die Bildqualität ist gut. Wer bisher mit Geisterbildern und Schatten kämpfte, weil der Empfang nicht besser hinzukriegen war, kann hoffen: Die digitalen Empfänger unterdrücken solche Störungen – das Bild bleibt klar. An den Rändern des digitalen Empfangsgebiets werden die Signale allerdings schwächer. Irgendwann schaltet der Empfänger ab. Zwei Modelle blieben im Test besonders lange auf Empfang: Schwaiger DigiZapp II T und Technisat DigiPal 1. Sie sind auch für Randlagen geeignet.
Start in Berlin
Das digitale Fernsehen startet im Großraum Berlin. Ab 1. März werden hier zunächst 19 Programme digital ausgestrahlt. Private Sender wie RTL, Sat1 und Pro7 sind über Antenne nur noch mit Set-Top-Box empfangbar. Die öffentlich rechtlichen Programme ARD, ORB, SFB und ZDF senden noch bis August 2003 analog und digital. Dann wird die analoge Übertragung in Berlin ganz abgeschaltet.
Bis 2003 bundesweit
Weitere Bundesländer und Regionen sollen folgen. Bereits geplant ist das digitale Fernsehen in Kiel, Hamburg, Rostock, Schwerin, Bremen, Hannover, Braunschweig, Wolfsburg, im Ruhrgebiet, Halle-Leipzig, Erfurt-Weimar, Nürnberg, Mannheim, Karlsruhe, Heilbronn, Stuttgart und München. Termin: bis zum Jahresende 2003. Im Jahr 2010 soll die analoge Übertragung bundesweit abgeschaltet werden.
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