Schutz vor Betrug: Tricks erkennen

Internetauktion Meldung
Elke Simons aus Köln, ­Armani-Fan. „Erst glaubte ich an Betrug. Doch am Ende kam die ersteigerte Uhr noch bei mir an.“

finanztest 02/2005

Die meisten Auktionen laufen glatt. Doch auch bei ebay sollten Kunden mit bösen Menschen rechnen.

Internetauktion

Es sah nach einem klassischen ebay-­Betrug aus: Elke Simons hatte eine ­Armani-Uhr ersteigert und 177 Euro überwiesen. Doch die Uhr kam nicht. War der Verkäufer mit dem ebay-Namen zeuscollezione ein Betrüger?

Auf E-Mails reagierte er nicht und die Zahl seiner negativen Einträge im Bewertungsforum wuchs. Auch andere Kunden fühlten sich geprellt.

Dann zeigte Elke Simons zeuscollezione an, schickte ein letztes Fax – und wurde überrascht: zeuscollezione reagierte, entschuldigte sich und schickte die Uhr.

Finanztest erklärte er, wegen persönlicher Probleme sei ihm der ebay-Handel über den Kopf gewachsen. Doch fast alle Kunden hätten jetzt ihre Ware.

Im Zweifel Treuhandservice nutzen

Die Geschichte könnte stimmen. Denn vor dem Ärger hatte zeuscollezione viele Bewertungen von zufriedenen Kunden.

Zwar lassen sich manche ebay-Betrüger von Freunden schöne Bewertungen schreiben. Doch ein Blick ins Bewertungsprofil der Lobenden deckt auf, ob sich die immer gleichen Nutzer gegenseitig hochjubeln. Bei zeuscollezione sieht es nicht danach aus. Er hat über 1 000 positive Kommentare verschiedener Nutzer.

Zudem ist ebay-Betrug riskant. Zwar ermittelt ebay die Identität der Nutzer beim Anmelden nur dürftig. Doch spätestens, wenn sie sich Geld überweisen lassen, sind sie über die Kontodaten identifizierbar.

Abräumversuche im großen Stil gibt es dennoch immer wieder, wirksamen Schutz nicht. So sollten Kunden vor dem Kauf teurer Ware zumindest die Liste aller aktuellen Angebote des Anbieters ansehen. Bietet er ganz plötzlich massenhaft teure Ware an, dann stinkt die Sache.

Findige Betrüger verlangen, dass Käufer das Geld mit Transfersystemen wie Western Union schicken. Hier kann der Empfänger seine Identität leichter verschleiern.

Noch trickreicher: Der Betrüger schlägt die Abwicklung über einen fiktiven Treuhanddienst vor. Leichtgläubige fallen darauf rein, denn solche Dienste sind ganz vernünftig, wenn sie echt sind. Seriöse Treuhänder leiten das Geld erst an den Verkäufer weiter, wenn der Käufer meldet „Ware erhalten, alles ok.“ Doch ist der vorgeschlagene Treuhänder wirklich sauber?

Im Zweifel sollten Käufer darauf bestehen, den Treuhänder iloxx zu nutzen. Er arbeitet direkt mit ebay zusammen.

Mitunter zahlen ebay oder Paypal

Auch das ebay-Bezahlsystem Paypal soll Kunden mehr Sicherheit geben. Zwar ist es für Überweisungen in Deutschland überflüssig. Doch betrogene ebay-Nutzer, die so bezahlt haben, bekommen bis zu 400 Euro ersetzt, wenn der Verkäufer über 50 Bewertungen hatte und davon mindestens 98 Prozent positiv waren.

Werbewirksam erklärt sich Paypal auch zum Ersatz bereit, wenn Kunden zwar Ware erhalten, diese aber eindeutig von der Artikelbeschreibung abweicht. Was „eindeutig“ ist, definiert aber Paypal.

Zudem sind die Ersatzleistungen nur Kulanz. Einen Anspruch haben Kunden selbst dann nicht, wenn sie alle Bedingungen von Paypal eingehalten haben.

Ebenfalls nur auf Kulanz läuft das Käuferschutzprogramm von ebay selber. Auch hier können betrogene Kunden einen Antrag stellen, jedoch zahlt ebay maximal 200 Euro und es wird eine Selbstbeteiligung von 25 Euro fällig.

Doch wer betrogen wurde, sollte es beim Käuferschutz versuchen: Einfach auf den ebay-Seiten auf „Sicherheitsportal“ klicken oder unter www.paypal.de nachsehen.

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