15.12.2010
Wachstumsstörungen
Während der 38 Wochen, die das Kind im Bauch seiner Mutter heranwächst, bilden sich seine Organe und Gewebe, es wächst zu der Größe heran, die es bei der Geburt haben wird, und nimmt normalerweise so viel an Gewicht zu, dass es gut lebensfähig ist, aber nur so viel, dass es auf natürlichem Weg geboren werden kann.
Zu jedem Zeitpunkt der Schwangerschaft bewegen sich die Größe und das Gewicht aller Kinder – mit gewissen individuellen Abweichungen – innerhalb eines statistischen Rahmens, der als Wachstumskurve dargestellt wird. Damit man sagen kann, ob das Kind normal wächst oder wesentlich vom Durchschnitt abweicht, müssen zwei Werte verlässlich bestimmt worden sein: die Dauer der Schwangerschaft und die Größe des Kindes. Ersteres lässt sich mit der Ultraschalluntersuchung in der 9. bis 12. Schwangerschaftswoche sicher ermitteln. Auch zur Größenmessung bedient man sich in aller Regel des Ultraschalls. So können beispielsweise der Kopfdurchmesser und -umfang und die Länge des Oberschenkelknochens gemessen werden. Aber auch das Gewicht und der Bauchumfang der Frau und der sogenannte Symphysen-Fundus-Abstand, dessen beide Messpunkte mit der Hand erfühlt und deren Abstand mit einem Maßband gemessen wird, geben darüber Auskunft. Die gefundenen Maße können dann mit den Werten verglichen werden, die die Wachstumskurve für Kinder mit der gleichen Schwangerschaftsdauer angibt. Darüber hinaus können sie auch den Werten gegenübergestellt werden, die früher bei diesem Kind ermittelt wurden. So lässt sich beurteilen, wie das Wachstum dieses Kindes von Monat zu Monat verläuft.
Die Abweichungen beim Wachstum teilt man in zwei Kategorien ein: besonders groß und besonders klein für die jeweilige Schwangerschaftsdauer. Von einem „großen Kind“ – LGA-Kind von engl. „large for gestational age“, also „groß für die Schwangerschaftsdauer“ – spricht man, wenn 90 Prozent der anderen Kinder kleiner sind als dieses Kind. Von einem „kleinen Kind“ – SGA-Kind von engl. „small for gestational age“, also „klein für die Schwangerschaftsdauer“ – spricht man, wenn 90 Prozent der anderen Kinder größer sind als dieses Kind.
„Große Kinder“
„Große Kinder“ sind während der Schwangerschaft größer als andere, und sie können zur Geburt mehr als 4 000 oder 4 500 Gramm wiegen. Natürlich sind manche Kinder deswegen besonders groß, weil sie große Eltern haben. Bei anderen liegt es daran, dass die Frau schon zu Beginn der Schwangerschaft übergewichtig war. Oft werden noch ungeborene Kinder auch dadurch besonders schwer, dass ihr Organismus geradezu mit Zucker „überschwemmt“ wird. Das kann zum einen daran liegen, dass die Frau viel Zuckerhaltiges zu sich nimmt, also zum Beispiel Kuchen, Süßigkeiten, Soft-Drinks, Fruchtnektargetränke. Es kann aber auch ein Schwangerschaftsdiabetes der Frau dahinterstecken. Bei etwa einem Drittel der „großen Kinder“ kennt man die Ursache allerdings nicht.
„Kleine Kinder“
Kinder mit einer vorgeburtlichen Wachstumsverzögerung sind klein für die Dauer der Schwangerschaft und/oder legen zwischen zwei Messungen weniger zu, als sie müssten. Bei 2 bis 3 von 10 Kindern trifft diese langsame Entwicklung alle Organe gleichermaßen und besteht die gesamte Zeit der Schwangerschaft hindurch. Das Kind ist also insgesamt recht klein und leicht.
Bei dem größeren Anteil der Kinder zeigt sich die Störung erst im zweiten oder letzten Schwangerschaftsdrittel. Die Kinder sind zwar normal lang, haben auch einen normal geformten Kopf, sind aber ungewöhnlich leicht. Im Ultraschallbild zeigt sich das daran, dass ihr Brustkorb- oder Bauchdurchmesser im Verhältnis zu dem des Kopfes besonders klein ist und nur wenig zunimmt. Eine solche asymmetrische Mangelentwicklung beruht in aller Regel darauf, dass es dem Kind an Nährstoffen und Sauerstoff mangelt.
Die Ursachen für eine asymmetrische Mangelentwicklung sind vielfältig. Es kann sich um anlagebedingte Störungen beim Kind handeln oder die Folge von Infektionen oder Erkrankungen der Frau sein. Sehr häufig sind Störungen der Plazentafunktion die Ursache. Aber auch der Lebensstil der Frau wirkt sich auf die Versorgung des Kindes aus: Ernährung, Rauchen, Alkohol, Drogen, Medikamenteneinnahme.
Folgen eines „großen Kindes“
Es ist mit den gleichen Folgen zu rechnen, wie sie unter Folgen eines Schwangerschaftsdiabetes beschrieben sind. Darüber hinaus zeigt die Statistik, dass bis zu 9 von 1 000 Kindern, die am Ende der Schwangerschaft mehr als 4 500 Gramm wiegen, die Geburt nicht überleben.
Frauen, die mit einem besonders großen Kind schwanger sind, ohne jedoch einen Diabetes zu haben, sollten nicht wie selbstverständlich mittels Kaiserschnitt entbunden werden. Im Gegenteil scheint bei ihnen eine Schnittentbindung in der Regel mit mehr Risiken behaftet zu sein als eine Geburt auf natürlichem Weg.
Folgen eines „kleinen Kindes“
Kinder, die sich während der Schwangerschaft als „zu klein“ erweisen, haben insgesamt ein höheres Risiko, zu früh geboren zu werden und bei der Geburt Schaden zu nehmen und in den ersten Lebenstagen zu versterben. Kinder, die zur Geburt zwischen 1 500 g und 2 500 Gramm wiegen, haben im Vergleich zu schwereren Kindern ein 11- bis 14mal so großes Risiko, in der ersten Woche zu versterben. Bei noch leichteren Kindern ist diese Gefahr noch größer.
Zu früh geborene Babys haben mit den Folgen ihrer Unreife zu kämpfen. Welche Schwierigkeiten das mit sich bringt, wie sehr sie ausgeprägt sind und wie sie sich auf lange Zeit gesehen auswirken, hängt davon ab, wie lange die Schwangerschaft gedauert hat, bis das Baby geboren wurde, und wie reif es demnach war. Kinder ohne gravierende Schäden holen ihren Rückstand meist in den ersten 3 Lebensjahren auf.
In dieser Zeit können ihnen aber unter anderem Schwierigkeiten bei der Ernährung, eine verzögerte motorische Entwicklung und Nervenstörungen zu schaffen machen.
Wachstumsstörungen
Inhalt
Alle Informationen zum Download
- Testüberblick: Untersuchungsmethoden im Vergleich
- 2 Untersuchungsmethode(n) mit Bewertung: Alle Informationen zu den für " Wachstumsstörungen" getesteten Verfahren
Wie möchten Sie bezahlen?
Wussten Sie schon?
- kauft alle Testprodukte anonym im Handel ein,
- nimmt Dienstleistungen verdeckt in Anspruch,
- lässt mit wissenschaftlichen Methoden in unabhängigen Instituten testen,
- ist vollständig anzeigenfrei,
- erhält nur rund 15 Prozent ihres Etats als öffentlichen Zuschuss.

