15.12.2010
Varizella zoster
Windpocken und Gürtelrose sind zwei Krankheitsbilder, die von denselben Viren hervorgerufen werden: den Varizella-zoster-Viren. Sie gehören zur Gruppe der Herpesviren und bleiben wie diese nach der Erstinfektion im Körper, von wo aus sie unter bestimmten Umständen erneut aktiv werden können. Das Krankheitsbild, das entsteht, wenn jemand zum ersten Mal mit Varizella-zoster-Viren in Kontakt kommt, heißt Windpocken (Varizellen); das, was durch Wiederaufflammen der Infektion entsteht, nennt man Gürtelrose (Herpes zoster).
Windpocken sind eine typische Kinderkrankheit. Die Kinder haben Fieber, auf dem gesamten Körper entwickelt sich ein stark juckender, bläschenförmiger Ausschlag. Nach 3 bis 5 Tagen heilt er ab. Im Kindesalter verläuft die Krankheit meist gutartig, bei Erwachsenen hingegen treten häufiger Komplikationen auf: Lungenentzündung, das Gehirn kann betroffen sein, Herz, Nieren, Leber und Gelenke können entzündlich verändert sein. Vor allem wenn eine schwangere Frau Windpocken bekommt, besteht die Gefahr einer Lungenentzündung.
An Gürtelrose erkranken vor allem ältere Personen, wenn die im Körper verbliebenen Viren erneut aktiv werden. Dann bildet sich meist am Rumpf, entlang des Ausbreitungsgebiets eines Nerven, ein oft sehr schmerzhafter Ausschlag. Die Schmerzen können noch lange anhalten, selbst wenn die Bläschen schon längst abgeheilt sind.
Wer Windpocken hat, kann andere anstecken, ohne in ihre unmittelbare Nähe zu kommen, denn die Viren werden „mit dem Wind“ – daher der Name der Krankheit – durch Tröpfchen übertragen. Zusätzlich werden die Viren beim Kontakt mit Bläschen oder Krusten weitergegeben. Demgegenüber werden die Viren bei einer Gürtelrose nur durch direkten Hautkontakt übertragen.
In der Schwangerschaft sind die Varizella-zoster-Viren nur von Bedeutung, wenn die Frau zum ersten Mal mit ihnen in Kontakt kommt, sie also noch keine Windpocken hatte. Dann können die Viren durch die Plazenta hindurch das Kind erreichen. Eine Gürtelrose der Frau bleibt für das Baby hingegen folgenlos.
Folgen einer Erstinfektion der Frau für das Kind
Bekommen Frauen im ersten oder zweiten Schwangerschaftsdrittel Windpocken, gehen die Viren bei etwa jeder Vierten auf das Kind über. Das kann folgenlos bleiben, aber auch schwerwiegende Konsequenzen haben. Etwa jedes 10. der infizierten Babys entwickelt Hautveränderungen, Augenerkrankungen, Nerven- und Knochenschäden. Ein Viertel dieser Kinder stirbt innerhalb der ersten Lebenswoche.
Erkrankt die Frau unmittelbar vor oder nach der Geburt, verlaufen die Windpocken bei dem Kind noch schlimmer, und es kann sein, dass bis zu ein Drittel der infizierten Kinder nicht überlebt.
Varizella zoster
Inhalt
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