15.12.2010
Streptokokken
Streptokokken sind Bakterien, die in verschiedene Gruppen unterteilt werden, von denen jede Gruppe unterschiedliche Infektionen hervorrufen kann. Zu den durch Streptokokken ausgelösten Erkrankungen gehören unter anderem Angina und Scharlach.
Viele Streptokokkenarten sind allerdings harmlos. Sie leben auf der Haut und Schleimhaut von Menschen, ohne sie je krank zu machen. Manche Streptokokkenarten können besonders bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem – und zu diesen gehören beispielsweise auch Personen mit Diabetes – Krankheiten auslösen. Bei ihnen können die Bakterien zu Hautkrankheiten, Harnweginfektionen und Hirnhautentzündungen führen. Wenn die Erreger das Blut durchsetzen und den gesamten Körper infizieren, spricht man von einer Sepsis.
Für schwangere Frauen sind Streptokokken der Gruppe B bedeutsam, die den Genital- und Afterbereich besiedeln. Von dort können die Bakterien in die Gebärmutter aufsteigen. Solange die Fruchtblase intakt ist, ist das Kind vor den Bakterien sicher geschützt. Sobald sich die Fruchtblase aber zur Geburt öffnet oder verfrüht, zum Beispiel infolge einer anderen Infektion, platzt, breiten sich die Bakterien im Fruchtwasser aus. Dann ist die Gefahr groß, dass sich das Kind mit den Bakterien infiziert.
Folgen von B-Streptokokken bei der Frau für das Kind
Die Hälfte bis zwei Drittel der Babys von Frauen mit Streptokokken im Genital- und Afterbereich infizieren sich bei der Geburt. Bei 1 bis 2 von 100 dieser Kinder mündet diese Infektion in eine sogenannte Neugeborenensepsis. Von dieser gibt es zwei Formen.
Bei der Frühform entwickeln sich beim Kind innerhalb der ersten Lebenswoche, oft sogar noch am ersten Tag, eine Lungenentzündung und eine Sepsis. Nicht ganz so häufig entzünden sich die Hirnhäute, das Knochenmark und die Gelenke. Die Erkrankung verläuft so schwer, dass 4 bis 6 von 100 der betroffenen Babys sterben. Besonders schlecht steht es um die Kinder, die zu früh zur Welt gekommen sind. Bei den Kindern, die die Krankheit überstehen, sind Langzeitfolgen der Nervenfunktionen nicht auszuschließen.
Die frühe Form der Neugeborenensepsis betrifft die Kinder jener Frauen besonders häufig, die während der Schwangerschaft mit dem Urin B-Streptokokken ausgeschieden haben – egal, ob das mit Beschwerden verbunden war oder nicht. Auch für nachfolgende Kinder einer Frau, die bereits ein Kind mit einer Neugeborenensepsis zur Welt gebracht hat, ist das Erkrankungsrisiko sehr groß. Darüber hinaus entwickelt sich die Frühform der Neugeborenensepsis häufig bei Kindern, bei deren Geburt nach dem Blasensprung mehr als 24 Stunden vergangen sind, deren Mutter bei der Geburt Fieber hatte oder die als Frühgeburt zur Welt kamen. Auf neun Kinder, die die Frühform der Krankheit entwickeln, kommt eines mit der Spätform.
Die Spätform äußert sich zwischen der 2. Lebenswoche und dem 3. Lebensmonat meist als Hirnhautentzündung. Diese lässt sich relativ gut behandeln, sodass die Kinder wieder gesund werden können, ohne bleibende Schäden davonzutragen.
Streptokokken
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