15.12.2010
Röteln
Röteln sind eine an sich harmlose Kinderkrankheit. Sie verlaufen bei etwa der Hälfte der Betroffenen unbemerkt. Die anderen haben leichtes Fieber, ihre Lymphknoten, vor allem im Bereich von Hals und Nacken, sind etwas geschwollen, und sie bekommen im Gesicht einen feinen roten, fleckigen Ausschlag, der sich über den Körper ausbreitet und nach wenigen Tagen wieder verschwindet. Röteln führen nur selten zu Komplikationen.
Die Krankheit wird von den Rötelnviren (Rubella-Virus) hervorgerufen. Sie werden durch Tröpfchen übertragen, die man einatmet. Menschen mit einer Rötelninfektion können andere etwa eine Woche vor und eine Woche nach dem Auftreten von Symptomen anstecken. Auch diejenigen, die die Infektion unbemerkt durchmachen, können die Viren weitergeben. Kinder, die sich vor der Geburt bei ihrer Mutter angesteckt haben, können die Viren etwa zwei Jahre lang ausscheiden und so eine unbemerkte Ansteckungsquelle sein.
Folgen einer Infektion der Frau für das Kind
Wenn sich eine schwangere Frau, die nicht gegen Röteln immun ist, mit den Viren infiziert, können die Erreger das Kind erreichen. Die Folgen für das Ungeborene hängen sehr davon ab, in welcher Zeit der Schwangerschaft sich die Frau ansteckt. Geschieht das in den ersten acht Schwangerschaftswochen, liegt die Wahrscheinlichkeit bei 90 Prozent, dass das Kind geschädigt ist. Dieses Schädigungsbild ist so typisch, dass es einen eigenen Namen bekommen hat: Rötelnembryopathie. Sie ist durch Herzfehler, Taubheit und getrübte Augenlinsen gekennzeichnet. Unter Umständen sind auch noch andere Organe geschädigt. Häufig ist bereits die Organbildung so schwer gestört, dass sich das Kind gar nicht weiterentwickeln kann. Dann endet die Schwangerschaft mit einer Fehlgeburt.
Bei einer Infektion im zweiten Schwangerschaftsdrittel sind ein Drittel bis ein Viertel der Kinder betroffen. Allerdings sind die Schäden dann oft nicht so ausgeprägt. Diese Kinder können beispielsweise taub sein, während alle anderen Organe normal funktionieren. Es ist aber möglich, dass sie als Frühgeburt zur Welt kommen.
Röteln
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