15.12.2010
Muttermundschwäche
Der untere Teil der Gebärmutter ist der etwa 4 bis 6 Zentimeter lange Gebärmutterhals (Zervix). Seine Öffnung zur Gebärmutter hin nennt man den inneren Muttermund, die zur Scheide hin den äußeren Muttermund. Die meiste Zeit der Schwangerschaft ist der Gebärmutterhals relativ fest geschlossen. Ab der 36. Woche bereitet er sich allmählich auf die Geburt vor. Er wird weicher, verkürzt sich und richtet sich durch die sogenannten Reifungswehen von hinten nach vorne hin auf. Durch die Geburtswehen beginnt sich der Gebärmutterhals zu öffnen, bis er so weit geworden ist, dass der Kopf des Kindes mithilfe der Presswehen hindurchtreten kann.
Von einer Muttermundschwäche (Zervixinsuffizienz) spricht man, wenn sich Gebärmutterhals und innerer Muttermund schon vor dem Geburtstermin wie zur Geburt zu öffnen beginnen. Dann wird das Gewebe des Gebärmutterhalses vorzeitig weicher und nachgiebiger was, am äußeren Muttermund zu ertasten ist.
Fast immer sind diese Veränderungen mit Wehen verbunden. Manche Frauen spüren ein leichtes Druckgefühl im Bauch oder nach unten auf die Scheide. Andere merken, dass der Bauch hart wird, manchmal sogar in regelmäßigen Abständen. Viele Frauen nehmen die Kontraktionen allerdings überhaupt nicht wahr. Zumeist sind diese Vorwehen auch harmlos; die Gebärmutter „probt“ zwar Wehen, hält das Kind aber bis zum Termin sicher umschlossen. Bei einigen Frauen künden diese Vorwehen jedoch von einer vorzeitigen Reifung und Eröffnung des Gebärmutterhalses.
Frauen, bei denen der Gebärmutterhals durch einen früheren Eingriff, beispielsweise eine Konisation, verkürzt ist, haben ein erhöhtes Risiko für eine Muttermundschwäche.
Folgen einer Muttermundschwäche
Ein verkürzter Gebärmutterhals deutet darauf hin, dass sich die Gebärmutter auf die Geburt vorbereitet. Vor der 37. Schwangerschaftswoche sollte das Kind aber möglichst nicht geboren werden, weil viele seiner Funktionen dann noch nicht stabil sind. Vor allem, selbstständig zu atmen, bereitet den „Frühchen“ oft Schwierigkeiten. Darum versucht man, die Schwangerschaft bis über diesen Zeitpunkt hinaus zu halten.
Die Länge des Gebärmutterhalses kann als Maß für das Risiko für eine Frühgeburt gelten. Je kürzer er ist, desto wahrscheinlicher wird eine vorzeitige Geburt. In einer Studie stieg das Risiko bei einem verkürzten Muttermund in der 28. Schwangerschaftswoche bis zum Dreifachen an. In einer anderen wurde berichtet, dass die Hälfte der Frauen mit verkürztem Muttermund eine Frühgeburt erlitt.
Muttermundschwäche
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