15.12.2010

Mehrlinge
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Mehrlinge

Im Normalfall wächst bei einer Schwangerschaft in der Gebärmutter nur ein Kind heran. Es ist aber auch nicht ungewöhnlich, dass sich zwei, drei oder noch mehr Kinder den Platz im Bauch der Frau teilen müssen. Man spricht dann von einer Mehrlingsschwangerschaft. Eine solche belastet die Gesundheit der Frau erheblich; auch die Kinder entwickeln sich während der Schwangerschaft nur selten völlig unbeschwert. Um die Frau besonders intensiv betreuen zu können und auf Komplikationen gefasst zu sein, bemüht man sich, eine Mehrlingsschwangerschaft möglichst früh festzustellen.

Zwillinge können ein- oder zweieiig sein. Eineiige Zwillinge sind das Ergebnis einer kompletten Zweiteilung der befruchteten Eizelle oder der ersten Zellansammlung in einem ganz frühen Stadium. Ihr Erbgut ist identisch, daher haben eineiige Zwillinge immer das gleiche Geschlecht: Es sind 2 Mädchen oder 2 Jungen. Zweieiige Zwillinge entstehen, wenn zur selben Zeit zwei Eizellen reif geworden sind und befruchtet wurden. Solche Zwillinge unterscheiden sich in ihrem Erbgut wie alle anderen Geschwister auch; sie können dasselbe Geschlecht haben, aber auch verschiedengeschlechtig sein.

Nach einer In-vitro-Fertilisation, bei der die Befruchtung außerhalb des weiblichen Körpers stattgefunden hat, werden immer mehrere befruchtete Eizellen in die Gebärmutter eingesetzt. Wenn sich diese zu lebensfähigen Kindern entwickeln, handelt es sich um zweieiige Mehrlinge.

Für die Entwicklung von Mehrlingen ist es ausschlaggebend, wie sie in der Gebärmutter versorgt werden. Am günstigsten ist es, wenn zum Beispiel bei Zwillingen jedes der beiden Kinder seine eigene Fruchthöhle und seine eigene Plazenta hat. Oft liegen die beiden Kinder zwar in getrennten Fruchthöhlen, werden aber von derselben Plazenta versorgt. Manchmal geht eine solche Situation zuungunsten des schwächeren Kindes aus. Noch ungünstiger ist es, wenn sich beide Kinder eine Fruchthöhle teilen müssen und nur eine gemeinsame Plazenta haben.

Folgen einer Mehrlingsschwangerschaft

Eine Schwangerschaft mit mehr als einem Kind gilt als „Risikoschwangerschaft“. Die Frau ist vor allem durch Hochdruckerkrankungen und Blutungen infolge einer ungünstigen Lage der Plazenta gefährdet. Die Kinder kommen sehr oft vor dem errechneten Termin zur Welt, weil der Muttermund dem auf ihm lastenden Gewicht keine 38 Wochen standhält und der Körper der Frau überfordert ist. Frühgeborene haben häufiger Entwicklungsstörungen als reif geborene Kinder. Manche Babys werden sogar so früh geboren, dass sie nicht am Leben gehalten werden können.

Ein sogenanntes fetales Transfusionssyndrom tritt auf, wenn mehrere Kinder gemeinsam über eine Plazenta versorgt werden und es Verbindungen zwischen den Blutgefäßen der Kinder gibt. Dann entwickelt sich eines der Kinder auf Kosten der anderen, und die Unterlegenen bleiben im Wachstum zurück.

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