15.12.2010
Lage des Kindes
Bis etwa zur 28. Schwangerschaftswoche hat das Kind in der Gebärmutter genügend Platz, um sich problemlos drehen und wenden zu können. Je weiter es heranwächst, desto schwieriger wird jedoch ein Lagewechsel. Die meisten Kinder nehmen gegen Ende der Schwangerschaft die Position ein, aus der sie dann auch geboren werden. Allerdings gibt es immer wieder welche, die sich noch in allerletzter Minute aus einer für die Geburt ungünstigen Position in eine bessere drehen.
Zu Beginn des letzten Schwangerschaftsdrittels liegt noch etwa ein Drittel der Kinder mit dem Po im Becken der Frau. 97 von 100 Kindern drehen sich aber noch so, dass sie mit dem Kopf voran zur Welt kommen. Diese sogenannte Schädellage gilt als normale Geburtslage, denn sie hat den Vorteil, dass der Kopf als größter Körperteil den Geburtsweg weitet. So können die nachfolgenden Körperteile leichter herausgleiten. Das ist bei der Beckenendlage anders, bei der das Kind mit dem Steiß (Steißlage) oder mit seinen unteren Gliedmaßen voran im Becken der Frau steckt. Andere Lageanomalien sind die Quer- und Schräglage. Dass ein Kind quer zum Geburtsweg liegt, ist extrem selten. Allenfalls betrifft es einmal das Zweitgeborene bei einem Zwillingspaar, oder es handelt sich um eine Frau, die schon sehr viele Kinder geboren hat.
Bei der vaginalen Geburt aus einer Beckenendlage kann der vorangehende Teil des Kindes den Muttermund nur mühsam weiten. Dadurch verlängert sich die Geburt meist. Wenn dann der Unterkörper des Kindes, an dem die Nabelschnur ansetzt, geboren ist und nun der Kopf in das Becken eintritt, besteht die Gefahr, dass er die Nabelschnur einklemmt. Dann kann das Kind durch Sauerstoffmangel Schaden nehmen. Damit das nicht geschieht, soll die Geburt möglichst rasch beendet werden. Das hat aber seinerseits einen Nachteil. Bei einer Schädellage wird der Kopf des Kindes zwar nach und nach immer stärker zusammengedrückt, doch kann er sich dem in der Zeit, die die Geburt dauert, anpassen. Wird der Kopf des Kindes aber – wie bei einer Steißlage – rasch geboren, erfolgen Zusammendrücken und Nachlassen des Drucks so rasch, dass es dadurch zu Blutungen im Gehirn des Kindes kommen kann.
Ein weiteres Problem kann auftreten, wenn das Kind am Steiß berührt wird, während sein Oberkörper noch nicht geboren ist. Dann kann es infolge eines Reflexes die Arme nach oben schlagen, was die vaginale Geburt erschwert.
Dass ein Kind zur Geburt mit seinen unteren Körperteilen vorangeht, kommt bei Zwillingsschwangerschaften häufiger vor, als wenn ein Kind die Gebärmutter für sich allein hat. Eine Beckenendlage findet sich auch eher, wenn das Kind von sehr viel oder sehr wenig Fruchtwasser umgeben ist, die Gebärmutter anatomische Besonderheiten aufweist oder beim Kind Fehlbildungen vorliegen. Auch zu früh geborene Kinder weisen häufiger als sonst eine Beckenendlage auf.
Lage des Kindes
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