15.12.2010

Herztätigkeit des Kindes
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Herztätigkeit des Kindes

Schon in der 7. bis 8. Woche der Schwangerschaft – gerechnet vom ersten Tag der letzten Menstruation – ist im Ultraschallbild das schlagende Herz des Embryos zu sehen. Seine Herztöne sind in aller Regel erst ab der 26. bis 28. Schwangerschaftswoche zu hören – sofern man dazu ein Stethoskop benutzt. Mit einem Hand-Dopplerultraschall-Gerät ist das bereits ab der 12. bis 13. Woche möglich. In der späteren Schwangerschaft lässt sich die Herztätigkeit des Kindes gemeinsam mit einer eventuellen Wehentätigkeit im sogenannten Kardiotokogramm aufzeichnen. Dabei werden die Herzaktionen von Dopplerultraschallköpfen abgeleitet und druckempfindliche Sensoren erfassen die Kontraktionen der Gebärmutter.

Das Herz eines ungeborenen Kindes schlägt etwa doppelt so schnell wie das eines Erwachsenen. Dabei schwankt die Frequenz zwischen 120 und 160 Schlägen pro Minute.

In der frühen Schwangerschaft prüft man nur, ob das Herz des Kindes überhaupt schlägt, das Kind also lebt. Ab der 26. Schwangerschaftswoche kann man daraus, ob und auf welche Weise die Frequenz der Herztöne schwankt, Rückschlüsse auf das Befinden des Kindes ziehen. Steigt der Puls beispielsweise an, wenn sich das Kind bewegt, ist das ein gutes Zeichen. Fällt die Herzfrequenz hingegen unter 80 Schläge pro Minute ab, wird sofort der Ursache nachgegangen.

Die häufigste Ursache für ein Absinken der Herzfrequenz des Kindes während der Schwangerschaft ist Sauerstoffmangel. Dieser ist die typische Folge einer unzureichenden Plazentafunktion.

Ansonsten wird man die Herztöne des Kindes immer dann abhören, wenn man wissen möchte, wie sich die aktuelle Situation auf den Zustand des Kindes auswirkt. Beispielsweise bei Blutungen aus der Scheide, wie sie bei einer ungünstigen Lage der Plazenta auftreten können, beim vorzeitigen Reißen der Fruchtblase, bei Hinweisen auf Wachstumsstörungen, bei einer Unverträglichkeit der Blutgruppen von Mutter und Kind, bei einem Schwangerschaftsdiabetes der Frau, Virusinfektionen und einer Schwangerschaft mit mehr als einem Kind. Diese Situationen gelten als „Risikofaktoren“. Die nachfolgende Bewertung der Verfahren erfolgt jedoch für ihren routinemäßigen Einsatz bei allen schwangeren Frauen – unabhängig davon, ob solche Risikofaktoren vorliegen oder nicht.

Folgen eines Sauerstoffmangels für das Kind

Ein Absinken der Herzfrequenz ist häufig ein Anzeichen für eine unzureichende Sauerstoffversorgung. Unter einem Sauerstoffmangel während der Schwangerschaft leiden das Wachstum und die Entwicklung des Kindes. Solche Kinder bleiben zum Beispiel besonders klein. Näheres hierzu lesen Sie unter Wachstumsstörungen.

Ein hochgradiger Sauerstoffmangel bei der Geburt kann das Leben des Kindes bedrohen; zumindest kann er das zentrale Nervensystem aufs Schwerste schädigen. Ein Kind, das unter Sauerstoffmangel gelitten hat, muss nach der Geburt unter Umständen beatmet oder gar wiederbelebt werden, es kann Krampfanfälle haben und in seiner geistigen Entwicklung mehr oder minder stark zurückbleiben. Ein Teil der Kinder stirbt infolge des Sauerstoffmangels vor oder kurz nach der Geburt.

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