15.12.2010

Schwangerschaftsgestose
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Schwangerschaftsgestose

Die Gestose ist eine Schwangerschaftskomplikation, die die Gesundheit von Frau und Kind bedrohen kann. Rechtzeitig erkannt, können jedoch Maßnahmen ergriffen werden, um die Frau und ihr Kind zu schützen.

Für das Krankheitsbild Schwangerschaftsgestose spielt der Blutdruck eine zentrale Rolle. Die Gestose – oft fälschlicherweise auch als „Schwangerschaftsvergiftung“ bezeichnet – gehört zur Gruppe der nachfolgend beschriebenen Hochdruckerkrankungen, die nur in der Schwangerschaft auftreten. Bei diesen gibt es außer dem erhöhten Blutdruck noch ein zweites Zeichen dafür, dass sich die körperliche Situation der Frau verschlechtert: Sie scheidet mit dem Urin Eiweiß aus. Da Urin normalerweise eiweißfrei ist, lässt eine solche Veränderung immer aufmerken. Eiweiß im Urin deutet auf eine Funktionsstörung der Nieren hin, die gefährlich werden kann.

Normalerweise liegt der Blutdruck unter 140/90 mmHg. Bei manchen Frauen ist der Wert schon vor oder in der ersten Hälfte der Schwanger­schaft erhöht und bleibt es auch nach der Geburt. Sie haben einen „chronischen Bluthochdruck“.

Von Schwangerschaftshochdruck spricht man, wenn bei einer Frau mit bislang normalem Blutdruck in der Mitte der Schwangerschaft erstmals ein erhöhter Wert gemessen wird, ohne dass die Nieren Eiweiß ausscheiden. Nach der Geburt normalisiert sich der Blutdruck wieder. Bei diesen Frauen kann sich jedoch eine Gestose – auch Präeklampsie genannt – entwickeln. Sie ist, abgesehen vom erhöhten Blutdruck, vor allem dadurch gekennzeichnet, dass die Nieren Eiweiß ausscheiden. Die Erkrankung selbst kann leicht verlaufen, sich im Lauf der Schwangerschaft aber auch zunehmend verschlimmern, ohne dass die Frau davon zunächst etwas bemerkt. Bei einer besonders schwer verlaufenden Gestose können Krampfanfälle auftreten. Dann ist die Erkrankung zur Eklampsie geworden. Nach der Geburt normalisiert sich das alles wieder.

Eine weitere Verlaufsform ist das sogenannte HELLP-Syndrom. Hierbei zerfallen Blutzellen, die Blutgerinnung und auch die Leberfunktion sind gestört. Das HELLP-Syndrom verläuft gänzlich unkalkulierbar, ist schlecht zu erkennen und kann schlimmstenfalls innerhalb von Stunden zum Tod führen. Am ehesten weisen noch Beschwerden im Oberbauch darauf hin. Die durch das HELLP-Syndrom gestörten Abläufe bessern sich nach der Geburt nur langsam.

Eine Sonderform der Gestose ist die sogenannte Pfropfgestose. Sie kann bei Frauen entstehen, deren Blutdruck schon vor der Schwangerschaft erhöht war. Sie scheiden dann nach der 20. Schwangerschaftswoche mit dem Urin zum ersten Mal Eiweiß aus oder eine solche Ausscheidung verstärkt sich, ihr Blutdruck steigt weiter an oder es entwickelt sich ein HELLP-Syndrom.

Einige Frauen haben offenbar ein erhöhtes Gestose-Risiko. Zu ihnen gehören diejenigen, die übergewichtig sind, als Diabetikerin schwanger werden, mehr als ein Kind erwarten oder ihr erstes Kind bekommen. Ab einem Alter von 35 Jahren neigen schwangere Frauen offenbar von Jahr zu Jahr mehr zu einer Gestose. Darüber hinaus müssen jene Frauen von einem erhöhten Risiko ausgehen, bei denen eine nahe Verwandte schon einmal eine solche Schwangerschaftskomplikation hatte, und auch die, die Derartiges in einer früheren Schwangerschaft bereits erlebt haben.

Folgen einer Gestose

Eine Gestose kann bei der Frau zu Komplikationen im Bereich des Gehirns, der Nieren und der Lunge führen und das Gerinnungssystem beeinträchtigen. Diese Störungen können unterschiedlich schwer verlaufen.

Auch für das Baby ist eine Gestose ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko. Die Veränderungen im Körper der Mutter verringern den Blutdurchfluss durch die Plazenta; das behindert das Wachstum des Kindes. Besonders gefährlich ist es, wenn der Blutaustausch zwischen Mutter und Kind ganz zusammenbricht (plazentarer Infarkt). Dann wird das Kind nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt und kann innerhalb der Gebärmutter sterben.

Kinder von Frauen mit einer Gestose kommen im Vergleich zu Frauen ohne erhöhten Blutdruck häufiger als Frühgeburt zur Welt. Sie sind meist kleiner und leichter als Kinder derselben Schwangerschaftsdauer und ihr allgemeiner Zustand nach der Geburt ist schlechter.

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