15.12.2010

Fehlbildungen
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Fehlbildungen

Damit aus der befruchteten Eizelle ein neuer Mensch wird, müssen Organe gebildet, Gewebe angelegt, Funktionen geschaffen werden. Diese Abläufe sind vielfältig und kompliziert. Wenn sie nicht regelrecht verlaufen, kann unter anderem eine Fehlbildung entstehen (kongenitale Anomalie). Fehlbildungen können alle Körperbereiche und Organsysteme betreffen. Sie können unterschiedlich schwer ausgeprägt sein und verschiedene Ursachen haben.

Etwa ein Zehntel aller Fehlbildungen beruht auf einer Störung der Chromosomen oder Gene. Dann treten oft mehrere Fehlbildungen zugleich auf. Beispielsweise haben Kinder mit Down-Syndrom, das zu den Chromosomenstörungen gehört, häufig einen Herzfehler und anatomische Besonderheiten im Verdauungstrakt. Ein weiteres Zehntel der Fehlbildungen lässt sich auf äußere Einflüsse zurückführen, zum Beispiel auf eine Strahlenbehandlung, Infektionen wie Röteln oder Windpocken, starken Alkoholkonsum der Frau während der Schwangerschaft oder auf Medikamente wie zum Beispiel Mittel bei Epilepsien. Bei den meisten Fehlbildungen ist allerdings unklar, wodurch sie entstehen.

Fehlbildungen, die die Silhouette des Fetus verändern, können bereits bei der Ultraschalluntersuchung auffallen, die im ersten Schwangerschaftsdrittel routinemäßig gemacht wird. Bei der Ultraschalluntersuchung im zweiten Schwangerschaftsdrittel wird vor allem nach Anzeichen für Fehlbildungen der inneren Organe geschaut. Dabei richtet sich das Augenmerk vornehmlich auf Fehlbildungen, durch die das Kind nicht lebensfähig sein wird, kurz nach der Geburt sterben oder sehr schwer behindert sein wird. Außerdem möchte man Fehlbildungen erkennen, die noch in der Gebärmutter behandelt werden können oder eine sofortige Betreuung des Neugeborenen durch Spezialisten notwendig machen. Dazu werden das zentrale Nervensystem, das Herz-Kreislauf-System, der Magen-Darm-Trakt und die Nieren und Harnwege gezielt untersucht. Auch eine Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte („Hasenscharte“) oder ein Klumpfuß können im Ultraschallbild erkannt werden.

Bei einem entsprechenden Verdacht können weitere Untersuchungen folgen, um festzustellen, wie ausgeprägt die Fehlbildung ist. Von der Ausprägung und den Behandlungsmöglichkeiten hängt es ab, wie sich die Fehlbildung auf das Kind auswirkt. Beispielsweise hatten Kinder mit einem „großen“ Herzfehler vor 50 Jahren kaum eine Chance, das Schulalter zu erreichen. Heute hingegen können Herzchirurgen schon Säuglingsherzen so behandeln, dass die Kinder von ihrem Herzfehler unbeeinträchtigt heranwachsen können. Einem Kind hingegen, bei dem keine Nieren angelegt sind, kann in aller Regel auch heute noch nicht geholfen werden.

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