15.12.2010
Bakterien im Urin
Harnweginfektionen – manche sprechen auch von „Blasenkatarrh“ – sind vielen Frauen vertraut. Sie kennen die Symptome: Sie müssen häufig und ganz dringend zur Toilette, scheiden aber nur wenig Urin aus. Beim Wasserlassen brennt und schmerzt es. Vor allem zu Beginn der Schwangerschaft kann eine Harnweginfektion aber auch anders ablaufen. Dann sind die Harnwege zwar von krankmachenden Bakterien besiedelt, aber es gibt keine Beschwerden, die darauf hinweisen. Dennoch sollte eine solche „symptomlose Harnweginfektion“ behandelt werden, damit sie sich nicht auf die Nieren ausbreitet und dadurch das Risiko erhöht, dass das Kind zu früh und mit zu geringem Gewicht zur Welt kommt.
Ursache dieser Infektionen, die bei vielen Frauen auch wiederholt auftreten, sind Bakterien, die oft aus dem Darm oder der Scheide in die Harnröhre gelangen. Sie können in der Schwangerschaft leichter Fuß fassen als sonst, weil die Harnleiter und Nierenbecken meist erweitert sind. Manchmal staut sich sogar Urin in den Harnwegen, weil die Gebärmutter auf die Harnleiter drückt.
Von der Harnröhre breiten sich die Bakterien bis in die Blase aus, vermehren sich dort und können – wenn sie nicht rasch beseitigt werden – bis in die Nieren aufsteigen und dort eine Nierenbeckenentzündung hervorrufen. Bis zu ein Drittel der Harnweginfektionen verlaufen derart schwer, wenn sie nicht angemessen behandelt werden.
Bei bestimmten Frauen ist das Risiko, dass sie in der Schwangerschaft eine symptomlose Harnweginfektion bekommen, größer als bei anderen. Zu ihnen gehören vor allem jene, die vor der Schwangerschaft schon einmal eine Harnweginfektion gehabt haben. Mit jeder weiteren Schwangerschaft und mit zunehmendem Alter steigt das Risiko ebenfalls an. Auch Diabetikerinnen und Frauen, die diese Stoffwechselstörung erst während der Schwangerschaft entwickeln (Schwangerschaftsdiabetes), neigen zu symptomlosen Harnweginfektionen. Das Gleiche gilt für Frauen mit einer bakteriellen Scheideninfektion.
Folgen einer Infektion der Frau für das Kind
Eine unbehandelte Harnweginfektion der Frau kann die Entwicklung des Kindes beeinträchtigen – dieses vor allem dann, wenn sich die Infektion zu einer Nierenbeckenentzündung mit Fieber ausweitet. Dann besteht die Gefahr, dass das Kind als Frühgeburt zur Welt kommt. Je früher das Kind aber geboren wird, desto unreifer ist es; das bedeutet, dass viele seiner Körperfunktionen noch nicht voll entwickelt sind. Diese Babys haben vor allem oft Schwierigkeiten, allein zu atmen. Als weiteres Zeichen ihrer Unreife wiegen diese Babys bei ihrer Geburt entsprechend wenig.
Bakterien im Urin
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