15.12.2010
Bakterien in der Scheide
Die innere Scheidenhaut ist mit einem Sekret überzogen, dessen Bestandteile von den Bakterien, die jede gesunde Scheide besiedeln, zu Milchsäure verarbeitet werden. Dadurch wird das Scheidenmilieu sauer, was wiederum die Ansiedelung von unerwünschten Bakterien und Pilzen erschwert. Dennoch können sich Krankheitserreger manchmal so sehr vermehren, dass sie die milchsäurebildenden Bakterien überwuchern.
Wenn die Scheide mit einer großen Zahl unerwünschter Bakterien besiedelt ist, spricht man von einer bakteriellen Vaginose. Bei diesen Bakterien handelt es sich vor allem um sogenannte Anaerobier – Bakterien, die kaum Sauerstoff zum Leben brauchen – und um die Bakterienart Gardnerella vaginalis. Bei einer Vaginose kann die Scheidenflora gestört sein, ohne dass die Frau das bemerkt. Das Geschehen kann sich aber auch durch Brennen bemerkbar machen und durch Ausfluss, der dünnflüssig ist und unangenehm riecht.
Über die Gründe einer solchen Keimbesiedelung ist wenig bekannt. Geschlechtsverkehr scheint dabei keine nennenswerte Rolle zu spielen. Sicher ist hingegen, dass die Infektion trotz erfolgreicher Behandlung sehr häufig wiederkehrt.
Folgen einer Infektion der Frau für das Kind
Studien zeigen, dass eine starke Besiedelung der Scheide mit den genannten Keimen bei 3 bis 5 von 100 Frauen zu einer Entzündung führt, in deren Folge vorzeitige Wehen auftreten oder die Fruchtblase verfrüht platzt, sodass die Schwangerschaft vorzeitig endet. Diese Gefahr scheint umso größer zu sein, je früher die übermäßige Keimbesiedelung nachgewiesen wurde. Je nachdem, wie lange das Kind vor dem errechneten Termin geboren wird, bedeutet das, dass einige oder viele seiner Funktionen dann noch nicht stabil sind. Vor allem, selbstständig zu atmen, bereitet den „Frühchen“ oft Schwierigkeiten.
Bakterien in der Scheide
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