27.09.2007
Die ersten zehn Wochen
Wenn sich bei der Frau der erste Verdacht auf ihre Schwangerschaft regt, ist schon viel passiert. In einem der Eileiter sind eine Eizelle und eine Samenzelle miteinander verschmolzen. 30 Stunden später hat sich diese Zelle zum ersten Mal geteilt. Während sich die entstandenen Zellen weiter teilen, bewegen sie sich in den Gebärmutterkörper. Die Zellen bilden nun eine hohle Zellansammlung. Um den siebten Tag herum heftet diese sich im Innern der Gebärmutter an die Schleimhaut. Bis dahin hat sich der Keimling von seinen eigenen Zellen ernährt, ab etwa dem 9. Tag wird er vom Blut der Frau versorgt.
Aus dem Hohlraum der Zellansammlung wird die Fruchthöhle, die sich später mit Fruchtwasser füllt, das den Embryo umgibt. Dieser entsteht aus den Zellen eines verdickten Bereichs im Innern der Zellansammlung. Ihr äußerer Anteil wächst in die Gebärmutterschleimhaut hinein und wird zum Mutterkuchen (Plazenta). Ein Stiel, die spätere Nabelschnur, verbindet Plazenta und Embryo. Es entstehen Membranen: das Chorion, das den Embryo umgibt, und das Amnion, das die Fruchtblase bildet.
Im nächsten Entwicklungsschritt werden die inneren Organe angelegt. Es bildet sich das Neuralrohr, aus dem später Gehirn und Rückenmark hervorgehen. Das Herz und die wichtigsten Blutgefäße entstehen. Ab dem 20. Tag – also etwa dann, wenn viele Frauen vermuten, sie könnten schwanger sein – beginnt das Herz, Flüssigkeit durch die Gefäße des Embryos zu pumpen, wenig später tauchen die ersten roten Blutkörperchen auf. Ungefähr am 21. Tag beginnt in den Chorionzotten, dem zum Kind gehörenden Teil der Plazenta, die Blutzirkulation. In der Zwischenzeit hat der Embryo seine typische Form angenommen. 10 Wochen nach der Befruchtung sind diese Vorgänge abgeschlossen. Ab diesem Zeitpunkt spricht man nicht mehr vom Embryo, sondern vom Fetus.
Viele Frauen registrieren bereits in den ersten Wochen nach Ausbleiben der Regel körperliche Veränderungen: Ihre Brüste werden empfindlich und vergrößern sich, ihnen ist morgens leicht übel, sie müssen häufiger zur Toilette, sind ungewöhnlich müde und ihr Appetit verändert sich.
