Sicherheit von Spielzeug: Puppe, Teddy, Eisenbahn oder Plastikauto: Fast alle enthalten Schadstoffe

Video
Spielzeug: Alarm im Kinderzimmer
Das Video zum Test

21.10.2010

Ob Holzeisenbahn, Puppe, Plüschtier oder Traktor: Mehr als 80 Prozent der geprüften Spielzeuge ist mit gesundheitsgefährdenden Schadstoffen belastet. Zwei Drittel sogar stark bis sehr stark. Schlimmer noch: 5 von 50 Spielzeugen setzen die Kinder beim Spielen einer direkten Gefahr aus, weil sich bei ihnen Einzelteile lösen können, die Kinder leicht verschlucken. Zu diesem Ergebnis kommt die Stiftung Warentest in der November-Ausgabe ihrer Zeitschrift test, für die sie die Sicherheit von Spielzeug für Kinder unter drei Jahren getestet hat.

„Eine böse Überraschung“ nannte die Stiftung die Tatsache, dass ein Großteil des Spielzeugs gängige Sicherheitstests nicht bestanden hat, darunter Markenware wie Brio, Eichhorn, Fisher Price, Plan Toys, Selecta, sigikid, Steiff und Thomas & Friends.

Die am häufigsten gefundenen Schadstoffe, mit denen das Spielzeug fast immer deutlich, stark oder sehr stark belastet war, waren PAK (Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe), Phthalate, Formaldehyd, Nonylphenol, Schwermetalle oder zinnorganische Verbindungen. Ausgerechnet Holzspielzeug ist stark mit Schadstoffen belastet, keines im Test ist völlig schadstofffrei. Über die Hälfte der Produkte im Test kommt aus China. Erst 2007 wurde in China hergestelltes Spielzeug millionenfach zurückgerufen. Auf das CE-Zeichen, mit dem der Hersteller behauptet, dass er alle EU-Richtlinien für das Produkt einhält, ist laut test wenig Verlass. Es ist bei Spielzeug Pflicht und stand deshalb auf jedem der 50 geprüften Produkte.

Die Stiftung rät, vor dem Kauf von Spielzeug nach ablösbaren Kleinteilen zu schauen und es bei auffälligem Geruch lieber im Laden zu lassen. Puppen sollten für Kleinkinder am besten aus Stoff sein.

Der ausführliche Test Spielzeug ist in der November-Ausgabe der Zeitschrift test und online unter www.test.de/spielzeug veröffentlicht.

Bildmaterial

Entflammbarkeit
Der Plüschaffe von sigikid brannte lichterloh
Aufgeschnittener Teddy
Zur Schadstoffanalyse wird das Plüschtier in seine Einzelteile zerlegt
Lackprobe
Für die Laborprüfung wird der Lack abgekratzt
Chemische Prüfung
Chemische Prüfung im Labor
Zugprüfung
Hier wird untersucht, ob verschluckbare Kleinteile abreißen können
Zugprüfung
Hier wird untersucht, ob verschluckbare Kleinteile abreißen können
Zugprüfung
Die Ziehschlange von Plan Toys verlor einen Teil ihrer Zunge
Alle Produkte im Test
Über 80% der getesteten Produkte waren mit Schadstoffen belastet
Schadstofffreie Produkte
Deutlich übersichtlicher: Die Produkte ohne Schadstoffbelastung
Nicht verkehrsfähig
Sieben Produkte hätten nicht verkauft werden dürfen
Holzspielzeug
Kein einziges Holzspielzeug war schadstofffrei
Cover test 11/2010
Cover
Titelbild von test 11/2010

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