Schlank, stromsparend und flimmerfrei: Flachbildschirme sind besser und billiger als je zuvor. Die Zeit für den Umstieg von der alten Bildröhre ist günstig. „Gute“ 43er Monitore sind schon ab 310 Euro zu haben.
Schirm an Schirm reihen sich die TFT-Monitore in den Regalen der Elektronikdiscounter. Mit bunten Bildchen buhlen sie um die Gunst des Kunden. Qualitätsunterschiede sind auf den ersten Blick kaum auszumachen. Schilder mit allerlei rätselhaften technischen Angaben tragen eher zur Verwirrung bei als zur Information. Wie findet man da den richtigen Monitor?
43 oder besser gleich 48 Zentimeter?
Zunächst sollte man sich Gedanken über die passende Displaygröße machen. Den Markt dominieren Geräte mit 43 und mit 48 Zentimeter Bildschirmdiagonale (17 und 19 Zoll). Beide Formate haben dieselbe physikalische Auflösung, das heißt dieselbe Anzahl an Bildpunkten. Monitore beider Größen zeigen also denselben Bildausschnitt. Der Unterschied: Das Bild auf einem 43-Zentimeter-Monitor ist kleiner als auf einem 48er. Auf dem kleineren Gerät ist der Text vieler Webseiten im Internet Explorer nur noch schwer zu entziffern, weil die Schrift so winzig ist.
Tipp: Vergleichen Sie beide Monitorformate einmal direkt. Falls Ihnen bei normalem Abstand vom Monitor die Schrift auf dem Windows-Desktop auf einem 43er Schirm zu klein ist, sollten Sie die Mehrkosten für ein größeres Display nicht scheuen.
Ist der Bildaufbau schnell genug?
Ein weiteres Argument für die 48er Bildschirme: Meist werden darin höherwertige Bauteile verwendet, was zu einer etwas besseren Bildqualität führt. Im Sehtest gibt es bei ihnen mehr „sehr gute“ Urteile, während dies bei den kleineren Monitoren nur Acer erreicht. Allerdings kann sich die Bildqualität bei fast allen Geräten sehen lassen. Bis auf BenQ schneiden im Sehtest alle „gut“ oder besser ab. Ein schärferes und stabileres Bild als Röhrenmonitore liefern Flachbildschirme schon lange. Die TFT-Technologie hat aber auch Schwächen. Zum Beispiel bei der Geschwindigkeit des Bildaufbaus. Wer in erster Linie mit Textverarbeitung beschäftigt ist, dem kann das egal sein. Es sind vor allem Multimediaanwedungen, bei denen die flachen Displays einen zwiespältigen Ruf haben. Besonders Video- und Spielefreunde fürchten zu langsame Reaktionszeiten. Denn wenn die Pixel auf dem Display zu träge reagieren, können schnelle Bewegungen auf dem Schirm zu verwischten Bildern führen.
Doch der Test gibt weitgehend Entwarnung: Bei der Schnelligkeit des Bildaufbaus ist kein Monitor schlechter als „befriedigend“, wobei die kleineren Displays insgesamt schnellere Reaktionszeiten haben als die großen. Und selbst die etwas langsameren Displays reichen völlig aus, um Videos anzusehen. Nur sehr anspruchsvolle Actionspieler sollten sich für einen besonders schnellen Flachbildschirm entscheiden.
Gibts Probleme beim Blickwinkel?
Eine andere traditionelle Schwäche von TFT-Monitoren ist die Abhängigkeit der Bildqualität vom Betrachtungswinkel. Das wird dann zum Problem, wenn mehrere Personen vor dem Rechner sitzen und ihn als Heimkino nutzen. Da geht es natürlich nicht, wenn das Bild nur von einem einzigen Platz mitten vor dem Schirm gut zu erkennen ist. Auch hier hat sich in letzter Zeit viel getan. Dabei zeigt der Test: Die größten Verbesserungen beim Betrachtungswinkel gehen noch auf Kosten der Geschwindigkeit. Vor allem die 48-Zentimeter-Modelle, bei denen aufwendigste Displaytechnologie zum Einsatz kommt, liefern auch aus einem größeren Winkel noch brillante Bilder. Dafür haben sie etwas schlechtere Reaktionszeiten. Für die meisten Anwender ist das nicht tragisch. Nur die Actionspieler müssen sich überlegen, ob sie für ein besonders schnelles Display Abstriche beim Betrachtungswinkel machen wollen.
Stimmen die Farben?
Am meisten lassen die TFT-Displays bei der Farbdarstellung zu wünschen übrig. Stellt man verschiedene Flachbildschirme in eine Reihe und lässt sie alle ein weißes Bild anzeigen, erlebt man sein buntes Wunder: Die „Weißtöne“ reichen von bläulich beim Belinea über grünlich beim Philips bis zu einem schmutzigen Gelb beim BenQ-Monitor. Besonders wer am PC Fotos bearbeitet und sie ausdrucken will, muss am Monitor oder am Grafikkartentreiber aufwendig nachjustieren.
Tipp: NEC liefert ein Farbkalibrierungs-Programm mit. Eine andere Lösung ist zum Beispiel das Programm „Digital Quality“, das im Fotohandel erhältlich ist.
Ein anderes Problem: Bei den meisten Geräten im Test ist der Bildschirm nicht gleichmäßig ausgeleuchtet. Das führt zu einer mehr oder weniger ungleichmäßigen Helligkeitsverteilung. Das ist zwar nicht dramatisch, Acer und Philips zeigen aber, dass die Hintergrundbeleuchtung auch besser montiert werden kann.
Und was ist sonst noch wichtig?
Ein Monitor besteht nicht aus dem Display allein. Und bei der Ausstattung gibt es erhebliche Unterschiede. Das geht schon beim Anschluss an den Computer los: Einen VGA-Anschluss haben alle Monitore im Test, doch nur gut jeder zweite hat einen zusätzlichen DVI-Eingang. Wer mehrere Rechner besitzt, profitiert davon, wenn er zwischen den beiden Eingängen umschalten kann. So kann er das Display zum Beispiel sowohl für den Tischrechner als auch als Zweitmonitor fürs Notebook verwenden, ohne ständig umstöpseln zu müssen.
Beim richtigen Aufstellen auf dem Schreibtisch hilft ein höhenverstellbarer Monitor. Besonders für Textarbeiter ist es praktisch, wenn sich das Display außerdem noch um 90 Grad ins Hochformat drehen lässt. So lassen sich Textdokumente und Webseiten optimal darstellen. Im Test bieten die beiden Geräte von Fujitsu Siemens sowie die von Eizo und Samsung diese nützliche Möglichkeit.
Ob es dagegen Sinn macht, wenn ein Monitor auch eingebaute Lautsprecher hat, ist wohl Ansichtssache. Gute Klangqualität kann man hier jedenfalls nicht erwarten. Ebenfalls Geschmackssache ist das Design. Dumm nur, wenn es auf Kosten der Benutzbarkeit geht. Es ist schon unpraktisch genug, lange nach dem Einschalter tasten zu müssen, weil er so dezent gestaltet ist. Den Vogel schießt aber der getestete 43er von Sony ab: Das Display hat eine spiegelblanke Oberfläche, die zusammen mit dem noblen Design wohl besonders hochwertig wirken soll. Unter ungünstigen Beleuchtungsverhältnissen ist darauf jedoch das Monitorbild nur noch schwer zu erkennen.
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