Filter für Farbfotos: Kleine Filterkunde
Von Korrektur bis Kitsch: Filter helfen gegen Rotstich, verschaffen Durchblick durch spiegelnde Wasseroberflächen oder zaubern tiefblaue Sommerhimmel.
Die meisten Fotografen schrauben ein Filterglas nur als Schutz vor Staub und Kratzern vor das Kameraobjektiv. Dabei steckt in den dünnen Vorsatzgläsern wesentlich mehr. Richtig eingesetzt zaubern sie das Tüpfelchen vom i aufs Foto und sparen eine Menge Nacharbeit in der Dunkelkammer oder bei der digitalen Bildbearbeitung.
UV-Filter
Das meistverwendete Filter ist das UV-Filter. Es sperrt die ultraviolette Strahlung aus, die bei klarem Himmel insbesondere im Gebirge zu dunstigen Bildern führen kann. Die Filterbezeichnung ist „UV“ oder „Haze“. Bleibt das Filter permanent als Schutzglas vor dem Objektiv, schmälert das die Leistungsfähigkeit der Optik nur geringfügig.
Skylightfilter
Die gleiche Funktion wird oft dem Skylightfilter zugedacht. Das Filter ist aber farblich nicht neutral. Es sperrt zwar auch das UV-Licht aus, färbt das Bild aber leicht rosa. Das Skylightfilter ist ein Konversions- oder Korrekturfilter, wenn das Licht am frühen Morgen oder in großen Höhen viel Blau enthält. Es eignet sich deshalb weniger als Schutzglas.
In der korrekten Bezeichnung für diese Filter (etwa KR 1,5 oder KR 3 für Konversionsfilter rot plus Filterzahl) steckt das Maß für die Filterstärke. Die muss bei der Belichtungsmessung (längere Belichtungszeit oder größere Blende) berücksichtigt werden, wenn die Kamera die Belichtung nicht am oder durch das Objektiv misst und so den Filterfaktor nicht mit in die Messung einbezieht.
Blaufilter
Blaufilter (Konversionsfilter blau KB 1,5 oder KB 3, im Extremfall KB 6 oder KB 12) bewirken das Gegenteil vom Skylight-Filter. Sie färben das Bild blau. Oft ist das stimmungsvoll orange Abendlicht zwar erwünscht, wenn beispielsweise der Sonnenuntergang auf Dias verewigt werden soll. Doch wer vermeiden will, dass bei Porträts die Gesichter eher an Apfelsinen erinnern, sollte ein Blaufilter nutzen. Belichtungskorrektur hier: eine halbe bis zweieinhalb Blendenstufen.
Polarisationsfilter
Sie wirken gegen Spiegelungen. Bestes Beispiel: Der Blick durch eine Fensterscheibe. Ohne „Polfilter“ ist das Spiegelbild des Fotografen zu sehen, mit Filter, was hinter der Scheibe ist. Dazu wird so lange am Filter gedreht, bis die Spiegelung weg ist. Das geht übrigens auch bei leicht dunstigem Himmel. Das Himmelblau wird kräftiger, der Kontrast zu den Wolken deutlicher. Auch spiegelnde Wasseroberflächen werden durch ein Polfilter durchsichtig. Pflanzen, Dächer, Straßen, immer wenn Licht reflektiert wird, kann der Bildeindruck durch das Filter verändert werden. Es gibt lineare und zirkulare Polfilter. Für moderne Autofokuskameras ist das teurere zirkulare erforderlich. Polfilter schlucken Licht. Rund zwei Blenden oder die vierfache Belichtungszeit sind einzurechnen.
Voraussetzung für die Verwendung von Filtern: Die verwendete Kamera muss einen Filteranschluss vor dem Objektiv haben (z. B. Gewinde, Bajonett). Wer Dias macht, kommt um Konversionsfilter praktisch nicht herum, denn an den fertigen Bildern kann im Nachhinein nichts mehr verändert werden.
Bei Negativfilmen sind die Farbfilter nur der erste Schritt. Alle Papierabzüge werden im Fotolabor farbkorrigiert. Dabei verschwinden auch Blau- und Rotstiche, aber auch der stimmungsvolle rote Abendhimmel. Wer Farbstimmungen einfangen will, kann Diafilme verwenden und einzelne Bilder dann mit dem Vermerk „nicht ausfiltern“ vom Fotolabor auf Papier ziehen lassen.
In Digitalkameras ist das Konversionsfilter bereits eingebaut. Der Weißabgleich (automatisch oder manuell) stellt die Farben auf neutral.
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Nachtest (aus test 1/2004)
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