Smartphones: Schlaue Alleskönner
25.09.2006
Smartphones vereinen zwei Welten in einem Gerät: Als Handy telefonieren sie, schreiben Kurzmitteilungen und machen digitale Schnappschüsse. Als Minicomputer empfangen und versenden sie E-Mails, bearbeiten Texte und verwalten Termine. Große Displays und Buchstaben-Tastaturen erleichtern die Arbeit. Das klingt wie die eierlegende Wollmilchsau. Doch die geballten Leistungspakete haben sowohl ihren Preis als auch ihr Gewicht. Sie kosten zwischen 450 und 835 Euro und wiegen bis zu 300 Gramm. Das ist wesentlich schwerer als ein einzelnes Handy und zerbeult zweifellos jede Hemdtasche. Außerdem beherrschen die einzelnen Geräte unterschiedliche Funktionen jeweils unterschiedlich gut. test.de zeigt die Vor- und Nachteile der schlauen Telefone.
Große Tastatur
Die wichtigste Frage beim Kauf eines Smartphones lautet: „Was soll das Gerät leisten?“ Längst verwalten die schlauen Telefone nicht nur Termine und rufen Geschäftspartner an. Wer unterwegs viele Daten eingibt oder Texte bearbeitet, kommt ohne ordentliche Tastatur kaum aus. Zwar verfügen viele Geräte über einen Touchscreen mit virtueller Tastatur. Doch sind deren Buchstaben oft klein wie Stecknadelköpfe. Die Eingabe wird somit schnell zur Geduldsprobe. Besser sind daher feste Tastaturen - manche zum Aufschieben oder Aufklappen. Hier ist zwar immer noch Fingerspitzengefühl gefragt. Die Tastaturen des Nokia 9300i und des E-Plus PDA IV kommen einem kleinen Notebook aber schon recht nahe. Besonders kleine Tasten hat dagegen das Sony Ericsson M600i - hier teilen sich jeweils zwei Buchstaben eine Taste. Weiterer Nachteil der Smartphones: Sie haben keine Tastatur mit deutscher Tastenbelegung. Lediglich die Tastatur des Nokia E61 bietet eigene Tasten für Umlaute.
Mini-Office
Manche Smartphones übernehmen wichtige Aufgaben eines Notebooks: E-Mails abrufen, Tabellen berechnen und Powerpoint-Präsentationen vorbereiten. Doch die Geräte nutzen unterschiedliche Betriebssysteme. In der Regel kommen Smartphones mit Windows Mobile 5 gut mit Windows-PCs zurecht. Gewöhnungsbedürftiger ist es schon bei Geräten mit Symbian und Blackberry. Deren Menüführung ist oft anders als bei Windows und sie unterscheiden sich von den Betriebssystemen von PC und Notebook. Weiteres Problem beim Synchronisieren: Wenn die Dateien Sonderzeichen- oder Formate enthalten, die das Smartphone nicht darstellen kann, gehen diese Inhalte verloren. Wer für die Arbeit unterwegs aber ohne Sonderfunktionen auskommt, hat auf Reisen zumindest einen deutlich leichteren und kleineren Begleiter als ein separates Handy und Notebook.
Schnell im Internet
Neben der Textverarbeitung wird für viele Besitzer eines Smartphones immer wichtiger, ob die Telefone auch drahtlose lokale Netzwerke (WLAN) nutzen können. Damit surfen sie oft ohne weitere Kosten im Internet - im wireless LAN auf der Arbeit, zuhause oder im Hotspot an öffentlichen Plätzen, Flughäfen und Restaurants. Einzige Voraussetzung: Die Smartphones müssen mindestens den WLAN-Standard 802.11B oder G unterstützen. Im Vergleich zu UMTS bietet WLAN schnellere Übertragungsraten und ist zudem in geschlossenen Räumen besser verfügbar. Interessant ist WLAN auch zum Telefonieren im Internet (VoIP). Ab einer Taktfrequenz von 300 Megahertz können die Geräte ordentliche Gesprächsqualität liefern. Das ist bei dem Nokia E61, dem E-Plus PDA IV sowie dem HP iPAQ hw6 915 der Fall. Das lohnt sich vor allem im Ausland: Wer sich dort in einem kostenlosen Hotspot aufhält, zahlt mit VoIP nur die Gebühren des Internettelefonanbieters. Roaming-Gebühren fallen dann keine an.
E-Mails sofort
Für manche Geschäftsleute ist auch wichtig, unterwegs jederzeits ohne Verzögerung E-Mails zu empfangen. An diese spezielle Zielgruppe wenden sich die Geräte von Blackberry oder mit Blackberry-Funktion (Nokia E61 und E70). Das Besondere daran: Ein E-Mail-Server leitet alle ankommenden Mails sofort auf das Smartphone weiter („Push-E-Mail“). Manche Blackberry-Besitzer sind geradezu süchtig danach und schauen bei jeder Gelegenheit zum E-Mail-Check auf ihr Smartphone. Wer diesen Dienst nutzen möchte, braucht neben dem Handytarif allerdings eine kostenpflichtige Zusatzoption für Datenempfang und Nutzung des Blackberry-Servers. Bei Vodafone kostet diese Option zusätzlich zum Grundpreis mindestens 17,40 Euro im Monat für 5 Megabyte Datenvolumen. Achtung: Im Ausland fallen für jede neue Mail zudem Roaming-Gebühren an. Für den täglichen Gebrauch reichen aber meist auch Geräte, die in festgelegten Intervallen - zum Beispiel alle 15 Minuten - den E-Mail-Server kontaktieren und angekommene Mails herunter ziehen („Pull-E-Mail“).
Leere Akkus
Ein Wort zum Stromverbrauch: Schon die großen bunten Bildschirme verbrauchen eine ganze Menge Strom. Noch mehr Energie saugen jedoch Internetverbindungen und Internettelefonie. Wenn WLAN mit intensivem Datenverkehr aktiv ist oder mehrere Programme im Hintergrund laufen, ist der Akku nach zwei bis drei Stunden leer. Wer also viel mit dem Smartphone arbeitet, sollte entweder ein Ladekabel dabei haben oder regelmäßig den Akkustand prüfen - sonst reicht am Ende der Saft nicht einmal mehr für einen kurzen Anruf zu Hause, wenn es mal wieder später wird.
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