Schreibtisch-PCs: Starke Kiste unterm Tisch
Immer mehr Kunden greifen zu Notebooks. Doch die guten alten Rechenkisten haben noch nicht ausgedient: Sie bieten viel Leistung und sind leicht zu erweitern.
Klassische Schreibtisch-PCs haben es schwer. Immer mehr Nutzer ersetzen sie durch Notebooks. Dabei haben die großen Kisten gegenüber den kleinen Mobilen durchaus ihre Stärken. Traditionell bieten sie mehr Leistung fürs Geld, und einzelne Komponenten lassen sich leichter nach- oder umrüsten. Außerdem kann man einen klassischen PC-Arbeitsplatz ergonomischer einrichten. Denn anders als beim Notebook kann man Tastatur und Monitor unabhängig voneinander auf dem Schreibtisch platzieren. Gründe genug, um wieder Schreibtisch-PCs zu prüfen. Ein typischer privat genutzter PC kostet im Schnitt zwischen 500 und 700 Euro. Wir haben neun Geräte getestet, um zu sehen, wie viel Rechner fürs Geld zu bekommen ist. Außerdem dabei: der Apple iMac, der Eigenschaften von Schreibtisch-PC und Notebook verbindet (sieheBesonderheit).
Rechenleistung satt
Die meisten Computer im Test bringen Rechenleistung satt. Für Büroanwendungen wie Textverarbeitung oder Internetsurfen würden auch günstigere und langsamere Rechner reichen. Die geprüften Modelle der 600-Euro-Klasse schaffen aber auch anspruchsvollere Multimediaanwendungen wie das Bearbeiten großer Foto- oder Videodateien „gut“ bis „sehr gut“. Den hohen Leistungsanforderungen aktueller 3D-Actionspiele sind die Geräte von Acer, Atelco und HP „gut“ gewachsen.
Der Lenovo-PC ist dagegen als reiner Bürorechner konzipiert. Statt einer Grafikkarte mit eigenem Speicher nutzt er den einfacheren Grafikchip auf der Hauptplatine. Entsprechend wenig geeignet ist er für 3D-Spiele. Eine schnellere Grafikkarte könnte man nachrüsten, der Steckplatz ist noch frei. Zum Vergleich: In der Rechenleistung entsprechen die geprüften PCs in etwa den „guten“ unter den im Juni getesteten 1000-Euro-Notebooks. Leichte Vorteile haben die PCs vor allem bei den rechenintensiven 3D-Spielen.
Erweitern bis zum Abwinken
Der größte Trumpf der Schreibtischrechner gegenüber Notebooks ist die Erweiterbarkeit: Ein Notebook mit schnellerer Grafikkarte oder zusätzlichen Laufwerken aufzurüsten, ist kompliziert oder gar unmöglich. Die besten Erweiterungsmöglichkeiten im Test bietet der PC von Atelco. Er hat je zwei freie PCI- und PCI-Express-Steckplätze, mit denen man etwa ein Modem, einen WLan-Funknetzadapter, einen TV-Empfänger und zusätzliche Anschlüsse nachrüsten könnte. Außerdem hat der Atelco drei große und drei kleine Laufwerkschächte frei. Sie können den fehlenden Kartenleser, ein Blu-ray-Laufwerk für hochauflösende Videos und mehrere Festplatten aufnehmen. Ein Augenschmaus ist der Atelco mit seiner gelbstichig-silbrigen Frontseite aber nicht. Überhaupt wirken die Gehäuse der geprüften PCs nicht allzu edel. Das zeigt sich auch beim Einbau von Erweiterungen. Zwar lassen sich die meisten ohne Werkzeug öffnen, aber so elegante Schließmechanismen wie es sie früher bei manchen Gehäusen zum Beispiel von Apple oder Dell gab, fehlen diesmal.
Probleme bei der Wiederherstellung
Große Unterschiede gibt es, wenn man die Systemsoftware der Rechner in den Auslieferungszustand zurückversetzen will. Vorbildlich beim Medion: Es gibt nicht nur ein „Recovery-Image“ auf der Festplatte, mit dem man das System samt Anwendungen wiederherstellen kann. Mitgeliefert werden auch eine Recovery- und eine Installations-DVD. Wenn die Festplatte defekt ist, kann man damit auf einer neuen wahlweise den Auslieferungszustand wiederherstellen oder ein „sauberes“ Betriebssystem neu installieren. Ärgerlich beim Acer: Es gibt weder ein Recovery-Image auf Festplatte noch Installations- oder Recovery-DVDs. Zwar ist ein Programm installiert, mit dem man selbst Recovery-DVDs brennen kann. Doch muss man dies selbst finden, eine automatische Aufforderung fehlt. Dumme Panne beim Lenovo: Laut Anleitung läuft die Wiederherstellung über die mitgelieferte DVD, doch die installiert nicht Windows Vista, sondern das ältere Windows XP. Die Vista-Recovery-DVD lieferte der Support dann auf Anfrage nach.
Tipp: Fragen Sie gleich beim Anbieter danach, wenn dem PC keine Wiederherstellungsmedien beiliegen und im Handbuch nicht steht, wie man selbst welche brennt.
Lärmer und Stromfresser
Besonders leise und stromsparend arbeitet Apples iMac. „Gut“ schlägt sich bei Stromverbrauch und Geräuschpegel noch der HP. Beim Fujitsu nervt ein lauter Prozessorlüfter. Die PCs von Acer und Hyrican verbrauchen im Standby viel Strom. Der Hyrican zieht sogar im heruntergefahrenen Zustand noch viereinhalb Watt.
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