Scanner: Verblüffend scharf
Scanner können auch dreidimensionale Objekte einlesen, Gesichter zum Beispiel oder Schmetterlinge. In guter Qualität.
Für diesen Test haben wir die sympathische junge Frau gleich doppelt aufgenommen: einmal mit einem herkömmlichen Foto und einmal mit Kussmund gescannt. Bis auf den Canon Smartbase können alle geprüften Scanner dreidimensionale Objekte einlesen. Ergebnis: Madame ist auch digital noch verblüffend scharf. Obwohl das menschliche Gesicht für den Scanner ein riesiges, hoch „aufragendes“ Gebilde ist, sieht der Scan erstaunlich gut aus. Die sichtbaren Verzerrungen können mit einem Bildbearbeitungsprogramm leicht entfernt werden. Kleinere Objekte wie Schrauben, Holzfiguren oder auch Brillen wirken wie fotografiert.
Die 3D-Funktion eröffnet eine Fülle von Anwendungsmöglichkeiten. Kinder scannen Fliegen oder Blumen und vergrößern sie auf dem Bildschirm. Das macht mehr Spaß als mit dem Mikroskop und alle können das Ergebnis gleichzeitig auf dem Monitor betrachten. Erwachsene, die ihren tragbaren CD-Player oder eine Uhr im Internet (zum Beispiel bei ebay) präsentieren wollen, brauchen für das Foto keine Digitalkamera. Gewerbetreibende können Dateien von Bauteilen (Ingenieure) oder Schmuck (Goldschmiede) verschicken: Objekt auflegen, scannen, als E-Mail verschicken, fertig. Vorausgesetzt, der Scanner arbeitet mit der CCD-Technik (Charge Coupled Device – „ladungsgekoppeltes Bauelement“), das zu scannende Teil ist nicht größer als DIN A 4 und der Adressat erwartet kein professionelles Foto. „Sehr gute“ Ergebnisse im Prüfpunkt „Schärfentiefe bei 3D-Objekten“ hatten vier Scanner, sechs Geräte waren „gut“.
Hochstapler
Auch eine zweite Eigenschaft gefiel unseren Prüfern. Der Testsieger Umax Astra 4500 sowie der „befriedigende“ Mustek Bearpaw 2400 TA können hochkant wie ein Buch im Regal parken, die notwendigen Ständer werden mitgeliefert. Beide Geräte sind ein Tipp für alle, bei denen Monitor, Drucker, Modem und Tastatur den Schreibtisch bereits so füllen, dass für den Scanner kaum noch Platz ist.
Alle aktuell geprüften Geräte sind Flachbettscanner: Auf einer Glasplatte liegen die zu scannenden Objekte, darunter befinden sich eine bewegliche Lichtquelle sowie der Lesekopf. Das Testfeld teilt sich in drei Gruppen. Die erste und größte Gruppe besteht aus neun Modellen mit Durchlichteinheit ab etwa 130 Euro. Sie sind vor allem für Hobbyfotografen interessant, die Dias oder Negative scannen und digital bearbeiten wollen . Die preiswerteren Scanner aus der zweiten Gruppe kosten 90 bis 100 Euro, haben eine niedrigere Auflösung und werden ohne Durchlichteinheit verkauft.
Zwei Multifunktionsgeräte bilden die letzte Gruppe: Sie können scannen, drucken und kopieren (Tintenstrahltechnik). Der HP PSC 750 und der Canon Smartbase MPC 400 sind naturgemäß deutlich größer und teurer als herkömmliche Scanner – dafür machen sie einen separaten Drucker überflüssig. Beide Modelle zeigten beim Drucken und beim Scannen brauchbare Resultate und sind eine Alternative zu Einzelgeräten.
Installation
Das Einrichten der Scannersoftware ist meist kein Problem. Die Installations-CD-Rom startet nach dem Einlegen von allein. Auf dem Bildschirm erscheint eine Liste der verfügbaren Programme (zum Beispiel Software zur Bildbearbeitung oder zum Einlesen von Texten), deren Installation allerdings einige Zeit dauern kann. Das wichtigste Programm für den Betrieb des Scanners ist der Twain-Treiber: Er regelt die Zusammenarbeit des Scanners mit dem PC und sorgt dafür, dass die eingelesenen Daten später in anderen Programmen weiterverwendet werden können. Wer beispielsweise das gescannte Bild seiner Oma weiter bearbeiten will (Farben verbessern, Frisur austauschen), sollte auch eins der mitgelieferten Programme zur Bildbearbeitung installieren. Sie haben meist nur recht einfache Funktionen, reichen aber für erste Versuche aus.
Ärgerlich: Oft gibt es für die Software keine Menüfunktion „Deinstallieren“. Der Anwender muss dann alle Komponenten der Programme finden und mühsam einzeln von der Festplatte löschen. Besonders auffällig ist das beim Visioneer 4800 sowie den beiden Epson-Geräten.
Auflösung
Die Scanner haben meist eine Auflösung von mindestens 1 200 x 2 400 dots per inch (dpi): Auf einem Zoll Länge (2,54 Zentimeter) können sie horizontal 1 200 Punkte und vertikal 2 400 Punkte einlesen. Der Microtek Scanmaker 5600 bringt es sogar auf 2 400 mal 4 800 dpi – was nicht automatisch zu besseren Noten führt. Die beiden Scanner ohne Durchlichteinheit lesen nur ein Sechzehntel der Daten des Scanmakers ein, erreichen in der Bildqualität trotz ihrer recht geringen 600 x 1 200 dpi die besseren Werte. Sie sind in der Farbwiedergabe und beim 3D-Scan leistungsfähiger. Digitale Kussmünder wie auf dem Aufmacherfoto sehen auch mit dem Plustek Opticpro S6 und dem Visioneer 4800 USB richtig gut aus – und das ab 90 Euro.
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