Scanner: Gut gescannt ab 59 Euro
Insekten in 3D, Dias, Lexikaseiten – fast alles lässt sich scannen. test hat 17 neuen Geräten auf die Sensoren geschaut: Auch für wenig Geld bieten einige Scanner viel Leistung.
Wer einen hat, weiß es am besten: Ein Scanner ist praktisch. Nicht nur, um an Beschwerde-E-Mails noch ruck-zuck die umstrittene Telefonrechnung anzuhängen, die nur auf Papier vorliegt. test zeigt, welche guten Gründe es noch gibt, einen Scanner zu haben, und welches von 17 Geräten zwischen 59 und 272 Euro das richtige für Sie ist.
1: Für Freunde von Diafilmen
Sie haben Dutzende von Kästen voll alter Dias und wollen diese gern am PC bearbeiten und archivieren? Oder fotografieren Sie aus Prinzip nur auf Diafilm, möchten aber auch mal ein paar Abzüge zum Vorzeigen haben? Dann sind Sie ein Kandidat für einen Scanner mit Durchlichteinheit. Dabei leuchtet zusätzlich zu der Lampe im „Schlitten“, wie sie jeder Scanner braucht, eine weitere Lampe von hinten durch die transparente Bildvorlage – sprich Negative oder Dias. Sie kann in den Deckel integriert sein oder wird wie beim CanoScan LiDE 80 und HP Scanjet 4670 aufgesetzt. Halteschablonen für gerahmte Dias und Filmstreifen werden außerdem mitgeliefert.
- Tipp 1: Um große Mengen Film zeitsparend zu digitalisieren, sollten Nutzer sicherstellen, dass mehrere Dias oder ganze Streifen auf einmal zu scannen sind, nicht nur Bild für Bild. Semiprofessionelle Fotografen dürften an einem speziellen Filmscanner Gefallen finden.
- Tipp 2: Nicht alle Geräte scannen auch gerahmte Dias, einige nur solche mit dünnen Rähmchen. Fragen Sie nach.
- Tipp 3: Falls Sie Dias im Mittelformat machen, müssen Sie auf einen Halter für große Dias achten.
Einige Anbieter führen das gleiche Modell mit und ohne Durchlichteinheit. Im Test sind das Umax Astra 4950/4900, Epson Perfection 1670 Photo/1670 und HP Scanjet 4670/4600. Mit Scannern ohne Durchlichteinheit können Sie nur undurchsichtige Vorlagen wie Papier oder Karton scannen, aber keinen Film.
2: Für detailverliebte Forscher
Wer Kinder oder Enkel hat, kennt das: Irgendwann entdecken sie die Welt der Insekten. Dann kommt oft ganz schnell die gute alte Lupe zum Einsatz. Erstaunlich, aber wahr: In deutlich größerem Format und ebenso lebensecht lassen sich die kleinen Krabbelviecher mithilfe von Scannern darstellen. Die meisten von ihnen – 13 in unserem Test – scannen dreidimensionale Objekte so überzeugend, dass man das Gefühl hat, durch eine Lupe zu schauen (siehe Prüfpunkt 3D-Scans in der Tabelle).
- Tipp 4: Voraussetzung ist, dass das Gerät mit CCD-Sensoren und nicht mit der CIS-Technik arbeitet. Erkundigen Sie sich beim Kauf danach.
3: Für kreative Posterfans
Kreative Fotofreunde, die aus einem gescannten Negativ oder Dia großformatige Papierbilder zum Einrahmen oder gar Poster machen möchten, müssen auf die Auflösung achten: Sie sollte deutlich über 1200 x 1200 dpi (dots per inch, Punkte pro Zoll) liegen. Auch falls man das Ergebnis später nur im Format 10 x 15 Zentimeter ausdrucken will, ist mit mindestens 1200 x 1200 dpi zu scannen. Wer Geräte nutzt, bei denen wir eine geringere Auflösung gemessen haben, sollte den Filmscan also nur für kleinere Formate bemühen.
Gut zu wissen: Bei allen Scannern im Test liegt die gemessene Auflösung unter der vom Anbieter angegebenen. Denn die Optik der Geräte ist nicht gut genug, um die hohe Auflösung der Sensoren – mit der die Hersteller gern werben – umzusetzen. Je größer allerdings die Scanvorlage ist, umso weniger wichtig ist die Auflösung.
- Tipp 5: Große Plakate oder Poster lassen sich am bequemsten mit dem HP Scanjet 4670 und dem bauähnlichen Modell 4600 scannen. Sein Deckel ist abnehmbar und so kann er direkt Ausschnitt für Ausschnitt auf die Vorlage gelegt werden.
4 Für mobile Menschen
Sie wollen Ihren Scanner mitnehmen? Für alle, die flexibel arbeiten wollen, ist das durchaus eine praktische Angelegenheit – falls der Scanner dünn und leicht ist. Studenten beispielsweise, die in Bibliotheken recherchieren und nicht ausleihbare Dokumente vor Ort scannen müssen, werden diese Eigenschaften zu schätzen wissen.
Gut reist es sich mit Plustek OpticSlim 2420 (1,4 Kilogramm) und dem nur 100 Gramm schwereren CanoScan LiDE 20. Sie sind nicht nur leicht, sondern brauchen nicht einmal eine Steckdose in der Nähe, da sie mit der CIS-Technik arbeiten. Der Anschluss via USB ans Notebook reicht solchen Scannern völlig. Nur 3D-Objekte können sie nicht scannen.
Eher ungeeignet für alle mobilen Nutzer, die ihr Gerät unter den Arm klemmen wollen, ist der Perfection 3170 Photo von Epson: Er wiegt fast vier Kilogramm. Und seine lauten Betriebsgeräusche dürften ihn beim Bibliothekspersonal auch nicht gerade sehr beliebt machen.
- Tipp 6: Achten Sie auf die Geschwindigkeit des Scanners. Die Unterschiede sind groß. So scannt der Schnellste im Test (CanoScan 3200 F) ein Foto in zehn Sekunden, während sich der HP Scanjet 2400 dafür lange drei Minuten Zeit nimmt.
- Tipp 7: Eine Lösung bei wenig Platz im Arbeitszimmer sind Scanner, die aufrecht stehend genutzt werden können. Allerdings erlaubt diese Position nur eingeschränkten Einsatz, sie eignet sich beispielsweise nicht für Bücher-Scans. Überzeugen Sie sich im Geschäft, ob die Vorlagen handlich anzulegen sind und der Scanner fest steht. Ebenfalls ärgerlich: Wenn im horizontalen Zustand der geöffnete Deckel extrem viel Platz braucht wie im Test beim Mikrotek ScanMaker 6100.
So scannen Sie richtig
Ein paar Grundregeln helfen, beim Scannen Geld, Zeit und Ärger zu sparen:
- Beachten Sie, ob auf der Glasplatte eingezeichnet ist, wo die Vorlage anzulegen ist, und halten Sie sich daran. Sonst werden Teile abgeschnitten.
- Wählen Sie die richtige Auflösung: Wer ein Foto scannen und auf dem Tintenstrahldrucker drucken will, braucht 300 dpi, zum Einlesen von Texten und Dokumenten genügen meist 150 dpi. Einem Foto fürs Internet reichen oft 75 dpi, weil die Datenmenge sonst unnötig groß wäre.
- Mit den mitgelieferten Bildprogrammen lassen sich gescannte Fotos meist nur eingeschränkt bearbeiten. Wer mehr Möglichkeiten sucht, bekommt ab 50 Euro „befriedigende“ Software.
- Die Texterkennungs-Software – bei allen Scannern mitgeliefert – ermöglicht es, gescannte Schriftstücke am PC weiter zu verarbeiten. Das ist praktisch und funktioniert inzwischen mit einer recht geringen Fehlerquote. Probieren Sie es aus!
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