Sat-Empfänger: Schwachpunkt Stromverbrauch
14 neue Sat-Receiver holen Fernseh- und Radioprogramme aus aller Welt ins Wohnzimmer. Geringer Bedienkomfort und ein hoher Stromverbrauch trüben die Freude am exzellenten Bild aber noch oft.
Was die Bild- und Tonqualität angeht, sind alle 14 geprüften Sat-Empfänger fit. Schlechtere Noten als „sehr gut“ und „gut“ mussten wir nicht vergeben. Laienaugen und -ohren nehmen die minimalen Unterschiede kaum wahr. Auch mit schlechten Empfangssituationen kamen fast alle Boxen klar. Nur die zwei mit „ausreichender“ Empfindlichkeit eignen sich nicht für Nutzer kleiner Sat-Schüsseln (33 Zentimeter Durchmesser) oder mit Wohnsitz am Rande des Astra-Empfanggebiets. Schlechter sieht die Bilanz in Sachen Ausstattung und Stromverbrauch aus. test hilft, herauszufinden, über welche Talente Ihr Wunschempfänger verfügen sollte.
Talent Nr. 1: Bezahl-TV entschlüsseln
Alle Satellitenreceiver liefern mehrere Hundert Fernsehprogramme frei Haus, darunter fremdsprachige Sender, Spezialkanäle zu Themen wie Kochen oder Reisen und das digitale Zusatzangebot von ARD und ZDF. Mit den fünf Geräten aber, die eine oder zwei CI-Schnittstellen haben („Common Interface“), lassen sich auch noch verschlüsselte Angebote von Bezahlsendern nutzen. Dafür ist in die CI-Schnittstelle ein Modul plus passende und freigeschaltete (!) Smartcard des jeweiligen Anbieters zu stecken.
Tipp: Das Humax-Gerät sieht zusätzlich einen Schlitz für die Premiere-Karte vor. In unserem Einkaufszeitraum war es das einzige von Premiere lizenzierte Gerät mit Festplatte auf dem deutschen Markt.
Talent Nr. 2: Zeitversetzt fernsehen
Wer eine Box mit Festplatte kauft, kann Sendungen nicht nur direkt aufnehmen (80 Gigabyte: 45 bis 55 Stunden, je nach gesendeter Datenrate). Er kann auch zeitversetzt fernsehen: Ruft mitten im Krimi jemand an, zeichnet er den Rest nicht nur auf, sondern kann sich das Aufgenommene parallel dazu ansehen. Bearbeiten lassen sich die Aufnahmen aber kaum. Nur Humax und Kathrein UFD 580 erlauben, die Werbeblöcke rauszuschneiden.
Tipp: Nicht mit jeder Festplattenbox können Besitzer einer entsprechenden Sat-Antenne (Twin-LNC) eine Sendung sehen, während sie eine andere aufzeichnen. Dafür sind auch zwei Tuner im Gerät erforderlich (Twin). Die Medion-Box verfügt nicht über einen solchen Twin-Tuner.
Talent Nr. 3: Leicht zu bedienen
Wer die Fernbedienung verlegt, bekommt bei den meisten Empfängern Probleme: Nur bei Grundig, Homecast und Kathrein UDF 580 lässt sich das Menü am Gerät aufrufen. Beim Rest kann der Nutzer dort oft nur ein- und ausschalten und Programme wechseln, der Philips lässt sich am Receiver überhaupt nur ausschalten. Wer mit Fernsehtechnik nicht vertraut ist, sollte auch Wert auf eine hilfreiche Anleitung legen, vor allem, wenn vorab noch keine Sender eingestellt sind. Für Familien mit unterschiedlichen Programmvorlieben gilt: Je mehr Favoritenlisten sich anlegen lassen, umso besser.
Tipp: Achten Sie auch auf Schrift- und Tastengröße der Fernbedienung.
Talent Nr. 4: Fernsehzeitung ersetzen
Alle Receiver bieten einen elektronischen Programmführer (EPG), eine Art erweiterter Videotext, der im Bestfall die Programmzeitschrift ersetzt. So zeigt der EPG den Titel des eingestellten Programms an und liefert in unterschiedlichem Umfang Infos zu weiteren Sendungen – falls die Sender die Daten zur Verfügung stellen.
Doch EPG ist nicht gleich EPG. Beim Philips etwa gibts nur Informationen zur laufenden und folgenden Sendung, während die anderen einen Überblick über die nächsten 7 oder auch 14 Tage geben. Infos zu aktuell nicht eingestellten Programmen sind häufig, redaktionelle Ergänzungen wie Filmkritiken weniger verbreitet. Dazu kommen Unterschiede im Bedienkonzept. So heißt es bei allen EPGs im Test: Übung macht den Meister.
Tipp: Bitten Sie den Verkäufer im Geschäft, Ihnen den EPG einmal vorzuführen.
Talent Nr. 5: Surroundsound bieten
Über Satellit lassen sich schon seit längerem auch mehrere Hundert kostenfreie Radioprogramme empfangen. Die ARD hat ihr digitales Hörfunkangebot per Satellit kürzlich auf 55 Programme aufgestockt. Einzelne Produktionen, speziell Konzerte und Hörspiele, werden auch in Surroundsound übertragen. Voraussetzung für dieses Hörerlebnis: ein digitaler Tonausgang, den mit Ausnahme des Skymasters DX 23 alle Boxen im Test haben.
Und auch die Hersteller selbst bieten Audiokanäle an: Technisat zum Beispiel 16 Programme von Jazz bis Country. Um sie zu hören, muss man die freigeschaltete Technisat-Smartcard (plus Modul) in die CI-Schnittstelle oder ins integrierte Entschlüsselungssystem stecken, wie es die Technisat-Box Digit MF4-S vorsieht.
Tipp: Wichtig für alle, die Radio hören, ist ein Display, das Kanalnummern oder, noch besser, Sendernamen anzeigt. Sonst müssen sie zum Radiohören erst den Fernseher einschalten (siehe Tabelle“Digitale Sat-Empfänger“).
Talent Nr. 6: Energie sparen
Elf Geräte mussten wir abwerten, da sie mit bis zu 12,9 Watt im Stand-by relativ viel Strom verbrauchen. Dass es auch anders geht, zeigt der Comag mit 1,4 Watt. Wenn von den 1,9 Millionen im Jahr 2004 in Deutschland gekauften Boxen nur die Hälfte der Käufer statt Energie sparender Geräte „Stromfresser“ erwischt hat, verschwenden sie im Jahr rund 7 Millionen Euro, von der Energie ganz zu schweigen.
Tipp: Neun Geräte haben einen Netzschalter. Wer ihn nutzt, muss aber das Inhalte-Update zum Beispiel fürs EPG, das nachts im Stand-by läuft, am Tag abwarten. Gut zu wissen: Boxen für hochauflösendes TV gibts bisher kaum, im Test waren keine.
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