30.03.2006

Preselection: Einfach günstig sprechen

Preselection Test
Gut zu wissen: Auch mit Preselection-Vertrag kann man weiter Call-by-Call nutzen.

Billiger als die T-Com, bequemer als Call-by-Call: Der richtige Preselection-Tarif machts möglich.

Noch immer stellt die Deutsche Telekom mit ihrer Festnetztochter T-Com rund 90 Prozent der etwa 40 Mil­li­onen Telefonan­schlüs­se im Land. Und doch gehen inzwischen mehr als die Hälfte der Festnetzgespräche über alternative Anbieter. Das ist möglich, weil die Telekom ihre Teilnehmeranschlüsse auch für Verbin­dungsnetze anderer Betreiber öffnen musste. So können auch T-Com-Kunden von den oft viel günstigeren Gesprächstarifen der Konkurrenz profitieren, ohne gleich den kompletten Telefonanschluss wechseln zu müssen.

Call-by-Call: Die Qual der Vorwahl

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Am beliebtesten ist dabei das Call-by-Call-Verfahren (amtsdeutsch: „Betreiberauswahl“) mit den Billigvorwahlen, die vor jedem Gespräch neu eingegeben werden müssen. In unserem Telefonnavigator listen wir jeden Monat die günstigsten dieser Vorwahlnummern auf. Nachteil von Call-by-Call: Die Preise einzelner Tarife variieren oft stark je nach Uhrzeit und können sich zudem schnell ändern, sodass sich der Kunde stets auf dem Laufenden halten muss, welche gerade die günstigste Vorwahl ist.

Preselection: Sparen für Bequeme

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Per Preselection telefoniert man zwar nicht billiger, aber entspannter als per Call-by-Call.

Immer mehr T-Com-Kunden nutzen daher das bequemere Preselection-Verfahren („Betreibervorauswahl“), bei dem der Telefonanschluss fest auf das Netz eines anderen Anbieters voreingestellt wird. Wir haben das riesige Angebot an Preselection-Angeboten gesichtet und für drei Telefonierer-Profile die günstigsten Tarife herausgefunden (siehe Tabellen „Profil 1“, „Profil 2“, „Profil 3“). Zum Vergleich geben wir für jedes Profil auch die Kosten für den T-Com-Standardtarif Call Plus und für die günstigste Kombination von Call-by-Call-Vorwahlen an. Hier die wichtigsten Fragen zum Thema Preselection:

Was ist Preselection? Beim Preselection-Verfahren wird die voreingestellte „Verbindungsnetzbetreiberkennzahl“ eines T-Com-Festnetzanschlusses – standardmäßig die 01033 für die T-Com – dauerhaft auf die eines anderen Anbieters geändert, zum Beispiel auf die 01058 von 01058 Telecom oder auf die 01078 von 3U Telecom. Danach telefoniert man bei jedem abgehenden Anruf automatisch über den Preselection-Anbieter – zu einem vorher vereinbarten Tarif.

Ist Call-by-Call weiterhin möglich? Ja: Gibt man manuell eine Billigvorwahl ein, setzt diese in jedem Fall die voreingestellte Betreiberkennzahl außer Kraft, egal ob es die der T-Com oder die eines Preselection-Anbieters ist. Preselection und Call-by-Call lassen sich also problemlos kombinieren.

Geht das mit jedem Anschluss? Nein, Preselection und Call-by-Call funktionieren ausschließlich mit Festnetzanschlüssen der T-Com. Beide sind schließlich Instrumente der Marktregulierung, die helfen sollen, die Monopolstellung der Deutschen Telekom aufzubrechen.

Wie läuft der Umstieg ab? Der Kunde schließt einen Vertrag mit dem Preselection-Anbieter ab. Der leitet den Auftrag zur Umstellung dann an die T-Com weiter. Die wiederum schickt eine Auftragsbestätigung und teilt darin auch den Umstellungstermin mit. Ab dann telefoniert man über den Preselection-Anbieter.

Was kostet der Umstieg? Die T-Com berechnet für die Umstellung eine einmalige Gebühr von 5,11 Euro. Einige Preselection-Anbieter erstatten dieses Geld. In unseren Tabellen sehen Sie, welche.

Wie wird abgerechnet? Es gibt zwei Verfahren: Einige Anbieter schicken eine eigene Rechnung, andere kassieren wie beim Call-by-Call-Verfahren über die Telefonrechnung der T-Com.

Bekomme ich einen Einzelverbindungsnachweis? Der Anspruch auf einen kostenlosen Einzelverbindungsnachweis besteht auch bei Preselection. Den Auftrag hierfür richtet man an den jeweiligen Rechnungssteller, also entweder an die T-Com oder den Anbieter selbst.

Ist Preselection günstiger als Call-by-Call? Nein, mit den billigsten Call-by-Call-Vorwahlen kann man noch mehr Geld sparen. Beispiel Profil 3 (siehe Tabelle „Profil 3“): Mit dem Preselection-Tarif QualiTel entstehen Gesprächskosten von 50 Euro im Monat. Die günstigste Kombination von Call-by-Call-Vorwahlen kostet dagegen nur 35 Euro. Diesen Preis realisiert aber nur, wer zu jeder Zeit die jeweils günstigste Call-by-Call-Vorwahl heraussucht. In diesem Fall sind das insgesamt immerhin 14 verschiedene Nummern.

Ist Preselection immer günstiger als die T-Com? Nein, es gibt auch eher fragwürdige Angebote, die sogar deutlich teurer werden können. Beim Eco-Tarif des Anbieters Flexfon zum Beispiel kosten Ferngespräche viel mehr als bei der T-Com. Andere Angebote rechnen sich aufgrund hoher Grundgebühren oder Mindestumsätze nur für Vieltelefonierer.

Welcher Tarif ist der günstigste? Das hängt vom Telefonierverhalten ab. Unsere Beispielprofile unterscheiden sich vor allem dadurch, ob mehr Orts- und Nahgespräche oder mehr Fernge­spräche geführt werden oder ob auch viel zu Handys telefoniert wird. Dabei gehen wir jeweils von Gesprächsaufkommen von gut 12 Stunden im Monat aus. Wer deutlich weniger telefoniert, sollte sich in den Tabellen Tarife ohne Grundgebühr und Mindestlaufzeit aussuchen. Bei unseren Profilen sind zudem die Anrufe bewusst gleichmäßig über Haupt-, Nebenzeit und Wochenende verteilt. Wer dagegen zur Hauptzeit kaum telefoniert, am Wochenende oder zur Nebenzeit aber sehr viel, kann eventuell noch etwas mehr sparen: mit Tarifen, deren Grundgebühr kostenlose Anrufe zu bestimmten Zeiten enthalten, wie zum Beispiel Televersa nightlife und weekend.

Wie erfahre ich von Tarifänderungen? Anbieter müssen ihren Kunden geplante Änderungen rechtzeitig schriftlich mitteilen und ihnen Gelegenheit zum Widerspruch geben. Eine kostenlose Tarifansage mag praktisch sein, von dieser Informationspflicht entbindet sie nicht.

Kann ich meinen Preselection-Vertrag jederzeit wechseln oder kündigen? Die meisten Tarife in unseren Tabellen haben keine Mindestlaufzeit und moderate Kündigungsfristen. Bevor man einen Vertrag über 12 Monate abschließt, sollte man genau prüfen, ob die Vorteile des Tarifs eine so lange Laufzeit aufwiegen.

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