Personalcomputer: Etwas zu groß geraten

Personalcomputer Test

test 10/2003

Computer für 550 Euro bieten genug Leistung für das Surfen im Internet und Büroarbeiten. Nur wer DVDs brennen oder schnelle Actionspiele laufen lassen will, muss mehr ausgeben.

Personalcomputer

Nicht nur Kinder schlüpfen gern in Sachen, die ihnen ein paar Nummern zu groß sind. Auch von Erwachsenen ist dieses Verhalten bekannt. Die sitzen dann allerdings nicht in überdimensionierter Garderobe auf der Wiese, sondern stehen zum Beispiel mit großen Augen im Computergeschäft. Die Werbung lockt, der Verkäufer reizt, und schließlich tragen Erwachsene oft PCs für tausend oder mehr Euro nach Hause, deren Rechenleistung sie für die täglichen Aufgaben nicht brauchen. Weniger Ausrüstung und damit deutlich weniger Geld hätten genügt. Wer im Internet surfen, ein paar Büroarbeiten erledigen und ein wenig spielen will, zahlt die Hälfte – und hat immer noch seinen Spaß.

Doch preiswerte Rechner sind nach den Erfahrungen unserer Einkäufer erstaunlich schwer zu finden. Für den aktuellen Test haben wir zwei Konfigurationen zusammengestellt. Die eine Gruppe besteht aus zwölf gut ausgerüsteten Computern um 1000 Euro, sechs mit DVD-Brenner. Für die zweite Gruppe suchten wir Computer mit einer empfehlenswerten Mindestausstattung: DVD-Laufwerk, CD-Brennfunktion und Win­dows XP. Entsprechende Rechner fanden wir schließlich ab 500 Euro.

Aufgrund des schnellen Produktwechsels werden zur Veröffentlichung des Tests vermutlich nicht alle PCs in der geprüften Version zu haben sein. Oft genug gibt es aber Nachfolgemodelle, die zum gleichen Preis schnellere Prozessoren oder Grafikkarten haben.

Wie viel Rechner braucht der Mensch?

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Praktisch: Kartenleser und Firewire- sowie USB-Buchse auf der Vorderseite des HP.

Die Unterschiede zwischen den vier geprüften Low-Budget-PCs und den Standard-Rechnern zeigen sich vor allem in der Computerleistung und der Vielseitigkeit. Aber auch ein preiswerter Rechner ist für fast alle herkömmlichen Anwendungen geeignet. In den Prüfpunkten „Büroanwendung“ und „Multimedia“ sind auch PCs für 500 Euro „befriedigend“. Wer Texte schreiben will, Tabellenkalkulationen nutzt, Fotos bearbeiten oder eine DVD ansehen möchte, hat mit keinem der geprüften Modelle ein Problem. Manches geht bei aufwendigen Tabellen oder großen Bilddateien nur etwas langsamer als bei den teureren Modellen.

Deutlich breiter wird die Notenspanne beim Test mit schnellen Action- und 3D-Spielen: Die Noten reichen von „sehr gut“ (Sony, Eureka) bis „mangelhaft“ (Dell Dimension 2400, Hyrican, Microstar 2040C). Doch auch hier müssen die Ergebnisse in Relation gesehen werden. Der Spieletest erfolgte mit modernen, sehr rechenintensiven Computerspielen, die Prozessor und vor allem Grafikkarte viel abverlangen. „Mangelhaft“ bedeutet: Diese Rechner sind für die modernsten und schnellsten Computerspiele wenig oder gar nicht geeignet, zumindest nicht ohne Aufrüstung. Um auf dem Monitor halbwegs brauchbare Bewegungsabläufe erkennen zu können, muss der PC mindestens 25 Bilder pro Sekunde („Frames“) berechnen können. Bei unserem Test mit einem sehr rechenintensiven Schießspiel schafften die besten der teuren Rechner 50 bis 60 Frames pro Sekunde. Die preiswerten Modelle konnten oft aber nur 5 Bilder pro Sekunde auf den Monitor bringen: Bei einer derart niedrigen Bildrate ruckelt das Bild sehr – das Spiel ist in dieser Konfiguration unspielbar. Aber: Ältere Schießspiele oder Autorennen, die dem Rechner weniger Leistung abverlangen, laufen auf ihnen problemlos. Auch wer Moorhühner jagen, mit Pacman Gespenster verfolgen, Schach spielen oder ein Strategiespiel machen will, kann mit den geprüften preiswerten Rechnern viel Spaß haben.

Empfehlenswert sind Computer mit Platz für eine neue Grafikkarte (AGP-Steckplatz, siehe Ausstattungstabelle). Wer erst nach dem Kauf seine Liebe zu aktuellen 3D-Spielen entdeckt, kann die Leistung seines Rechners mit einer besseren Grafikkarte erheblich aufrüsten (ab etwa 30 Euro).

Bei Bedarf aufrüsten

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Deutliche Unterschiede zwischen beiden Gruppen gibt es in der Ausstattung. Keiner der preiswerten Rechner verfügt über eine Firewire-Schnittstelle, mit der schnell auch umfangreiche Datenpakete beispielsweise vom Camcorder zum PC übertragen werden können. Deshalb muss aber niemand 500 Euro mehr ausgeben: Eine Firewire-Schnittstelle zum Nachrüsten gibt es bereits ab etwa 30 Euro. Auch hier gilt also: Ein preiswerter Rechner lohnt sich, bei Bedarf wird das benötigte Teil einfach eingebaut.

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