Notebooks und PCs: Den Mobilen für daheim?

Notebooks und PCs Test
Mobilität hat ihren Preis: Schreibtisch-PCs leisten mehr fürs Geld als Mobilcomputer.

test 02/2006

Vieles spricht für den großen Schreibtisch-PC: zum Beispiel zwei „sehr gute“ Qualitätsurteile in diesem Test.

Notebooks und PCs

Eines Tages trifft es jeden: Der alte Rechner gibt den Geist auf, ein neuer muss her. Aber soll es wieder so ein mächtiges Ungetüm sein, das brummend unter dem Schreibtisch lauert? Ist ein schlankes Notebook, das man auch mal zusammenklappen und ins Wohnzimmer mitnehmen kann, nicht viel schicker und praktischer?

Notebook: Favorit der Käufer

Notebooks und PCs Test

Mehr und mehr Computernutzer scheinen das so zu sehen. Die Verkaufszahlen von Mobilrechnern wachsen jedenfalls wesentlich stärker als die von klassischen PCs. Fragt sich nur, ob es wirklich immer sinnvoll ist, einen großen Schreibtischrechner durch ein kompaktes Notebook zu ersetzen. Miniaturisierung hat schließlich immer ihren Preis, und Mobilität erfordert Kompromisse bei der Leistung. Neben zehn aktuellen Multimedia-Notebooks testen wir darum auch sechs normale PCs. Die brauchen natürlich noch einen Monitor. Dafür veranschlagen wir 200 bis 300 Euro und lassen – der Vergleichbarkeit halber – PCs um 700 bis 800 Euro gegen Notebooks der 1 000-Euro-Klasse antreten. Wo genau liegen die Stärken der beiden Rechnertypen?

PC: Größere Rechenleistung

Notebooks und PCs Test
Lästig: Reflexionen in spiegelnden Displays schaden den Augen und lenken ab.

In Mobilrechnern arbeiten die verschiedenen Komponenten auf engstem Raum zusammen. In den kompakten Gehäusen sind sie schwer zu kühlen, für den Akkubetrieb müssen sie besonders Strom sparend sein. Fast alle Notebooks im Test haben daher eigens für Mobilrechner ausge­legte Hauptprozessoren wie Intels Pentium M oder den Turion von AMD. Solche Mobilprozessoren liefern bei gleicher Taktfrequenz mehr Rechenpower als „normale“ Chips. Im Test kann sich ihre Leistung sehen lassen: Bei den Büroan­wendungen schlagen sich alle Notebooks „gut“ oder „sehr gut“, selbst bei Multime­dia-Anwendungen wie der Bildbearbeitung schaffen alle bis auf zwei ein „Gut“. Für die meisten Anwender bieten diese Geräte allemal genug Rechenleistung.

Mit den höher getakteten Prozessoren und schnelleren Festplatten der großen PCs können die kleinen Notebooks dennoch nicht mithalten: Die großen bringen es auch bei der Multimedia-Leistung fast durchweg auf „sehr gut“ – mit Ausnahme des Packard-Bell-PCs. Wer im großen Stil Bilder oder Videos bearbeitet, weiß solche Kraftreserven zu schätzen. Für wirklich leistungshungrige Anwendungen, besonders auch für Spiele, sind die Schreibtischrechner eindeutig die besse­re Wahl.

PC: Mehr Speicherplatz

All die Daten, die so ein Rechner verarbeitet, müssen irgendwo gespeichert werden. Besonders Bilder, Musik und Videos nehmen viel Platz auf der Festplatte weg. Bei der Festplattenkapazität gibt es unter den Notebooks im Test erhebliche Unterschiede: Das Toshiba-Gerät hat mit 40 Gigabyte Speicherplatz die kleinste Platte. Da wird es schon für eine mittlere MP3-Sammlung etwas eng. Die größten Notebook-Platten im Test fassen immerhin 80 Gigabyte – das reicht für die Lieblingsmusik, Urlaubsfotos und das eine oder andere Video. Die Schreibtisch-PCs spielen allerdings auch hier in einer ganz anderen Liga: Zwei von ihnen haben doppelt so große Festplatten, die übrigen sogar dreimal so große. Da gibt es so schnell keine Platzprobleme.

PC: Bessere Ausstattung

Überhaupt sind die PCs insgesamt üppiger ausgestattet als die Mobilrechner. Beispiel USB-Anschlüsse: Die Notebooks haben drei oder vier, die PCs fünf bis sieben. Beispiel Speicherkarten: Alle PCs im Test verfügen über Lesegeräte für die gängigen Formate. Bei den meisten Notebooks ist die Auswahl kleiner, die von Toshiba, Dell und Acer haben gar kein Lesegerät. Beispiel Laufwerke: Alle Notebooks im Test können DVDs brennen. Doch die PCs von Dell und Packard Bell haben gleich noch ein zweites DVD-Laufwerk, um CDs und DVDs direkt kopieren zu können. Bei den übrigen PCs lässt es sich nachrüsten, wenn man Wert darauf legt.

PC: Mehr Flexibilität

Das ist ein weiterer Vorteil der Schreibtisch-PCs: Ihre Hardware kann viel flexibler wechselnden Bedürfnissen angepasst werden, denn einzelne Komponenten lassen sich relativ leicht austauschen oder nachrüsten. Auch die größte Festplatte ist irgendwann voll? Einfach eine weitere einbauen! Der Rechner ist klasse, nur die Grafik zu langsam? Die Grafikkarte gegen ein schnelleres Modell austauschen! Es fehlt ein ISDN-Modem, ein Fernsehempfänger oder ein Firewire-Anschluss für den Camcorder? Entsprechende Erweiterungskarten für die PCI-Steckplätze können auch Laien einbauen. Besonders einfach machen es die PCs von Dell und Hewlett Packard: Sie sind leicht zu öffnen, Laufwerke und Steckkarten lassen sich ohne Schrauben ein- und ausbauen.

Auch die Notebooks haben immerhin einen freien Steckplatz für Erweiterungskarten – in diesem Fall im PC-Card-Format. Doch zusätzliche Laufwerke lassen sich bei ihnen nur extern per USB oder Firewire anschließen, was auf dem Schreibtisch Platz wegnimmt. Die Grafikkarte kann man bei keinem einfach so auswechseln. Und noch in einem anderen Punkt sind Notebooks weniger flexibel als Schreibtisch-PCs: Weil Display und Tastatur fest miteinander verbunden sind, sind sie weniger ergonomisch (siehe „Verspannungen vorbeugen“).

Notebook: Besser unterwegs

All die Kompromisse, die Notebook-Nutzer eingehen müssen, dienen einem Ziel: Die Rechner so klein zu machen, dass man sie zusammenklappen und leicht transportieren kann. Wem das wichtig ist, der sollte aber auch auf ein geringes Gewicht achten. Das Amilo von Fujitsu-Siemens zum Beispiel wiegt mit Netzteil transportunfreundliche vier Kilo!

Und die Akkuleistung ist bei keinem Gerät im Test berauschend. Gerade drei Notebooks kommen über ein „Ausreichend“ hinaus. Bei den anderen wird man unterwegs öfter mal nach Steckdosen Ausschau halten müssen. Wer den Rechner dagegen ohnehin nur daheim nutzt, der fährt wohl meist mit einer klassischen PC-Kiste besser.

Lesen Sie auf der nächsten Seite:
Arbeitsergonomie

Dieser Artikel ist hilfreich. Nutzer finden das hilfreich.

Kommentare (0)

weitere Kommentare anzeigen

Alle Kommentare anzeigen

Schreiben Sie bitte einen Kommentar

Nur registrierte Nutzer können Kommentare verfassen. Jetzt einloggen oder Neu registrieren.
Individuelle Fragen richten Sie bitte an den Leserservice